FORDERUNG NACH WIEDERGUTMACHUNG DER VERHÖHNUNG DER NAZIOPFER DURCH RUTENFESTABZEICHEN

Das Problem

Liebe Leser*innen dieser Zeilen,

im Jahre 2015 ließen sich weder die Stadtverwaltung noch die verantwortliche Rutenfestkommission (RFK) davon abhalten, das Gebäude der ehemaligen NSDAP-Zentrale als Motiv für das Festabzeichen des Heimatfestes  "Rutenfest" zu wählen. Ihre wirtschaftlichen Interessen wurden vor die der Opfer des Nationalsozialismus gestellt. In den Jahren 1937 - 45 residierten hier Männer und Frauen, die für die Ermordung vieler Patienten der "Heilanstalt Weissenau", die Zwangssterilisierung von Roma und Sinti und die Vertreibung und Verbringung der hier beheimateten Juden in die KZ und Ermordung (mit)verantwortlich war.

Erst Ende Januar 2017 wurde an dem Gebäude Seestrasse 32 durch die Stadtverwadltung medienwirksam eine kleine Erinnerungstafel angebracht. Allerdings hat die Stadt Ravensburg dies nicht freiwillig getan, sondern auf Druck von außen, und zwar von mehreren Stellen.

In meiner theologischen, seelsorgerlichen und psychologischen Ausbildung habe ich gelernt, dass es nur recht und billig ist, ein Vergehen auf der Ebene wieder gutzumachen, auf der es auch begangen wurde, ansonsten sei es keine Wiedergutmachung.

Deshalb reicht das kaum wahrnehmbare Schild an dem Gebäude Seestrasse 32 überhaupt nicht, zumal die Veranstaltung bei seiner Anbringung eine Farce war.

Ich fordere daher sowohl die Ravensburger Stadtverwaltung, als auch die RFK dazu auf, für das Jahr 2017 (es sind noch fast fünf Monate bis dahin) das Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen jüdischen Synagoge in der "Grüner-Turm-Strasse" (bis 1934 "Judenstrasse" !) zu wählen. Das ist genau die Ebene, die eine Wiedergutmachung fordert. 

In der Ravensburger "Grüner-Turm-Strasse", die im Mittelalter "Judengasse" und später "Judenstrasse" hieß und von den Nazis umbenannt wurde, stand dort, wo heute an der Ecke zur Rosmarinstrasse das rote Fachwerkbebäude steht (siehe Anlage), und in dem die anatolische Familie Bulut ihr Restaurant "Saray" betreibt, die jüdische Synagoge. An dem jetzigen Gebäude gibt es eine entsprechende Hinweistafel: "Mit der Vertreibung der jüdischen Bewohner im Jahr 1429 wurde auch die an diesem Ort überlieferte Synagoge zerstört. Der überaus tiefe Keller könnte auf eine Mikwe (jüdisches Reinigungsbad) hindeuten." -  Zwar ist es nicht das Originalgebäude, denn das wurde - und auch das ist eine traurige Wahrheit - schon weit vor der grausamen Naziherrschaft zerstört, was zeigt, dass Ravensburg schon seit Jahrhunderten judenfeindlich war. Doch es ist eben die Stelle, wo einst die Synagoge stand, und heute ein Symbol für absolut gelungene Integration einer muslimischen Familie in Deutschland! Wer den Mut hat, eine ehemalige NSDAP-Zentrale zum Fest-Abzeichen zu machen, sollte auch die Demut haben, es mit einer "Synagoge" gleich zu tun.

Daher bitte ich Sie, liebe Leser*innen, diese Eingabe zu zeichnen. Vielen Dank!

Mit guten Grüßen und einem Grüß Gott, Shalom und Salam

Stefan Weinert

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Stefan WeinertPetitionsstarter*in
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Das Problem

Liebe Leser*innen dieser Zeilen,

im Jahre 2015 ließen sich weder die Stadtverwaltung noch die verantwortliche Rutenfestkommission (RFK) davon abhalten, das Gebäude der ehemaligen NSDAP-Zentrale als Motiv für das Festabzeichen des Heimatfestes  "Rutenfest" zu wählen. Ihre wirtschaftlichen Interessen wurden vor die der Opfer des Nationalsozialismus gestellt. In den Jahren 1937 - 45 residierten hier Männer und Frauen, die für die Ermordung vieler Patienten der "Heilanstalt Weissenau", die Zwangssterilisierung von Roma und Sinti und die Vertreibung und Verbringung der hier beheimateten Juden in die KZ und Ermordung (mit)verantwortlich war.

Erst Ende Januar 2017 wurde an dem Gebäude Seestrasse 32 durch die Stadtverwadltung medienwirksam eine kleine Erinnerungstafel angebracht. Allerdings hat die Stadt Ravensburg dies nicht freiwillig getan, sondern auf Druck von außen, und zwar von mehreren Stellen.

In meiner theologischen, seelsorgerlichen und psychologischen Ausbildung habe ich gelernt, dass es nur recht und billig ist, ein Vergehen auf der Ebene wieder gutzumachen, auf der es auch begangen wurde, ansonsten sei es keine Wiedergutmachung.

Deshalb reicht das kaum wahrnehmbare Schild an dem Gebäude Seestrasse 32 überhaupt nicht, zumal die Veranstaltung bei seiner Anbringung eine Farce war.

Ich fordere daher sowohl die Ravensburger Stadtverwaltung, als auch die RFK dazu auf, für das Jahr 2017 (es sind noch fast fünf Monate bis dahin) das Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen jüdischen Synagoge in der "Grüner-Turm-Strasse" (bis 1934 "Judenstrasse" !) zu wählen. Das ist genau die Ebene, die eine Wiedergutmachung fordert. 

In der Ravensburger "Grüner-Turm-Strasse", die im Mittelalter "Judengasse" und später "Judenstrasse" hieß und von den Nazis umbenannt wurde, stand dort, wo heute an der Ecke zur Rosmarinstrasse das rote Fachwerkbebäude steht (siehe Anlage), und in dem die anatolische Familie Bulut ihr Restaurant "Saray" betreibt, die jüdische Synagoge. An dem jetzigen Gebäude gibt es eine entsprechende Hinweistafel: "Mit der Vertreibung der jüdischen Bewohner im Jahr 1429 wurde auch die an diesem Ort überlieferte Synagoge zerstört. Der überaus tiefe Keller könnte auf eine Mikwe (jüdisches Reinigungsbad) hindeuten." -  Zwar ist es nicht das Originalgebäude, denn das wurde - und auch das ist eine traurige Wahrheit - schon weit vor der grausamen Naziherrschaft zerstört, was zeigt, dass Ravensburg schon seit Jahrhunderten judenfeindlich war. Doch es ist eben die Stelle, wo einst die Synagoge stand, und heute ein Symbol für absolut gelungene Integration einer muslimischen Familie in Deutschland! Wer den Mut hat, eine ehemalige NSDAP-Zentrale zum Fest-Abzeichen zu machen, sollte auch die Demut haben, es mit einer "Synagoge" gleich zu tun.

Daher bitte ich Sie, liebe Leser*innen, diese Eingabe zu zeichnen. Vielen Dank!

Mit guten Grüßen und einem Grüß Gott, Shalom und Salam

Stefan Weinert

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Stefan WeinertPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Dr. Daniel Rapp
Oberbürgermeister Ravensburg
Rutenfestkommission Ravensburg
Rutenfestkommission Ravensburg
Gemeindeverwaltung Ravensburg
Gemeindeverwaltung Ravensburg

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