Faire Bezahlung für Manga- & Light-Novel-Übersetzende #fairwageperpage


Faire Bezahlung für Manga- & Light-Novel-Übersetzende #fairwageperpage
Das Problem
Offener Brief zur Honorarsituation der Manga- und Light-Novel-Übersetzenden im deutschsprachigen Raum
Liebe Manga- und Light-Novel-Fans,
liebe Unterstützende,
Tag für Tag bauen wir Übersetzenden Brücken zwischen Kulturen, doch unser eigenes Fundament bröckelt – und zwar gewaltig: Laut einer internen Umfrage können sich 57 Prozent der Befragten nicht vorstellen, langfristig unter den aktuellen Bedingungen weiterzuarbeiten.
Manga boomen wie nie zuvor. Allein in den letzten vier Jahren ist der Markt beinahe um das Dreifache gewachsen. Die wirtschaftlichen Erfolge der Verlage spiegeln sich jedoch nicht in den Honoraren von uns Übersetzenden wider, obwohl ohne uns kein einziger Titel in deutscher Sprache erscheinen könnte. Während sich Manga und Light Novels im deutschsprachigen Raum immer besser verkaufen, verdienen wir Übersetzenden pro Band mit jedem Jahr effektiv weniger. Unser Honorar fällt inflationsbereinigt bei einigen Verlagen sogar bis zu 30 Prozent niedriger aus als noch vor zehn Jahren.
Diese Entwicklung schadet unserer körperlichen und vor allem mentalen Gesundheit, gefährden unsere Existenz und hindert uns daran, die Zeit und die Hingabe aufzubringen, die die Texte verdienen. Damit einher gehen Überarbeitung, Burnout und/oder ein Leben am Existenzminimum sowie ein hohes Risiko, in Altersarmut zu fallen. Die marktüblichen Honorarsätze sind für Freiberufliche wirtschaftlich nicht tragbar und reichen nicht zum Leben. Uns Übersetzenden wird die trotz wiederholter Gesprächsgesuche nahezu kein Verhandlungsspielraum gewährt. Das empfinden wir als Ausdruck mangelnder Wertschätzung. Erfahrungsgemäß drohen uns bei Forderungen nach Honoraranpassungen, selbst nach langjähriger professioneller Übersetzungsleistung, der Verlust des Auftrags und in manchen Fällen sogar der vollständige Abbruch der Geschäftsbeziehung. Dass ausgerechnet Manga- und Light-Novel-Verlage dabei die Komplexität ihrer eigenen Produkte argumentativ bagatellisieren, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Die Geschäftspolitik der Verlage und die schlechten Arbeitsbedingungen für uns Übersetzende schaden nicht zuletzt auch den Endprodukten im Regal: den Manga und den Light Novels, für die Fans mit ihrem Geld bezahlen. Das muss sich ändern!
Daher fordern wir eine Erhöhung der Grundhonorare und die Abrechnung nach Normseiten gemäß dem Vertrag zwischen VdÜ und Börsenverein, einen regelmäßigen Inflationsausgleich sowie eine Staffelung der Honorare bei langjähriger Zusammenarbeit. Bei unverhältnismäßigem Mehraufwand müssen darüber hinaus Raum zur Nachverhandlung und/oder Recherchepauschalen bzw. Eilzuschläge gewährt werden. Aufgaben wie die Beschaffung und die Vorbereitung der Originaltexte (Einscannen, Nummerieren der Sprechblasen), die Glossarführung etc. dürfen nicht unbezahlt von uns angefordert werden, und wir verlangen faire Tantiemenregelungen mit einer Beteiligung ab dem ersten verkauften Exemplar ohne Verrechnung mit dem Basishonorar (in Anlehnung an die Gemeinsame Vergütungsregel des VdÜ; vgl. BGH-Urteile von 2009 und 2011).
Wir sind uns bewusst, dass die obigen Forderungen nicht von heute auf morgen umsetzbar sind. Wir sehen auch die Bestrebungen einzelner Verlage, bessere Bedingungen für Übersetzende zu schaffen, und wissen diese zu schätzen. Dennoch: Kaum ein deutschsprachiger Manga- oder Light-Novel-Verlag zahlt aktuell faire und unserer Leistung entsprechende Honorare. Verlage müssen wirtschaftlich handeln, um zu überleben. Dasselbe gilt auch für uns.
Die jetzige Situation ist weder tragbar noch nachhaltig. Wir laden die Verlage ein, mit uns in den Dialog zu treten, damit wir die deutschsprachige Leserschaft auch in Zukunft mit vielen fantastischen Manga und Light Novels versorgen können.
Eure Stimme zählt. Unterstützt uns auf Social Media, im Gespräch mit anderen Fans und Verlagen, in Manga- und Comicläden und auf Conventions.
Liebe Kolleg*innen, wenn ihr unseren Brief ebenfalls unterzeichnen wollt, schreibt an presse@literaturuebersetzer.de
Weitere Infos beim VdÜ.
