Wir fordern diskriminierungskritische Afrikawissenschaften an der HU Berlin

Wir fordern diskriminierungskritische Afrikawissenschaften an der HU Berlin

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BSU at HU hat diese Petition an Frau Prof. Dr. Kunst (Präsidentin der Humboldt-Universität) und gestartet.

(Falls ihr uns und unsere Projekte finanziell unterstützen wollt, spendet bitte in unseren Money-Pool https://paypal.me/pools/c/8Bjegu6e3W oder schreibt uns eine Nachricht https://bsuhu.wordpress.com. Nur so erhalten wir eure Spenden!)

Nachdem zahlreiche Beschwerden über die diskriminierenden Strukturen des Instituts für Asien- und Afrikawissenschaften (IAAW) der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und insbesondere über das Seminar für Afrikawissenschaften bei uns, der Black Student Union der HU, eingegangen sind, haben wir eine Umfrage gestartet. Die Ergebnisse dieser Umfrage waren so erschreckend, dass wir umgehend eine offene Beschwerdeschrift aufgesetzt haben. https://bsuhu.wordpress.com/2021/07/16/offener-beschwerdebrief/

Die Ergebnisse stellten heraus, dass viele Schwarze Studierende der Afrikawissenschaften sich gezwungen sahen, ihr Studium abzubrechen oder das Studienfach zu wechseln, weil sie die kolonial-rassistische Lehre nicht mehr aushalten wollten und ihre Beschwerden am Institut nicht ernstgenommen wurden. Es zeigte sich, dass viele Dozierende der Afrikawissenschaften keinen Wert auf diskriminierungssensible Sprache legen, rassistische Fremdbezeichnungen nutzen und sich, wie sie selbst sagen, noch nie mit Rassismus auseinandergesetzt haben. Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass die Humboldt-Universität an den kolonial-rassistischen Strukturen, die seit Implementierung des Studienfaches fortdauern, festhält.

Statt die geschichtliche Verstrickung der Afrikawissenschaften mit dem deutschen Kolonialismus, Imperialismus und Rassismus aufzuarbeiten, hat die HU nun beschlossen, das Studienfach aus dem gesamten Lehrplan zu streichen. Durch die Abschaffung der Afrikawissenschaften fördert die Humboldt-Universität ihren Eurozentrismus und erfüllt die kolonial-geschichtliche Stetigkeit, Afrika und Afrika-bezogene Themen, Wissenschaftler*innen und Forschungen an Bildungsinstitutionen zu verdrängen und unsichtbar zu machen.

Um die kolonial-rassistische Kontinuität der Humboldt-Universität zu durchbrechen, fordern die BSU und die Studierenden der Afrikawissenschaften von der Präsidentin der HU: Frau Prof. Dr. Kunst, von der Viezepräsidentin für Lehre und Studium: Frau Prof. Dr. Obergfell, von dem Prodekan für Studium und Lehre: Herr Prof. Dr. Kappel und von dem Seminar für Afrikawissenschaften:

❖    Einen Bachelor- und Masterstudiengang der Afrikawissenschaften, in dem Schwarze Perspektiven, Stimmen, Themen und Lehrende eine zentrale Rolle spielen, sodass fortan Schwarze afrikanische Literatur, Geschichte und Forschung am Institut und in der Lehre ein fester Bestandteil sind;

❖    Eine Mehrheit von Schwarzen Dozierenden in entscheidungstragenden Positionen und in Gremien;

❖    Eine Mehrheit von Schwarzen Dozierenden als festangestelltes Personal;

❖    Ein diverses Personal am IAAW und die Bevorzugung von mehrfach diskriminierten Personen bei Einstellungen;

❖    Ein öffentliches Anerkennen, dass Deutschland, sowie die Humboldt-Universität und das IAAW ein Problem mit strukturellem und institutionellem Rassismus hat;

❖    Stellungnahmen zu aktuellen Diskursen über Dekolonisierung und Anti-Rassismus;

❖    Die Entwicklung und Veröffentlichung eines rassismus- und diskriminierungskritischen Standards, welchem sich das Personal des Institut gegenüber verpflichten;

❖    Die Schaffung einer unabhängigen Beschwerdestelle für rassistische und diskriminierende Vorfälle, die mit geschultem und bezahltem Personal besetzt wird und betroffene Schwarze, indigene und People of Color vertritt, sowie auch über Mittel, um kolonial-rassistische Strukturen am Institut zu verändern, verfügt;

❖    Eine, in den Arbeitsverträgen der Mitarbeitenden festgeschriebene Verpflichtung, rassistische Diskriminierung an die oben genannte unabhängige Beschwerdestelle zu melden. Den Mitarbeitenden, die Meldung erstatten, wird garantiert, dass ihnen nicht aufgrund der eingereichten Beschwerde gekündigt wird. Sie erhalten, in Folge der eingereichten Meldung, einen Kündigungsschutz von einem Jahr;  

❖    Eine aktive rassismuskritische Auseinandersetzung mit und durch die Lehre von der Geschichte des Faches Afrikawissenschaften/ Afrikanistik und dem deutschen Kolonialismus, sowie Rassismus;

❖    Ein Aufbrechen und Entgegenwirken der heute noch sichtbaren und reproduzierten diskriminierenden Strukturen in den Afrikawissenschaften, die auf Kolonialismus, Imperialismus, Rassismus und Kapitalismus zurückzuführen sind;

❖    Die Verwendung von diskriminierungssensibler Sprache als Standard, darunter:

      ○    Die Verwendung von gendersensibler Sprache;

      ○    Die Verwendung der Selbstbezeichnungen von marginalisierten Gruppen;

❖    Dass jene Dozierende, die auf rassistische und diskriminierende Schriften in ihrer Lehre nicht verzichten wollen, dazu verpflichtet werden, die diskriminierenden Elemente dieser Texte rassismus- und diskriminierungskritisch zu benennen, zu erklären und zu dekonstruieren;

❖    Die Offenlegung der Hierarchien innerhalb des IAAW;

❖    Ein Budget für rassismus- und diskriminierungskritische Projekte am IAAW.

 

Liebe Black, indigenous und People of Color, haltet durch und leistet Widerstand!

Liebe weiße Allys, macht eure Freund:innen und Bekannten auf diese Petition aufmerksam und helft dabei mit, sie zu teilen!

Vielen Dank.

Eure BSU

 

Insta: @bsu_hu

Web: www.bsuhu.wordpress.com

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