Geburten sind keine Ware! Für den Erhalt der Crivitzer Geburtsstation und Gynäkologie!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 15.000.


Am 06.12.2019 verkündeten die Konzerne Mediclin und Asklepios über die Medien, dass die Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe im Crivitzer Mediclin Krankenhaus abrupt zum 31.12.2019 geschlossen werden sollten – aus finanziellen Erwägungen der Betreiber. Angeblich sei die Geburtenzahl rückläufig! Ich sage dazu: „GEBURTEN SIND KEINE WARE und deswegen SIND WIR LAUT!

Durch Proteste, Demos und viel Musik konnten wir einen Aufschub bis zum 30.06.2020 durchsetzen. In dieser Zeit wollen wir gemeinsam mit Land, Kreis, Stadt, Konzernen und Mitarbeitern ein Konzept entwickeln.

Deutschlandweit wollen wir folgende Fragen in den Raum stellen:

  • Muss Medizin sich rechnen?
  • Sind Pauschalen in den Abrechnungssystemen wirklich die beste Variante?
  • Sollten Geburten nicht auch in der Grundversorgung verankert sein und somit explizit im Krankenhausplan aufgeführt werden?
  • Kann man Wirtschaft & Gesundheit wirklich im gleichen Ministerium ansiedeln, oder sollte man die Gesundheit nicht wieder dem Sozialministerium zuordnen?
  • Sollten die Länder einige Teile der Gesundheitsversorgung oder gesamte Krankenhäuser zurückerwerben?
  • Soll unsere Grundversorgung auch zentralisiert werden, damit die Wege im Notfall noch weiter werden?
  • Führen mehr Förderung im Bereich Kinder- und Jugendmedizin zu einer Verbesserung der demografischen Entwicklung?
  • Kann man durch administrative Förderung im Gesundheitssystem Hebammen, Ärzte und Pfleger gewinnen, die die letzten Jahre den Gesundheitsbereich verlassen haben, weil ihnen die zusätzliche Arbeit am Computer den eigentlichen Job erschwert hat?
  • Wie wäre es mit einer Förderung von Hebammen und Kinderärzten im ländlichen Raum? Förderung für den medizinischen Nachwuchs, sowie Förderung der Niederlassung im ländlichen Raum gibt es bereits.
  • Mit der Geburt beginnt das LEBEN, sollten wir nicht genau da, wo alles beginnt unsere ganze KRAFT investieren? Alles andere kommt erst danach!


Was genau ist eigentlich am 06.12.2019 in Crivitz passiert?

Mit der geplanten Schließung der Geburtshilfe und Gynäkologie zum 31.12.2019      (jetzt 30.06.2020) soll der Standort in Parchim gestärkt werden. Obwohl der Standort Parchim, übrigens vom gleichnamigen Betreiber, nach Geburtenzahlen, im Vergleich, all die Jahre wesentlich ineffektiver gewesen ist, geht man davon aus, diesen so zu sichern. Man glaubt von Konzern-Seite aus, dass die Schwangeren, die sich aus gutem Grund bislang für Crivitz als Ort der Entbindung entschieden haben, dann angeblich "Ja" zu Parchim sagen würden. Ebenfalls gehen die Betreiber davon aus, dass die angestellten Hebammen und Ärzte mit nach Parchim wechseln. Beide Ansätze sind grob fahrlässig, denn mit den Angestellten wurde vorher nicht gesprochen und auch die Schwangeren wurden nicht befragt. Ich als Mutter, kann mir nur schwer vorstellen, dass Frauen, die sich vorher bewusst für den Standort Crivitz entschieden haben, nun das Risiko eingehen, den Standort Parchim zu wählen. Denn hier fällt im Notfall eine Fahrstrecke von 47 - 52 min an! Auch ein geplanter Hubschrauberlandeplatz würde diese Strecke zwar auf ca. 15 min verkürzen, dieser müsste dann aber auch vor Ort stehen und nicht erst die gleiche Zeit für den Anflug benötigen. Zusätzlich fliegt dieser NICHT bei Regen, Sturm oder bei Schnee. In Parchim hatte der gleiche Betreiber jüngst bereits die Kinderstation geschlossen, angeblich, weil kein Personal gefunden werden konnte.

Das Personal in Crivitz erfuhr am 06.12.2019. im übrigen erst aus der Presse von den Plänen des Betreibers.

Seit 71 Jahren gibt es in der kleinen Stadt Crivitz (ca. 4.800 Einwohner) eine Entbindungsstation. Idyllisch am Crivitzer See gelegen, ist diese Geburtsstation schon sehr lange eine Aushängeschild mit überregionaler Bedeutung. Insbesondere schwangere Schwerinerinnen schätzen die Ruhe und Harmonie, ja die große Fürsorglichkeit, mit der in Crivitz seit jeher Geburten in einer 1:1 - Betreuung durchgeführt werden. Selbstverständlich aber waren es zuallererst die Frauen aus Crivitz und Umgebung, die ihre Kinder in der Geburtsstation zur Welt brachten und bringen. Auch ich bin 1981 in Crivitz geboren, mein Sohn 2007, genau so wie aktuell 192 Schüler unserer Crivitzer Grundschule!

Nur mal zum Vergleich:

Auf 74 Einwohner in Schwerin erfolgt 1 Geburt.

Auf 47 Einwohner in Parchim erfolgt 1 Geburt.

Auf 12 Einwohner in Crivitz erfolgt 1 Geburt.

 

Ich spreche im Namen vieler, die seit dem 6.12.2019 täglich auf die Straße gegangen sind und weiter kämpfen.

Wir sagen: GENUG IST GENUG - ES REICHT - JETZT ENDGÜLTIG!

Nachdem in den vergangenen Jahren die Schließung zahlreicher medizinischer Einrichtungen im ganzen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern stattgefunden hat, müssen Politik und Gesellschaft jetzt DRINGEND handeln. Das Beispiel der Schließung der Geburts- und Kinderstation in Wolgast aus dem Jahr 2015 sollte allen vor Augen sein. Dort war zu erleben, was passiert, wenn die medizinische Versorgung, im ländlichen und strukturarmen Raum, sehenden Auges zunächst "kaputtgespart" und dann "begraben" wird.
WIR STEHEN AUF für unsere Geburtsstation und Gynäkologie in Crivitz. Wir solidarisieren uns mit Parchim, Wolgast und ganz Mecklenburg Vorpommern, denn auch hier müssen die letzten 35 Krankenhäuser mit nur noch 16 Geburtsstationen erhalten bleiben.

Jede Geburt ist das überhaupt größte Wunder der Erde und diese gilt es zu schützen, sie ist der Anfang von ALLEM!

Wir erwarten in den nächsten 6 Monaten Unterstützung von Bund, Land und Kreis. Wir hoffen auf eine langfristige Lösung, die den medizinischen Versorgungsauftrag im ländlichen Raum stärkt und Mecklenburg-Vorpommern zu einem familienfreundlichen Land heranwachsen lässt. Ganz Deutschland sollte hier umdenken, bevor es zu spät ist!

Geht jetzt mit uns den ersten Schritt: Unterschreibt diese Petition und teilt sie in all euren sozialen Netzwerken.

Für unsere Frauen und Kinder in Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland!

#wirkönnenauchlaut
#allesfürcrivitz
#familienfreundlichesmecklenburgvorpommern

 

Folgt uns:

Facebook   @onlineschaukasten

und ab Mitte Februar 2020 auf www.einFeuerentfachen.de