

Evidenzbasierte Zulassung psychedelika-unterstützter Psychotherapie. Der Weg aus der Krise


Evidenzbasierte Zulassung psychedelika-unterstützter Psychotherapie. Der Weg aus der Krise
Das Problem
Petition: Evidenzbasierte Zulassung statt ideologischer Stigmatisierung – Für die kontrollierte Freigabe psychedelika-unterstützter Psychotherapie in Deutschland
1. Präambel und unmissverständliche Distanzierung vom Begriff „Droge“
Die Unterzeichner dieser Petition fordern ausdrücklich keine Legalisierung von Psychedelika für den Freizeit- oder Genussmittelkonsum. Wir distanzieren uns entschieden von einer Verharmlosung dieser Substanzen als „Partydrogen“.
In einem unregulierten Umfeld birgt der Konsum unkalkulierbare psychische Risiken. Im medizinischen Kontext hingegen handelt es sich bei Wirkstoffen wie Psilocybin (der aktive Stoff aus bestimmten Pilzen) oder MDMA nicht um Rauschmittel, sondern um hochpotente, nicht-abhängig machende psychedelische Arzneimittel (Psychoplastogene).
Das aktuelle Betäubungsmittelgesetz (BtMG) stuft diese Substanzen in Anlage I als „nicht verkehrsfähig und nicht verschreibungsfähig“ ein. Diese Pauschalisierung basiert auf politischen Entscheidungen der 1970er-Jahre und ignoriert den aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft. Sie verwehrt schwerkranken Menschen eine wissenschaftlich fundierte Heilungschance.
2. Die Ausgangslage: Eine Krise der mentalen Gesundheit
Die psychische Belastung in unserer Gesellschaft nimmt rasant zu. Gleichzeitig stoßen konventionelle Behandlungsmethoden in der Psychiatrie und Psychotherapie zunehmend an ihre Grenzen. Millionen von Menschen leiden unter therapieresistenten Depressionen, schweren posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) oder existentiellen Ängsten am Lebensende. Für diese Patienten bieten klassische Antidepressiva und Standardtherapien oft keine dauerhafte Linderung. Die Folge sind chronisches Leid, Arbeitsunfähigkeit und eine enorme Belastung des Gesundheitssystems.
3. Aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisstand
Die neurobiologische Forschung zeigt, dass psychedelische Arzneimittel fundamentale Prozesse im Gehirn anstoßen, die herkömmliche Antidepressiva (wie SSRI) nicht leisten können:
Erhöhte Neuroplastizität: Studien belegen, dass die Substanzen die Ausschüttung von neurotrophen Faktoren (wie BDNF) anregen. Dadurch werden verkümmerte Nervenverbindungen im Gehirn neu gebildet.
Modulation des Default Mode Network (DMN): Das DMN – das neuronale Netzwerk, das bei depressiven Patienten für zwanghaftes Grübeln und starre, negative Gedankenkarusselle verantwortlich ist – wird während der Substanzgabe vorübergehend heruntergefahren. Das Gehirn verlässt eingefahrene Pfade; es entsteht ein Zustand erhöhter kognitiver Flexibilität.
Die Evidenz aus Deutschland:
Die im Frühjahr 2026 veröffentlichten Ergebnisse der deutschen EPIsoDE-Studie – durchgeführt vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim und der Charité Berlin – untermauern dies eindrucksvoll 🌐. Bei Patienten mit therapieresistenter Depression führte eine einmalige Gabe von 25 mg Psilocybin in Kombination mit Psychotherapie zu einer klinisch bedeutsamen, langanhaltenden Reduktion der Depressionssymptome 🌐. Das BfArM hat das enorme Potenzial erkannt und bereits das erste Arzneimittel-Härtefallprogramm („Compassionate Use“) für Psilocybin bewilligt 🌐. Dies beweist: Der medizinische Nutzen ist behördlich anerkannt, der Zugang für die breite Masse jedoch bürokratisch blockiert.
