Stoppen Sie die Abschiebung von Adet

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 25.000.


Unsere Freundin und Mitstreiterin bei „Bunt statt Braun – gemeinsam stark für Flüchtlinge e.V.“, Adet, sitzt seit Mittwoch, den 29.08.2018 in Abschiebehaft, um nach Uganda abgeschoben zu werden.

Wir bitten euch dringlichst, die Freilassung von Adet und unsere Forderung nach einem Aufenthaltstitel für sie zu unterstützen.

*WAS IST PASSIERT?*
Am Mittwoch Abend, den 29. August 2018, um 22h ist Adet nach 14 Jahren in Deutschland in Abschiebehaft gekommen und soll nach Uganda abgeschoben werden.
Adet wurde sofort nach der Verhandlung beim Verwaltungsgericht Bayreuth,
bei der negativ über ihr Aufenthaltsrechtsgesuch beschieden wurde, festgenommen und zum Flughafen gebracht um abgeschoben zu werden.

Wir sind zutiefst schockiert über diese menschenunwürdige und brutale Praxis des Freistaats Bayern. Adet lebte jahrelang in Bayreuth, hat sich dort ehrenamtlich bei „Bunt statt Braun – gemeinsam stark für Flüchtlinge e.V.“ engagiert und war außerdem bundesweit als glokal-Bildungsreferentin tätig und gab in diesem Rahmen rassismuskritische Seminare und Workshops. Wir möchten die hinterhältige Abschiebepraxis des Freistaats Bayern öffentlich machen und fordern, unsere Freundin Adet freizulassen und ihren Antrag auf Aufenthalt anzuerkennen!

*HINTERGRUND*
Gestern am Verwaltungsgericht Bayreuth hatte Adet ihre Verhandlung wegen ihres Aufenthalts.

Sie hoffte,dass dieser nach §25b AufenthG (Aufenthaltsgewährung bei nachhaltiger
Integration) gewährt werden würde.
Ein Problem war, dass sie lange keinen gültigen Pass besaß. Adet hatte sich jahrelang bemüht, ihren Pass wieder zu erlangen, was sich als ein schweres und mühseliges Unterfangen erwies. 2017 wurde durch einen Anwalt Antrag auf Aufenthalt nach §25b bei der Stadt gestellt. Dieser wurde abgelehnt, der Einspruch gegen die Ablehnung lief noch. Von der Härtefallkommission (HFK) gab es das Signal, erst abzuwarten, was bei dem Einspruch herauskommt. Die HFK könne erst tätig werden, wenn der Aufenthalt nach §25b AufenthG abgelehnt worden sei.
Vor zwei Wochen bekam Adet tatsächlich ihren Pass. Sie brachte ihn nach Beratungen mit der Caritas und ihrer neuen Anwältin zur Ausländerbehörde Bayreuth Stadt. Kurz darauf kam die Einladung zur Gerichtsverhandlung am 29.08.2018.

Bei Gericht wurde Adet immer wieder darauf hingewiesen, dass sie bei der Passbeschaffung nicht mitgewirkt hätte. Der Vorwurf:
Identitätsverschleierung, dadurch keine Integration in die deutsche
Rechtsordnung, dadurch kein Aufenthalt nach §25b.
Der Vorwurf, nicht in die deutsche Gesellschaft integriert zu sein, ist
nicht haltbar: Adet war nicht nur an ihrem Wohnort Bayreuth, sondern bundesweit im hohen Maß engagiert. Neben ihrer Mitarbeit bei „Bunt statt Braun“, hat sie in Bayreuth Bildungsveranstaltungen mitorganisiert und war im Nähcafé für Geflüchtete aktiv. Außerdem hat sie bundesweit rassismuskritische Bildungsarbeit bei glokal e.V. geleistet, an der Kiron Universität (Open Higher Education for Refugees, Berlin) Wirtschaft studiert und sich immer wieder bemüht, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen.
All das spielte beim Prozess KEINE Rolle.

Das Schöffengericht zog sich zur Beratung zurück, um kurz darauf zu
verkünden, dass dem Antrag auf Aufenthalt nach §25b NICHT stattgegeben
wird. Adet sowie ihre Kolleg*innen von „Bunt statt Braun“ waren
schockiert und planten, am Donnerstag, den 30.08.2018 mit der Caritas alles für
die Härtefallkommission vorzubereiten.
Doch als sie den Gerichtssaal verließen, standen vor der Tür bereits zwei
Polizeiautos sowie zwei Sicherheitsbeamte des Verwaltungsgerichts, mehrere
Polizisten und die drei Beamt*innen vom Ausländeramt Bayreuth-Stadt. Ein
Zivilbeamter forderte Immaculate Adet zum Mitkommen auf. Sofort
intervenierte ihre Anwältin und begleitete daraufhin ihre Mandantin. Anders
als im Asylrecht (wo die Ausstellung des Urteils ein paar Wochen dauert),
kann im hier angelegten Ausländerrecht SOFORT abgeschoben werden.


Ihren Freund*innen wurde von einem Polizisten zugesagt, sich verabschieden
zu können. Allerdings wurde Adet in das Gerichtsgebäude geführt und durch den Hinterausgang weggebracht. Als Begründung wurde den Freund*innen später mitgeteilt, dass sie ein Sicherheitsrisiko dargestellt hätten und sich die Polizei deshalb gegen eine Verabschiedung entschieden hätte. Adet wurde zu ihrer Unterkunft gebracht, wo ihr 10 Minuten gegeben wurden, um ihre Sachen zu packen. Als ihre Freund*innen die Unterkunft erreichten, sahen sie nur noch die Rücklichter des abfahrenden Polizeibusses. Eine Freundin und Mitglied des Vorstandes von „Bunt statt Braun“ hatte die Polizisten gebeten zu warten, doch der leitende Polizeibeamte lehnte ab.

*Wir fordern, dass Immaculate Adet freigelassen wird und einen
Aufenthaltstitel nach §25b AufenthG bekommt oder eine andere Art von Aufenthalt erhält*

Sollte dies nicht möglich sein, soll es ihr ermöglicht werden, die Härtefallkommission anzurufen 

Wir hoffen auf eure Unterstützung,

 



Heute: „Bunt statt Braun – gemeinsam stark für Flüchtlinge e.V.“ verlässt sich auf Sie

„Bunt statt Braun – gemeinsam stark für Flüchtlinge e.V.“ benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Frau : Stoppen Sie die Abschiebung von Adet”. Jetzt machen Sie „Bunt statt Braun – gemeinsam stark für Flüchtlinge e.V.“ und 24.282 Unterstützer/innen mit.