Anhebung der Bewertung des Mathematikabiturs Baden-Württemberg 2020

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Das Mathematik Abitur 2020 in Baden-Württemberg war unverhältnismäßig schwer. Im Vergleich zu den letzten Jahren war der Wahlteil deutlich anspruchsvoller. Vor allem die zwei Analysis Wahlteile (A1 und A2) stehen in keinem Verhältnis zu den vergleichbaren Teilen der letzten Jahre!

Damit widerspricht die Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg, Frau Dr. Susanne Eisenmann, sich selbst: Zitat "Ob das jetzt die schwersten Prüfungen werden, 2020, das wage ich zu bezweifeln“ (Quelle: https://www.news4teachers.de/2020/03/nicht-die-schwersten-eisenmann-will-schuelern-bei-abschlusspruefungen-entgegenkommen/

Im Kontrast zu den letzten Jahren war das eindeutig der Fall!

Was wir genau kritisieren:

An Aufgabe Analysis A1
Aufgabe 1.1 Aufgabenteil b)
Dieser baute auf der zweiten Frage auf: „Bestimmen Sie einen Integralfreien Funktionsterm, der die Höhe zu einem beliebigen Zeitpunkt t angibt“
Wenn man diesen Aufgabenteil nicht geschafft hat, waren die weiteren 3 Aufgaben quasi unlösbar.
Aufgabe 1.2
In Aufgabenteil a) war zunächst eine Funktion mit Parameter gegeben, die man zu einem von 3 möglichen Schaubildern zuordnen sollte. Das war auch machbar, daran ist nichts zu kritisieren.
Aufgabenteil c) war dagegen viel zu komplex.
Die Aufgabe lautete: Da bildeten die Punkte O(0/0), Q(4a/-16a^4) und P(-4a/-16a^4) ein Dreieck und man sollte a der Funktion f(a) so bestimmen, dass das Dreieck gleichseitig ist. Zitat von mehreren Schülern: „Egal, wie man es versucht hat, egal, welche Seitenlängen man versucht hat gleichzusetzen, es kam nichts sinnvolles dabei heraus!“

Viele Schulen wählten die „Palmenaufgabe“, weil ihnen Aufgabe A2 noch schwerer erschien (ungefährer Wortlaut eines Mathelehrers nach der Prüfung: „Der Teil A2 war noch schwieriger als A1 schon war“)

Was wir an Aufgabe A2 kritisieren:

A2.1 ging über einen Skatepark. In der Anlage hatte man den Querschnitt dieser Skateanlage gegeben.
Teil a) musste man nur mit der Anlage lösen (Breite der Skaterinne)
In b) musste man das Volumen der ganzen Skateanlage bestimmen.                         Bis hierhin - alles okay und machbar.

A2.2 ist unser Kritikpunkt
a) ein variables Rechteck dreht sich um die y-Achse. Man muss beweisen, dass das Volumen des dadurch erzeugten Zylinders unabhängig von Variablen ist, zusätzlich musste man das Volumen berechnen
In b) war ein neuer Graph gegeben. Die Tangente eines Punktes auf dem Graph schließt mit den Schnittpunkten mit zwei Geraden ein gleichschenkliges Dreieck ein. Man soll den Punkt bestimmen
Aufgabenteil c): Einen weiteren Graph kann man mit zwei Faktoren strecken um den Graphen von Teil b) herauszubekommen. 

Hier möchten wir besonders Teil A2.2 a) kritisieren: Für die meisten Schüler hat sich diese Aufgabe nach einer Aufgabe mit Rotationskörper angehört. Dabei gibt es zwei Probleme:

1. Das Grundproblem: Im Leitfaden „Schriftliche Abiturprüfung Mathematik 2019 und 2020“ steht im Teil „Inhaltsbezogene Kompetenzen“ unter „Analysis“ ausdrücklich: „NICHT: Volumen von Rotationskörpern“
Wozu das geführt hat?

2. Zunächst im Schulalltag zu der Tatsache, dass viele Lehrer mit dem Wortlaut „Rotationskörper kommen sowieso nicht dran, das erspare ich euch“ das Thema komplett übersprungen haben.

3. Diese Tatsache hat in der Folge bei den mit der Aufgabe A2 konfrontiertem Schülern zu einer wirklichen Verunsicherung und gewissen Ratlosigkeit geführt!

Unser Fazit: Beide Aufgabenstellungen waren in ihrer Komplexität (besonders A1.1 b), A1.2 c), sowie A2.2 a) und b)) und der Anzahl der Aufgaben in der Kürze der vorgegebenen Zeit zu schwer und gleichzeitig deutlich schwerer als das vergleichbare Abitur 2019!

Angesichts der Situation rund um das Thema „Corona“ ist so ein großer Sprung im Aufgabenniveau vom Abitur 2019 zum Abitur 2020 nicht leistungsgerecht. Denn Schüler und Schülerinnen mussten viel einbüßen: Auf Lerngruppen und Abivorbereitungskurse verzichten, die Nachtteile eines rein digitalen Unterrichts erleben und mit einem weniger regen Austausch mit Lehrkräften  auskommen. Die Konsequenz dessen war es, vor allem mit Übungsaufgaben aus den letzten Abiklausuren zu rechen. Da diese in keinster Weise dem gleichen Niveau entsprechen, wie es in diesem Abitur verlangt war, konnte keine angemessene Vorbereitung auf das diesjährige Mathematik Abitur stattfinden. 

Außerdem widersprechen diese Aufgaben ausdrücklich den von Kultusministerin Eisenmann getätigten Aussagen (siehe oben)!

Deshalb fordern wir eine Anpassung des Notenspiegels für das Abitur oder eine andere entsprechende Anpassung der Ungleichheit beispielsweise durch einen Zusatzpunkt für alle auf die Endpunktzahl im Fach Mathematik.

Helft mit um für alle diesen Nachteil auszugleichen: Unterschreibt diese Petition, teilt sie mit anderen Abiturienten an eurer Schule, zB. in euren Stufengruppen auf WhatsApp! Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

Wichtig: Bitte nur SchülerInnen unterschreiben, die das Abi wirklich mitgeschrieben haben! Wir wollen eine Verfälschung vermeiden!

weitere Infos auf: https://twitter.com/Matheabi2020BW