4. Detaillierte klinische Fallbeispiele (Modell-Szenarien)
Um die Notwendigkeit dieser Behandlungsform zu verdeutlichen, müssen wir den Blick auf die Schicksale hinter den Statistiken richten:
Fallbeispiel 1: Die chronische, therapieresistente Depression (Psilocybin-Therapie)Ausgangslage: Ein 42-jähriger Patient leidet seit zehn Jahren an schweren Depressionen. Er hat sieben verschiedene Antidepressiva, zwei stationäre Aufenthalte und mehrere Jahre Verhaltenstherapie ohne anhaltenden Erfolg hinter sich. Die Medikamente dämpfen seine Emotionen, lösen die tiefe innere Leere aber nicht auf. Er gilt als austherapiert.
Der psychedelische Ansatz: Im Rahmen einer kontrollierten Studie erhält er eingebettet in psychotherapeutische Vor- und Nachbereitung eine Dosis Psilocybin. Während der sechsstündigen Sitzung erfährt er einen sogenannten „emotionalen Durchbruch“: Er kann sich erstmals intensiv mit verdrängter Trauer auseinandersetzen, ohne von Angst überwältigt zu werden.
Ergebnis: In den Wochen danach berichtet der Patient von einer tiefen emotionalen Befreiung. Das Gehirn nutzt die Phase erhöhter Plastizität, um neue, gesunde Verhaltensmuster im Alltag zu verankern. Die Symptome gehen drastisch zurück.
Fallbeispiel 2: Schwere posttraumatische Belastungsstörung (MDMA-unterstützte Psychotherapie)Ausgangslage: Eine 35-jährige Überlebende von schwerer Kindheitsgewalt leidet unter PTBS. Jedes Mal, wenn sie in der Standardtherapie versucht, über das Trauma zu sprechen, reagiert ihr Körper mit Panikattacken und Dissoziation (innerer Abwesenheit). Das Gehirn blockiert den therapeutischen Zugriff zum Schutz vor Retraumatisierung.
Der psychedelische Ansatz: Die kontrollierte Gabe von medizinischem MDMA senkt die Aktivität der Amygdala (das Angstzentrum im Gehirn) drastisch und schüttet Oxytocin (das Bindungs- und Vertrauenshormon) aus. Die Patientin befindet sich in einem Zustand tiefer innerer Sicherheit.
Ergebnis: Sie ist erstmals in der Lage, das traumatische Ereignis im Gespräch mit den Therapeuten im Detail zu betrachten, ohne dass eine Panikreaktion getriggert wird. Das Trauma kann im Gehirn emotional neu bewertet und erfolgreich integriert werden – die Flashbacks im Alltag hören auf.
5. Das Sicherheits- und Anwendungsdesign (Die "Set und Setting"-Garantie)
Die Wirksamkeit dieser Arzneimittel ist untrennbar an ein strikte klinische Rahmenbedingungen geknüpft. Eine Freigabe darf ausschließlich unter folgenden Voraussetzungen erfolgen:
Kein Take-Home-Medikament: Die Substanzen werden niemals an Patienten zur Heimanwendung ausgehändigt. Sie verbleiben unter Verschluss in der Klinik oder Praxis.
Die Triade der Behandlung:Vorbereitung: Intensive psychotherapeutische Sitzungen zur Beziehungsbildung und Stabilitätsprüfung.
Die Substanzsitzung: Eine 6- bis 8-stündige Sitzung, permanent begleitet von einem qualifizierten, approbierten Therapeuten-Duo im geschützten Raum.
Integration: Nachbereitungssitzungen, um das Erlebte therapeutisch aufzuarbeiten und in den Alltag zu übertragen.
Ausschluss von Risikogruppen: Patienten mit familiären Vorbelastungen für Psychosen oder Schizophrenie werden durch standardisierte Screenings im Vorfeld konsequent ausgeschlossen, um maximale Patientensicherheit zu gewährleisten.
