Für die Einrichtung einer kurzen, rund um die Uhr erreichbaren Rufnummer für Kinder in Not

Das Problem

Mit dieser Petition wird die Einrichtung einer prägnanten (d.h. dreistelligen), rund um die Uhr erreichbaren und deutschlandweit offensiv bekannt gemachten Rufnummer gefordert, an die sich Kinder und Jugendliche anonym wenden können, die Sorgen oder Nöte haben oder von sexueller, physischer oder psychischer Gewalt betroffen sind.

 

Begründung:

Ein durchgängig erreichbares Hilfsangebot ist in Coronazeiten besonders dringend geboten, es gehört aber auch außerhalb von Pandemiezeiten zu den absoluten Basics des Kinderschutzes. In vielen europäischen Ländern ist ein durchgängig erreichbares telefonisches Hilfsangebot für Kinder seit Jahren erfolgreich umgesetzt.

Sexueller Missbrauch ist immer ein Angriff auf das innerste Wesen eines Menschen. Der betreffende Mensch wird dadurch in seiner Identität und in seiner Existenz angetastet. Die seelischen Verletzungen können so schwerwiegend sein, dass es infolge des Missbrauchsgeschehens zu suizidalen Handlungen kommen kann.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Bundestag und Bundesregierung sind deswegen aufgerufen und verpflichtet, den Schutz der gefährdeten Würde und Unversehrtheit von Kindern und Jugendlichen in besonderer Weise immer wieder in den Blick zu nehmen und zu verbessern, damit die Zahl der Übergriffe auf Kinder und Jugendliche weitestgehend reduziert werden kann.

In den letzten Monaten und Jahren ist durch das Bekanntwerden verschiedener Fälle schwersten sexuellen Missbrauchs an Kindern die Thematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten. Besonders bedrückend und brisant ist das Thema auch deswegen, weil die Zahl der Kinder, die von sexuellen Übergriffen bedroht oder betroffen sind, erschreckend hoch ist. Der Europarat hat in seiner Kampagne „One in five“ auf die Tatsache hingewiesen, dass ungefähr jedes fünfte Kind von sexueller Gewalt betroffen ist. In Zeiten der Corona-Pandemie sind Kinder laut Aussage des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig in erhöhtem Maße der Gefahr von Übergriffen ausgesetzt.

Gefordert wird eine kurze, prägnante Rufnummer, weil Kinder in Fällen drohender Gewalt mit der Handhabung langer Telefonnummern, die i.d.R. nicht einmal Erwachsenen bekannt sind, überfordert sind. In anderen europäischen Ländern ist es üblich, über eine dreistellige Nummer anonym Hilfe bekommen zu können, z.B. über die 147 in Österreich. Das sollte auch in Deutschland möglich sein.

 Gefordert wird eine durchgehende Erreichbarkeit der Rufnummer (über 24 Stunden an 7 Tagen), weil es fatal wäre, wenn Kinder in Notsituationen, z.B. bei akuter Suizidalität, keine Möglichkeit zu direkter Kommunikation haben. In anderen europäischen Ländern sind Hilfetelefone rund um die Uhr erreichbar. 

Gefordert wird eine deutschlandweite offensive Bewerbung der Rufnummer, damit möglichst viele Kinder und Jugendliche darüber Bescheid wissen. Die Rufnummer könnte z.B. über eine Plakatkampagne ähnlich der „Liebeslebenkampagne“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bekannter gemacht werden.

Alternativ zur Neueinrichtung eines Hilfetelefons ist selbstverständlich auch die Erweiterung eines bereits bestehenden Hilfsangebotes im Sinne der oben formulierten Forderungen denkbar. Aus Gründen der Effizienz und Kostenersparnis wäre dies - falls in den bestehenden Strukturen umsetzbar - sogar der Neueinrichtung eines Angebotes vorzuziehen.

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Regina Pelzer und Andreas SchönbergerPetitionsstarter*in
Erfolg
Diese Petition war mit 86.161 Unterstützer*innen erfolgreich!

Das Problem

Mit dieser Petition wird die Einrichtung einer prägnanten (d.h. dreistelligen), rund um die Uhr erreichbaren und deutschlandweit offensiv bekannt gemachten Rufnummer gefordert, an die sich Kinder und Jugendliche anonym wenden können, die Sorgen oder Nöte haben oder von sexueller, physischer oder psychischer Gewalt betroffen sind.

