Fußball-WM '22 in Katar: Die Stadien sind Leichenschauhäuser: BOYKOTT auf allen Ebenen!!

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Das Problem

Boykottieren Sie die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar 2022 auf allen Ebenen. 

Nein, ein echtes Dilemma ist es eigentlich nicht, in dem ich da stecke. Es ist eher eine moralische Zwickmühle, die - wie das vorangestellte Adjektiv schon andeutet - eine vernünftige und humane Entscheidung von mir erwartet, ohne dass diese auf der anderen Seite zu einem leidvollen und/oder unerwünschten Resultat führt. Möglicherweise geht es vielen Leser und Leserinnen so oder so ähnlich wie mir, nämlich dann, wenn sie Fußballfans sind. Es handelt sich hier nämlich um die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar. Viele nicht katarische Arbeiter aus Nepal und anderen Ländern sind bei den Bauarbeiten entweder zu Tode gestürzt oder angeblich im Schlaf gestorben.

Katar ist eines der reichsten Länder der Welt und es wären weniger als Peanuts gewesen, die Gastarbeiter auch wie Gäste zu behandeln. Als am 1. Mai 1931 das "Empire State Building" in New York eröffnet wurde, waren in der nur 13-Monatigen Bauzeit des Projektes bis dahin 14 Arbeiter ums Leben gekommen. Schlimm genug, aber das war vor 90 Jahren. Im modernen Katar des Jahres 2022 starben mehr als 1.100 mal so viel (1.100 x 14) Arbeiter, die zudem unmenschlich behandelt wurden und teilweise immer noch auf ihren Lohn warten. Jetzt werden sie alle nach Hause geschickt, damit die fussballgeilen Europäer, Amerikaner, Japaner, Chinesen, Russen und Afrikaner, dieses Leid ja nicht zu sehen bekommen.

 


Und was sagt der FIFA-Boss Gianni Infantino zur Blut-WM (BWM): "Diese WM, das Turnier des Friedens und der Einheit, wird die sein, die die Welt zusammenbringt nach schwierigen Zeiten“, sagte Infantino einen Monat vor dem WM-Start. „Ich wiederhole es klar und deutlich: Jeder wird willkommen sein - unabhängig von Herkunft, Hintergrund, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Nationalität.“

Und sie werden alle kommen - und wer nicht kommen kann, der wird sehen, auf allen Kanälen der Welt. Und viele Lokale und Kneipen. von Flensburg über Hamburg, Köln, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Ravensburg und München werden zur Stadien mit Bier und Grölen. 

Da fällt es mir eigentlich leicht, eine Wahl zu treffen und aus der Zwickmühle ein klares Statement zu machen. Da ich aber seit meiner Kindheit den Fußball liebe, wird es für mich eine Herausforderung sein, der Versuchung zu widerstehen. Aber nein, ich werde die Fußballkanäle überzappen. 

Passend auch der Termin für den Beginn der Blut-WM: der deutsche Totensonntag (20. November 2022) und das Endspiel am vierten Advent. Es würde mich übrigens sehr wundern, wenn es nach dieser skandalösen Fußballweltmeisterschaft keine Stimme gibt die sagt und klagt: Hätten wir es doch gelassen! 

Ich kann nur jeden Leser und Leserin bitten: Boykottieren Sie - wie immer und wo immer sie es können - dieses "Specktakel in Leichenschauhäusern in denen Köpfe gerollt sind und es nun der Ball tut." Das ist spätrömische Dekadenz, das sind "Brot und Spiele", das ist Verrat an der Menschlichkeit. Das ist inakzeptabel!

Ravensburg, 31.10.2022, Stefan Weinert

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