6. Der ökonomische Hebel: Massive Entlastung des Gesundheitssystems und der Volkswirtschaft
Die Krise der mentalen Gesundheit ist längst nicht mehr nur ein medizinisches, sondern ein massives volkswirtschaftliches Problem. Psychische Erkrankungen sind in Deutschland mittlerweile der häufigste Grund für krankheitsbedingte Frühverrentungen und verursachen die längsten Ausfallzeiten im Beruf.
Im Gegensatz zu klassischen Antidepressiva, die oft über Jahrzehnte täglich eingenommen werden müssen und die Symptome meist nur dämpfen, ist die psychedelika-unterstützte Psychotherapie als Kurzzeitintervention mit Langzeitwirkung konzipiert. Dies führt zu einer drastischen Reduktion von Folgekosten.
Volkswirtschaftliche Beispielrechnung (Fokus: Chronisch Kranke)
Die Ausgangslage (Ist-Zustand): Ein einzelner Patient mit einer chronischen, therapieresistenten Depression verursacht durch wiederholte monatelange Krankschreibungen, stationäre Klinikaufenthalte (ca. 400 bis 600 Euro pro Tag) und Dauermedikation durchschnittliche Kosten von ca. 25.000 bis 40.000 Euro pro Jahr.
Kosten der psychedelika-unterstützten Therapie (Investition): Eine vollständige Therapiesequenz (inklusive intensiver Vorbereitung, einer 8-stündigen Substanzsitzung mit zwei Therapeuten und mehreren Integrationssitzungen) kostet einmalig ca. 4.000 bis 6.000 Euro.
Das Einsparpotenzial bei 50.000 Patienten: Gehen wir konservativ davon aus, dass pro Jahr zunächst nur 50.000 chronisch kranke Patienten erfolgreich behandelt werden, bei denen herkömmliche Verfahren versagt haben. Wenn diese Menschen dank des anhaltenden Heilerfolgs keine wiederholten Klinikaufenthalte und Jahrestherapien mehr benötigen, spart das Gesundheitssystem (bei angenommenen 30.000 Euro Kosten pro chronischem Fall minus 5.000 Euro Therapiekosten) 1,25 Milliarden Euro – und das allein im ersten Jahr nach der Genesung.
Makroökonomisches Szenario: Vollständige Systemtransformation bei flächendeckender Anwendung
Um die Dimensionen für die gesamte Bundesrepublik zu erfassen, betrachten wir die offiziellen Gesamtzahlen der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und des Bundesgesundheitsministeriums:
Der Gesamtschaden: In Deutschland leiden jährlich rund 17,8 Millionen Menschen an einer psychischen Erkrankung. Der jährliche Gesamtschaden (direkte Krankheitskosten plus indirekte Kosten durch Produktionsausfälle und Frühverrentungen) liegt bei rund 84 Milliarden Euro.
Kosten bei flächendeckender Einführung: Die internationale Forschung zeigt, dass rund 30 % der Patienten als therapieresistent gelten – das betrifft rund 5,3 Millionen Menschen in Deutschland. Würde man diesen schwerkranken Menschen eine strukturierte, substanzgestützte Therapie (Einmalkosten von ca. 5.000 Euro pro Patient) ermöglichen, entspräche dies einer einmaligen Investition von 26,5 Milliarden Euro.
Die langfristige Rendite für die Gesellschaft: Klinische Langzeitstudien zeigen bei diesem Verfahren dauerhafte Genesungs- bzw. Remissionsraten von rund 60 %. Das bedeutet, dass 3,18 Millionen Menschen dauerhaft geheilt werden könnten. Fällt für diese Menschen die durchschnittliche jährliche Belastung für das Gesundheitssystem (ca. 10.000 Euro pro chronischem Fall) weg, spart die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 31,8 Milliarden Euro – und zwar Jahr für Jahr. Die einmalige Investition von 26,5 Milliarden Euro hätte sich also bereits nach weniger als 10 Monaten vollständig amortisiert. Kehren diese Personen zudem voll in den Arbeitsprozess zurück, reduziert sich der volkswirtschaftliche Schaden durch Produktionsausfall um weitere 15,9 Milliarden Euro jährlich.