 

Begründung:

Ein durchgängig erreichbares Hilfsangebot ist in Coronazeiten besonders dringend geboten, es gehört aber auch außerhalb von Pandemiezeiten zu den absoluten Basics des Kinderschutzes. In vielen europäischen Ländern ist ein durchgängig erreichbares telefonisches Hilfsangebot für Kinder seit Jahren erfolgreich umgesetzt.

Sexueller Missbrauch ist immer ein Angriff auf das innerste Wesen eines Menschen. Der betreffende Mensch wird dadurch in seiner Identität und in seiner Existenz angetastet. Die seelischen Verletzungen können so schwerwiegend sein, dass es infolge des Missbrauchsgeschehens zu suizidalen Handlungen kommen kann.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Bundestag und Bundesregierung sind deswegen aufgerufen und verpflichtet, den Schutz der gefährdeten Würde und Unversehrtheit von Kindern und Jugendlichen in besonderer Weise immer wieder in den Blick zu nehmen und zu verbessern, damit die Zahl der Übergriffe auf Kinder und Jugendliche weitestgehend reduziert werden kann.

In den letzten Monaten und Jahren ist durch das Bekanntwerden verschiedener Fälle schwersten sexuellen Missbrauchs an Kindern die Thematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten. Besonders bedrückend und brisant ist das Thema auch deswegen, weil die Zahl der Kinder, die von sexuellen Übergriffen bedroht oder betroffen sind, erschreckend hoch ist. Der Europarat hat in seiner Kampagne „One in five“ auf die Tatsache hingewiesen, dass ungefähr jedes fünfte Kind von sexueller Gewalt betroffen ist. In Zeiten der Corona-Pandemie sind Kinder laut Aussage des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig in erhöhtem Maße der Gefahr von Übergriffen ausgesetzt.

Gefordert wird eine kurze, prägnante Rufnummer, weil Kinder in Fällen drohender Gewalt mit der Handhabung langer Telefonnummern, die i.d.R. nicht einmal Erwachsenen bekannt sind, überfordert sind. In anderen europäischen Ländern ist es üblich, über eine dreistellige Nummer anonym Hilfe bekommen zu können, z.B. über die 147 in Österreich. Das sollte auch in Deutschland möglich sein.

 Gefordert wird eine durchgehende Erreichbarkeit der Rufnummer (über 24 Stunden an 7 Tagen), weil es fatal wäre, wenn Kinder in Notsituationen, z.B. bei akuter Suizidalität, keine Möglichkeit zu direkter Kommunikation haben. In anderen europäischen Ländern sind Hilfetelefone rund um die Uhr erreichbar. 

Gefordert wird eine deutschlandweite offensive Bewerbung der Rufnummer, damit möglichst viele Kinder und Jugendliche darüber Bescheid wissen. Die Rufnummer könnte z.B. über eine Plakatkampagne ähnlich der „Liebeslebenkampagne“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bekannter gemacht werden.

Alternativ zur Neueinrichtung eines Hilfetelefons ist selbstverständlich auch die Erweiterung eines bereits bestehenden Hilfsangebotes im Sinne der oben formulierten Forderungen denkbar. Aus Gründen der Effizienz und Kostenersparnis wäre dies - falls in den bestehenden Strukturen umsetzbar - sogar der Neueinrichtung eines Angebotes vorzuziehen.

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Regina Pelzer und Andreas SchönbergerPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Norbert Müller
MdB, Kinder- und jugendpolitischer Sprecher Bundestagsfraktion DIE LINKE
Beantwortet
Ich unterstütze Ihr Anliegen grundsätzlich. Der erste Corona-Lockdown hat durch die familiären Überlastungssituationen zu einem Anstieg von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche geführt. Dadurch dass Kinder aber nicht mehr zur Schule oder in die Kita gingen und auch die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe weitgehend geschlossen waren, fehlten für viele Kinder Möglichkeiten auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Hilfenummern sind in einer solchen Situation ein wichtiger Baustein, um den Schutz von Kindern sicherzustellen. Ich spreche sich allerdings dafür aus, keine zusätzlichen Telefonnummern zu schalten, sondern die bestehenden Hilfsangebote auszubauen. So sollte durch entsprechende Unterstützung sichergestellt werden, dass bspw. die „Nummer gegen Kummer“ zukünftig rund um die Uhr erreichbar ist. Weiterhin müssen insbesondere auch Onlineberatungsangebote weiter ausgebaut werden. Foto: Norbert Müller
Dr. Franziska Giffey
Ehem. Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2018-2021)
Neuigkeiten zur Petition