Petition updateFriedrich Merz, kürzen Sie nicht bei der Teilhabe! #TeilhabeIstKeinLuxus250.000 Stimmen. Ein Protesttag. Und das Gefühl: Wir sind nicht mehr allein.
Lisa BehmeNeustadt am Rübenberge, Germany
May 7, 2026

Die letzten Monate haben mein Leben verändert.

Was mit einer Petition auf Change.org begann, wurde zu einer Bewegung mit fast 260.000 Unterschriften.

Für mich war das damals einfach ein Schritt aus Verzweiflung, Sorge und Wut heraus. Als Mutter von drei pflegebedürftigen Kindern erlebe ich jeden Tag, wie abhängig Familien von Unterstützung sind. Wie schnell Teilhabe verloren geht, wenn Hilfen fehlen. Wenn Kinder plötzlich nicht mehr selbstverständlich zur Schule gehen können. Wenn Familien kämpfen müssen, um überhaupt gesehen zu werden.

Ich habe die Petition gestartet, weil ich Angst um die Zukunft meiner Kinder habe. Und plötzlich waren da hunderttausende Menschen, die gesagt haben: Wir sehen das genauso.

Nachdem die Petition nicht angenommen wurde von der Politik, wollte ich nicht aufgeben. Gemeinsam mit der Lebenshilfe und mit Unterstützung von Ulla Schmidt wurde daraus eine offizielle Bundestagspetition.

Und auch dort zeigt sich gerade etwas Unglaubliches:
Über 84.000 Unterschriften in kürzester Zeit.

👉 Hier geht's zur Bundestagspetition

Der 5. Mai hat mir dann noch einmal gezeigt, warum das alles so wichtig ist. Am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung kamen in Hannover rund 500 Menschen zusammen. Unter dem Motto:

„Teilhabe ist kein Luxus.“

Und genau das war überall spürbar.

Menschen mit Behinderung. Eltern. Vereine. Aktivistinnen. Unterstützerinnen. Familien. Menschen, die oft viel zu lange leise sein mussten.

Es wurde gesprochen, diskutiert, zugehört, gelacht und geweint. Menschen haben ihre Geschichten erzählt. Geschichten von Ausschluss, Kämpfen und Kraft.

Zu den Rednerinnen gehörten unter anderem Katrin Langensiepen, Ninia LaGrande, Jana Petersen Franke, Anja Schneider, Matthias Möhle, Kerstin Blochberger und viele weitere Betroffene und Unterstützerinnen.

Besonders emotional war für mich der Abschluss des Tages: Johann Bielefeld, 18 Jahre alt und mit Downsyndrom, hat mit einer Michael-Jackson-Performance die Bühne komplett verzaubert. Er wurde gefeiert, bejubelt und sichtbar gemacht. Genau darum ging es an diesem Tag.

Eigentlich wollte ich selbst gar nicht sprechen. Ich wollte den Menschen die Bühne geben, die sonst oft keine bekommen. Aber irgendwann wurde ich spontan nach vorne gebeten.

Ich hatte nichts vorbereitet. Und ehrlich gesagt war ich den Tränen nah. Weil ich gemerkt habe:
Das hier ist größer geworden als eine Petition. Größer als eine einzelne Demo. Größer als ich selbst.

Dieser Tag hat gezeigt, wie groß der Wunsch nach Veränderung ist. Und dass wir viele sind.

Ohne die Unterstützung von unglaublich vielen Menschen wäre das alles niemals möglich gewesen. Menschen, die organisiert, geholfen, gesprochen, getanzt, geteilt und unterstützt haben.

Der 5. Mai war erst der Anfang.

Und ich verspreche:
Nächstes Jahr wird Hannover wieder laut. 🌻

Liebe Grüße, eure Lisa Behme

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