7. Unsere konkreten Forderungen an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages:
Streichung aus Anlage I des BtMG: Überführung von Psilocybin und MDMA in die Anlage II oder III des BtMG, um die rechtliche Grundlage für eine kontrollierte, ärztliche Verschreibung im Rahmen spezialisierter Therapieverfahren zu schaffen.
Zertifizierung von Fachpersonal: Etablierung staatlich anerkannter, medizinisch-psychotherapeutischer Zusatzqualifikationen für substanzunterstützte Psychotherapie (PAT).
Infrastruktur für Härtefälle: Unbürokratische Ausweitung bestehender Arzneimittel-Härtefallprogramme an Universitätskliniken 🌐, bis ein reguläres Zulassungsverfahren abgeschlossen ist, um das Leiden austherapierter Patienten sofort zu beenden.
Wissenschaftliche Evidenz, ökonomische Vernunft und das Recht auf bestmögliche medizinische Versorgung müssen schwerer wiegen als ideologische Stigmata der Vergangenheit. Unterschreiben Sie diese Petition für eine moderne, menschliche und wirksame Psychotherapie!

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Das Problem
Petition: Evidenzbasierte Zulassung statt ideologischer Stigmatisierung – Für die kontrollierte Freigabe psychedelika-unterstützter Psychotherapie in Deutschland
1. Präambel und unmissverständliche Distanzierung vom Begriff „Droge“
Die Unterzeichner dieser Petition fordern ausdrücklich keine Legalisierung von Psychedelika für den Freizeit- oder Genussmittelkonsum. Wir distanzieren uns entschieden von einer Verharmlosung dieser Substanzen als „Partydrogen“.
In einem unregulierten Umfeld birgt der Konsum unkalkulierbare psychische Risiken. Im medizinischen Kontext hingegen handelt es sich bei Wirkstoffen wie Psilocybin (der aktive Stoff aus bestimmten Pilzen) oder MDMA nicht um Rauschmittel, sondern um hochpotente, nicht-abhängig machende psychedelische Arzneimittel (Psychoplastogene).
Das aktuelle Betäubungsmittelgesetz (BtMG) stuft diese Substanzen in Anlage I als „nicht verkehrsfähig und nicht verschreibungsfähig“ ein. Diese Pauschalisierung basiert auf politischen Entscheidungen der 1970er-Jahre und ignoriert den aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft. Sie verwehrt schwerkranken Menschen eine wissenschaftlich fundierte Heilungschance.
2. Die Ausgangslage: Eine Krise der mentalen Gesundheit
Die psychische Belastung in unserer Gesellschaft nimmt rasant zu. Gleichzeitig stoßen konventionelle Behandlungsmethoden in der Psychiatrie und Psychotherapie zunehmend an ihre Grenzen. Millionen von Menschen leiden unter therapieresistenten Depressionen, schweren posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) oder existentiellen Ängsten am Lebensende. Für diese Patienten bieten klassische Antidepressiva und Standardtherapien oft keine dauerhafte Linderung. Die Folge sind chronisches Leid, Arbeitsunfähigkeit und eine enorme Belastung des Gesundheitssystems.
3. Aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisstand
Die neurobiologische Forschung zeigt, dass psychedelische Arzneimittel fundamentale Prozesse im Gehirn anstoßen, die herkömmliche Antidepressiva (wie SSRI) nicht leisten können:
Erhöhte Neuroplastizität: Studien belegen, dass die Substanzen die Ausschüttung von neurotrophen Faktoren (wie BDNF) anregen. Dadurch werden verkümmerte Nervenverbindungen im Gehirn neu gebildet.
