Anna SchadeCrivitz, ドイツ
2020/07/13
Gesundheit ist keine Ware! Aber genau dazu haben alle Ebenen der Politik in den vergangenen Jahren Gesundheitsdienstleistungen gemacht. Es folgt übrigens der Privatisierungslogik auch strukturell, dass diese Aufgabe in MV aktuell im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist.

Gemacht wird in Mecklenburg-Vorpommern das, was profitabel ist. Wer glaubt, das ließe sich jetzt eben mal durch eine Abstimmung im Kreistag oder auch allein durch Kommunalpolitik ändern, der irrt sich. Zuständig sind eigentlich das Land via Landeskrankenhausgesetz und Bund via Abrechnungssystem.

Genau deswegen hat meine Fraktion im Kreistag die Rekommunalisierung vorgeschlagen, auch damit wir überhaupt als Kommune wieder mitreden können. Wir freuen uns, dass der gesamte Kreistag uns gefolgt ist. Leider ist er nicht auch unserem Vorschlag nach Erhalt der Gynäkologie und Geburtsstation gefolgt. Hierzu soll jetzt ein Konzept erarbeitet werden, das die Wiedereröffnung dieser Abteilung nach deren Schließung am 12.06.2020 und nach dem Übergang der Klinik an den Landkreis zum neuen Jahr ermöglicht.
In „trockenen Tüchern“ ist das alles nicht. Noch (09.07.2020) gibt es keinen unterschriebenen Kaufvertrag und noch steht das Konzept nicht. Deswegen brauchen wir immer noch viel Unterstützung für diese Petition.

Wer weiß, wie wichtig für Schwangere die Gewissheit ist, einen sicheren Ort mit vertrauenswürdigen Hebammen und Medizinern in der Nähe zu haben, der wird keine Geburtsstation im ländlichen Raum schließen. Das ist einfach frauenfeindlich.
Geburten sind außerdem das, was eine Region nachhaltig am Leben hält. Jede Schließung von Geburtsstationen sorgt für den Wegzug junger Familien oder für die Entscheidung, nicht in eine Region zu ziehen.

Ohne Kinder wäre die Welt eine Wüste (Jeremias Gotthelf).
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