Freiheit für Foxi! - Gegen Jagdhundeausbildung an lebenden Füchsen

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Update: Foxi ist gerettet! Bitte unterstützt diese Petition trotzdem weiterhin so kräftig und erzählt Foxis Geschichte weiter, damit wir gemeinsam ein ganz deutliches Zeichen gegen diese grausame Jagdhundeausbildung an lebenden Füchsen setzen können - für all die anderen "Foxis", die in deutschen Schliefanlagen leiden! (s. Neuigkeiten vom 12.06.2018)

Freiheit für Foxi!

„Schliefenmeisterin“ will geretteten Fuchswelpen für die Jagdhundeabrichtung missbrauchen. Wir fordern die Herausgabe der jungen Füchsin aus der Schliefanlage an eine Wildauffangstation oder Pflegestelle, damit sie artgerecht aufgezogen und später fachgerecht ausgewildert werden kann.

Hintergrund

 Als Frau M.* am 25.05.2018 im Süden Brandenburgs einen stark geschwächten, offensichtlich hilfsbedürftigen Fuchswelpen am Straßenrand findet, ist für sie sofort klar, dass sie dem kleinen Fellbündel helfen will. Sie versorgt das Foxi getaufte Fuchsmädchen notdürftig. Dann greift sie zum Smartphone, um nach Hilfe zu suchen und wird bald an eine Jägerin in der Niederlausitz (Deutschland) verwiesen. „Als ich “Jäger“ gehört habe, hätte ich auf mein schlechtes Bauchgefühl hören sollen.“ beklagt Frau M., die sich im Tierschutz engagiert. In ihrer Not entschließt sie sich aber dazu, die Jägerin anzurufen.

Jägerin erschleicht sich Vertrauen der Finderin

Im Gespräch behauptet die Jägerin, kein Tierarzt würde sich um den Fuchs kümmern – was schlichtweg falsch ist, wie zahllose Gegenbeispiele belegen – und suggeriert, Foxi sei bei ihr in guten Händen. Frau M. ist zunächst erleichtert: „Ich bin davon ausgegangen, dass sie Foxi in ihrem Revier wieder auswildern wird.“ Doch was die Jägerin wirklich mit dem Füchslein vorhat, verschweigt sie, als sie das Tier kurz darauf an sich nimmt. „Für welche Zwecke sie Foxi nutzen will, hat sie mir erst später am Telefon gesagt.“ schildert M.. Die Jägerin will Foxi nach der Aufzucht nicht etwa wieder in die freie Natur entlassen, wie es verantwortungsvolle Wildauffangstationen tun. Vielmehr plant sie, Foxi für die Abrichtung von Jagdhunden in einer sogenannten Schliefanlage zu missbrauchen, denn sie ist als „Schliefenmeisterin“ beim Lausitzer Jagdgebrauchshundeverein tätig. Frau M. ist verunsichert und beginnt zu recherchieren:

Schliefanlagen: Guantanamo für Füchse

Schliefanlagen dienen dazu, Jagdhunde für die sogenannte Baujagd abzurichten. Dabei sollen "raubwildscharfe" Jagdhunde im Bau verharrende Füchse vor die Flinten der draußen wartenden Jäger treiben. Die Abrichtung der Hunde erfolgt an lebenden Füchsen, die in den Pausen zwischen den Einsätzen in Zwingern gehalten werden. Diese Haltung kann keineswegs als artgerecht angesehen werden, sondern stellt für die freiheitsliebenden, in freier Natur Reviere von durchschnittlich über 100 Hektar bewohnenden Tiere vielmehr eine lebenslange Tortur dar. Was Foxi bei der Hundeabrichtung selbst bevorsteht, ist indes noch weitaus grausamer: Wieder und wieder wird sie Angesicht zu Angesicht ihren Todfeinden Mensch und Jagdhund ausgesetzt sein und unter Todesangst vor dem Hund fliehen. Zwar sollen Schieber in dem künstlichen Tunnelsystem einer Schliefanlage den Kontakt zwischen Hund und Fuchs vermeiden und so zumindest die „Wiederverwendbarkeit“ der Füchse gewährleisten, doch das gelingt nicht immer. Aus jagdlicher Sicht ist dies bisweilen durchaus nicht unerwünscht, da nur so "der Fuchs (...) in seiner unmittelbaren Wehrhaftigkeit (...) kennengelernt wird", wie Jagdbuchautor Neumann schreibt. Wird der Fuchs nicht mehr gebraucht, wird er schließlich kurzerhand erschossen, erschlagen oder von den Jagdhunden zerfetzt.

