Petition updateFracking gesetzlich verbieten – Ausgfrackt is!Gesetz ist Mogelpaket - Bitte schreiben Sie an Ihre Abgeordneten!

Sonja SchuhmacherWeiden, Germany

Jun 22, 2016
Liebe Unterstützer
wir sind mit dem leicht nachgebesserten Gesetz, das die Bundesregierung nun – im Schatten der Europameisterschaft! - vorlegt, nicht zufrieden. Deshalb noch einmal unsere Bitte: Schreiben Sie an Ihren Abgeordneten name.nachname@bundestag.de (z.B. uli.groetsch@bundestag.de für die Oberpfalz) und fordern Sie ein umfassendes Fracking-Verbot. Hier finden Sie Ihre Abgeordneten durch Eingabe Ihrer Postleitzahl:
http://www.abgeordnetenwatch.de/bundestag-825-0.html
Sie können dazu den unten mitgeschickten Offenen Brief von Gegen Gasbohren verwenden.
Hier einige Kritikpunkte:
- Das Gesetz tritt erst nach einer Übergangsfrist von einem halben Jahr in Kraft, in dieser Zeit können die Förderfirmen noch Anträge zur Erdgas- und Erdölförderung, auch Fracking, nach altem Bergrecht stellen und genehmigen lassen und damit die Zeit bis 2021 überbrücken.
- Die Unterscheidung zwischen „konventionellem“ und „unkonventionellem“ Fracking ist sachlich falsch und irreführend. Fracking bei konventionellen Lagerstätten, aus denen noch das Letzte herausgepresst werden soll, ist ebenso gefährlich und klimaschädlich wie das bisher noch nicht praktizierte Fracking von unkonventionellen Lagerstätten (Schiefergas und Schieferöl).
- Das Verpressen der giftigen Stoffe, die bei der Förderung zutage treten, bleibt weiterhin erlaubt. Das bringt Gefahren für die Anwohner und für das Grundwasser und kann Erdbeben auslösen.
- Im Falle von Gebäudeschäden durch Erdbeben, auch infolge von Probebohrungen, ist nicht die von uns geforderte Beweislastumkehr vorgesehen, sondern ein Schiedsverfahren, das für die Geschädigten schlechtere Aussichten bietet.
- Die Länder dürfen über Genehmigungen entscheiden, d.h. zum Beispiel Niedersachsen wird voraussichtlich genehmigen, NRW evtl. nach der nächsten Wahl.
- Die Erdölförderung, auch Fracking in Ölschiefer, ist im Gesetz gar nicht geregelt, das heißt, hier kann weiter nach Bergrecht gefördert werden, das uns so gut wie gar keinen Schutz bietet.
Herzliche Grüße und vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Sonja Schuhmacher
Offener Brief
22.06.2016
An die Abgeordneten des 18. Deutschen Bundestages in Berlin
Betreff:
Bundestagsentscheidung über die Fracking-Erlaubnisgesetze der Großen Koalition – neue wissenschaftliche Erkenntnisse, unter Mitarbeit des Helmholtz-Zentrums München, zeigen weitere Problemfelder auf.
Sehr geehrte Bundestagsabgeordnete, sehr geehrte Damen und Herren,
wir informieren Sie schon seit Jahren über Fakten, die uns zur Fracking-Förderung von Öl und Erdgas aus Nordamerika bekannt werden, damit Sie vernünftige Entscheidungen treffen können. Unser Team Gesundheit bearbeitet dabei schwerpunktmäßig die gesundheitlichen Aspekte der Öl- und Gasförderung, maßgeblich gestützt auf das sehr spezielle Wissen des Gemeinnützigen Netzwerkes für Umweltkranke GENUK e.V. , Hamburg.
Heute wenden wir uns erneut an Sie, weil neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen wurden, die zu einer noch kritischeren Bewertung der Fracking-Technik führen.
In den USA hat ein Zusammenschluss aus Fachleuten aus 6 Forschungseinrichtungen, darunter auch das Helmholtz-Zentrum München, die Rückflüsse an Flüssigkeiten aus gefrackten Gasbohrungen (Flowback) im Marcellus Shale mit modernsten Methoden analysiert. Dabei fanden sie unerwartete Umwandlungsprodukte aus Reaktionen während des Frackings, die nicht beabsichtigt und bis dato wohl auch nicht bekannt waren. Das Einbringen hoch oxidierender Chemikalien zusammen mit verzögert reagierenden Säuren und Komplexbildnern lässt den Schluss zu, dass bedeutende Umwandlungsprodukte entstehen können.
Halogenierte Methane und Azetone wurden identifiziert und als „unbeabsichtigte Nebenprodukte“ der Reaktionen in der Fracking-Zone eingestuft. Weitere mögliche gefährliche Substanzgruppen, die sich ebenfalls unbeabsichtigt bilden können, wurden wissenschaftlich erarbeitet, aber bisher noch nicht nachgewiesen: Monomere für die Polymerisation, Petroleum-Kohlenwasserstoffe, Amine und Quaternäre Verbunde und Nonylphenole (Störer des Hormonkreislaufes – auch in größter Verdünnung noch wirksam), die durch den Zerfall ethoxylierter Nonylphenole entstehen können.
Die amerikanischen und deutschen Wissenschaftler sehen in der genauen Kenntnis dieser bisher nicht weiter untersuchten Umwandlungsprodukte, die sich erst unter den Bedingungen beim Frack-Vorgang bilden können, den Schlüssel für die Risikobewertung des Gesamtkomplexes. Deshalb lehnen sie auch die bis heute geübte Praxis der Verschleierung der genauen Bestandteile der Frac-Fluids als „Geschäftsgeheimnis“ schärfstens ab. Ohne die vollständige Kenntnis aller eingebrachten Stoffe ist die Erarbeitung aller denkbaren Risiko-Bereiche für eventuelle Umwandlungen nicht möglich.
Hinzu kommen ja noch die größeren Gefährdungen aus den geogenen Bestandteilen der Lagerstätte, die mit nach oben gefördert werden. Unerwartete neue gebildete Stoffe können erheblich vergrößerte gesundheitliche Gefahren mit sich bringen – für die Mitarbeiter in den Anlagen, wie auch für die Anwohner – denn ein Teil dieser bisher als „möglich“ erarbeiteten Umwandlungsprodukte ist volatil und kann daher leicht emittiert werden. Die Aufarbeitung/Aufbereitung des Flowbacks kann extrem verteuert werden, weil nur noch die Umkehr-Osmose Aussichten auf Erfolg zu haben verspricht.
Es erstaunt schon, feststellen zu müssen, dass auch nach ca. 1,7 Mio gefrackter Bohrungen in den USA die vollständigen Abläufe beim Fracking noch nicht hinlänglich bekannt sind. Deshalb bitten wir Sie dringend, einer Fracking-Erlaubnis, wie die vorliegenden Entwürfe das vorsehen, nicht Ihre Zustimmung zu geben.
Erst wenn diese Stoffgruppen näher untersucht und bewertet worden sind, wird ein Überblick über das Gesamtrisiko dieser Technik möglich sein. Das bisher gewonnene Wissen begründet ein vorsorgliches Verbot.
Mit freundlichen Grüßen
Quelle: Environmental Science & Technology 2016, 50, 3290-3314
DOI:10.1021/acs.est.5b02818
www.gegen-gasbohren.de/wp-content/gegeuploads/2016/06/Off.-Brief-3-09.06.16-an-MdB-s-neue-Umwandlungsprodukte-beim-Fracking-entdeckt3.pdf
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