#fairwageperpage

2.012
Das Problem
Offener Brief zur Honorarsituation der Manga- und Light-Novel-Übersetzenden im deutschsprachigen Raum
Liebe Manga- und Light-Novel-Fans,
liebe Unterstützende,
Tag für Tag bauen wir Übersetzenden Brücken zwischen Kulturen, doch unser eigenes Fundament bröckelt – und zwar gewaltig: Laut einer internen Umfrage können sich 57 Prozent der Befragten nicht vorstellen, langfristig unter den aktuellen Bedingungen weiterzuarbeiten.
Manga boomen wie nie zuvor. Allein in den letzten vier Jahren ist der Markt beinahe um das Dreifache gewachsen. Die wirtschaftlichen Erfolge der Verlage spiegeln sich jedoch nicht in den Honoraren von uns Übersetzenden wider, obwohl ohne uns kein einziger Titel in deutscher Sprache erscheinen könnte. Während sich Manga und Light Novels im deutschsprachigen Raum immer besser verkaufen, verdienen wir Übersetzenden pro Band mit jedem Jahr effektiv weniger. Unser Honorar fällt inflationsbereinigt bei einigen Verlagen sogar bis zu 30 Prozent niedriger aus als noch vor zehn Jahren.
Diese Entwicklung schadet unserer körperlichen und vor allem mentalen Gesundheit, gefährden unsere Existenz und hindert uns daran, die Zeit und die Hingabe aufzubringen, die die Texte verdienen. Damit einher gehen Überarbeitung, Burnout und/oder ein Leben am Existenzminimum sowie ein hohes Risiko, in Altersarmut zu fallen. Die marktüblichen Honorarsätze sind für Freiberufliche wirtschaftlich nicht tragbar und reichen nicht zum Leben. Uns Übersetzenden wird die trotz wiederholter Gesprächsgesuche nahezu kein Verhandlungsspielraum gewährt. Das empfinden wir als Ausdruck mangelnder Wertschätzung. Erfahrungsgemäß drohen uns bei Forderungen nach Honoraranpassungen, selbst nach langjähriger professioneller Übersetzungsleistung, der Verlust des Auftrags und in manchen Fällen sogar der vollständige Abbruch der Geschäftsbeziehung. Dass ausgerechnet Manga- und Light-Novel-Verlage dabei die Komplexität ihrer eigenen Produkte argumentativ bagatellisieren, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Die Geschäftspolitik der Verlage und die schlechten Arbeitsbedingungen für uns Übersetzende schaden nicht zuletzt auch den Endprodukten im Regal: den Manga und den Light Novels, für die Fans mit ihrem Geld bezahlen. Das muss sich ändern!
Daher fordern wir eine Erhöhung der Grundhonorare und die Abrechnung nach Normseiten gemäß dem Vertrag zwischen VdÜ und Börsenverein, einen regelmäßigen Inflationsausgleich sowie eine Staffelung der Honorare bei langjähriger Zusammenarbeit. Bei unverhältnismäßigem Mehraufwand müssen darüber hinaus Raum zur Nachverhandlung und/oder Recherchepauschalen bzw. Eilzuschläge gewährt werden. Aufgaben wie die Beschaffung und die Vorbereitung der Originaltexte (Einscannen, Nummerieren der Sprechblasen), die Glossarführung etc. dürfen nicht unbezahlt von uns angefordert werden, und wir verlangen faire Tantiemenregelungen mit einer Beteiligung ab dem ersten verkauften Exemplar ohne Verrechnung mit dem Basishonorar (in Anlehnung an die Gemeinsame Vergütungsregel des VdÜ; vgl. BGH-Urteile von 2009 und 2011).
Wir sind uns bewusst, dass die obigen Forderungen nicht von heute auf morgen umsetzbar sind. Wir sehen auch die Bestrebungen einzelner Verlage, bessere Bedingungen für Übersetzende zu schaffen, und wissen diese zu schätzen. Dennoch: Kaum ein deutschsprachiger Manga- oder Light-Novel-Verlag zahlt aktuell faire und unserer Leistung entsprechende Honorare. Verlage müssen wirtschaftlich handeln, um zu überleben. Dasselbe gilt auch für uns.
Die jetzige Situation ist weder tragbar noch nachhaltig. Wir laden die Verlage ein, mit uns in den Dialog zu treten, damit wir die deutschsprachige Leserschaft auch in Zukunft mit vielen fantastischen Manga und Light Novels versorgen können.
Eure Stimme zählt. Unterstützt uns auf Social Media, im Gespräch mit anderen Fans und Verlagen, in Manga- und Comicläden und auf Conventions.
Liebe Kolleg*innen, wenn ihr unseren Brief ebenfalls unterzeichnen wollt, schreibt an presse@literaturuebersetzer.de
Weitere Infos beim VdÜ.
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Die Entscheidungsträger*innen
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Petition am 8. Oktober 2024 erstellt