Baujagd und Schliefanlagen: Andernorts bereits verboten

Schliefanlagen sind in anderen europäischen Ländern verboten, weil sie als äußerst grausam eingestuft werden. Aus Österreich und der Schweiz kommen viele Jäger daher nach Deutschland, um ihre Jagdhunde für die gnadenlose Hatz auf Meister Reineke “tauglich“ zu machen. Auch die Baujagd selbst steht aus Tierschutzgründen massiv in der Kritik: Ein Gutachten kommt etwa zu dem Schluss, dass sie als hochgradig tierquälerisch zu bezeichnen ist; der Schweizer Kanton Thurgau hat sie daher im Jahr 2017 verboten. Wie zahlreiche Studien dokumentieren, ist die Jagd auf Füchse grundsätzlich unsinnig.

Finderin fordert gemeinsam mit Tier- und Naturschutzverbänden Herausgabe des Welpen

Nun ist Frau M. klar: Sie will Foxi vor diesem schrecklichen Schicksal bewahren. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von mehr als sechzig deutschen Tier- und Naturschutzverbänden, fordert die Jägerin daher gemeinsam mit Frau M. nachdrücklich dazu auf, Foxi zur Aufzucht und Auswilderung unter kompetenter Aufsicht in einer Wildtierstation herauszugeben. „Ein scheues Wildtier lebenslang einsperren und zur Abrichtung von Jagdhunden einsetzen zu wollen zeugt für mich von großer Grausamkeit und Empathielosigkeit. Abgesehen davon ist es abscheulich, wie das Vertrauen der Finderin hier missbraucht wurde“, so Daniel Peller, einer der Initiatoren des Bündnisses.

Zwei Wochen lang haben er und Frau M. versucht, die Herausgabe des Fuchses in zahlreichen persönlichen Gesprächen zu erwirken. Peller, der außerdem ein bundesweites „Fuchshilfsnetz“ betreibt, hatte angeboten, Foxi zur fachgerechten Auswilderung in eine Wildauffangstation zu vermitteln. Frau M. hatte sogar bereits einen Förster vor Ort ausfindig gemacht, der bereit gewesen wäre den Fuchs mit einem etwa gleichaltrigen Artgenossen aufzuziehen und auszuwildern. Zwischenzeitlich hatte die Jägerin der Herausgabe sogar zugestimmt, dann jedoch den vereinbarten Übergabetermin am 8. Juni platzen lassen. Mit haarsträubenden Ausreden, die zudem von großer Unkenntnis im Hinblick auf die Auswilderung eines Jungfuchses zeugen,  hat die Schliefenmeisterin die Herausgabe von Foxi bis heute herausgezögert. In zunehmend aggressivem Ton hat sie immer wieder versucht, ihr Handeln zu verharmlosen und zu rechtfertigen. Schließlich drohte sie allerdings auch damit, den noch nicht selbstständig überlebensfähigen Jungfuchs einfach in die Freiheit zu entlassen, obwohl er höchstwahrscheinlich verhungern würde. In Nachrichten, die die Jägerin auf der Mobilfunk-Mailbox von Frau M. hinterließ, drohte sie schließlich sogar damit, die Hunde in das Fuchsgehege zu lassen, um die Füchsin zu töten – was ein klarer Verstoß gegen § 3 Satz 1 Nr. 7-8 des Tierschutzgesetzes wäre.

Frau M. hofft nun mit der Unterstützung des Aktionsbündnisses Fuchs sowie der Öffentlichkeit, die Jägerin dazu zu bewegen, Foxi doch noch in gute Hände abzugeben und appelliert an die Jägerin: „Sie haben sich um den Fuchs gekümmert und ihn vor dem Tod bewahrt. Bitte übergeben sie Foxi nun, wie es vereinbart war, an den Förster und ermöglichen ihr eine artgerechte Zukunft in Freiheit.“

Das Aktionsbündnis Fuchs wird den weiteren Verlauf des Falls genau verfolgen und berichten.

*) Auf ausdrücklichen Wunsch von “Frau M.“, nennen wir ihren vollen Namen nicht. Diese Maßnahme dient ihrem Schutz.



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