Modulation des Default Mode Network (DMN): Das DMN – das neuronale Netzwerk, das bei depressiven Patienten für zwanghaftes Grübeln und starre, negative Gedankenkarusselle verantwortlich ist – wird während der Substanzgabe vorübergehend heruntergefahren. Das Gehirn verlässt eingefahrene Pfade; es entsteht ein Zustand erhöhter kognitiver Flexibilität.
Die Evidenz aus Deutschland:
Die im Frühjahr 2026 veröffentlichten Ergebnisse der deutschen EPIsoDE-Studie – durchgeführt vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim und der Charité Berlin – untermauern dies eindrucksvoll 🌐. Bei Patienten mit therapieresistenter Depression führte eine einmalige Gabe von 25 mg Psilocybin in Kombination mit Psychotherapie zu einer klinisch bedeutsamen, langanhaltenden Reduktion der Depressionssymptome 🌐. Das BfArM hat das enorme Potenzial erkannt und bereits das erste Arzneimittel-Härtefallprogramm („Compassionate Use“) für Psilocybin bewilligt 🌐. Dies beweist: Der medizinische Nutzen ist behördlich anerkannt, der Zugang für die breite Masse jedoch bürokratisch blockiert.
4. Detaillierte klinische Fallbeispiele (Modell-Szenarien)
Um die Notwendigkeit dieser Behandlungsform zu verdeutlichen, müssen wir den Blick auf die Schicksale hinter den Statistiken richten:
Fallbeispiel 1: Die chronische, therapieresistente Depression (Psilocybin-Therapie)Ausgangslage: Ein 42-jähriger Patient leidet seit zehn Jahren an schweren Depressionen. Er hat sieben verschiedene Antidepressiva, zwei stationäre Aufenthalte und mehrere Jahre Verhaltenstherapie ohne anhaltenden Erfolg hinter sich. Die Medikamente dämpfen seine Emotionen, lösen die tiefe innere Leere aber nicht auf. Er gilt als austherapiert.
Der psychedelische Ansatz: Im Rahmen einer kontrollierten Studie erhält er eingebettet in psychotherapeutische Vor- und Nachbereitung eine Dosis Psilocybin. Während der sechsstündigen Sitzung erfährt er einen sogenannten „emotionalen Durchbruch“: Er kann sich erstmals intensiv mit verdrängter Trauer auseinandersetzen, ohne von Angst überwältigt zu werden.
Ergebnis: In den Wochen danach berichtet der Patient von einer tiefen emotionalen Befreiung. Das Gehirn nutzt die Phase erhöhter Plastizität, um neue, gesunde Verhaltensmuster im Alltag zu verankern. Die Symptome gehen drastisch zurück.
Fallbeispiel 2: Schwere posttraumatische Belastungsstörung (MDMA-unterstützte Psychotherapie)Ausgangslage: Eine 35-jährige Überlebende von schwerer Kindheitsgewalt leidet unter PTBS. Jedes Mal, wenn sie in der Standardtherapie versucht, über das Trauma zu sprechen, reagiert ihr Körper mit Panikattacken und Dissoziation (innerer Abwesenheit). Das Gehirn blockiert den therapeutischen Zugriff zum Schutz vor Retraumatisierung.
Der psychedelische Ansatz: Die kontrollierte Gabe von medizinischem MDMA senkt die Aktivität der Amygdala (das Angstzentrum im Gehirn) drastisch und schüttet Oxytocin (das Bindungs- und Vertrauenshormon) aus. Die Patientin befindet sich in einem Zustand tiefer innerer Sicherheit.
Ergebnis: Sie ist erstmals in der Lage, das traumatische Ereignis im Gespräch mit den Therapeuten im Detail zu betrachten, ohne dass eine Panikreaktion getriggert wird. Das Trauma kann im Gehirn emotional neu bewertet und erfolgreich integriert werden – die Flashbacks im Alltag hören auf.
5. Das Sicherheits- und Anwendungsdesign (Die "Set und Setting"-Garantie)
Die Wirksamkeit dieser Arzneimittel ist untrennbar an ein strikte klinische Rahmenbedingungen geknüpft. Eine Freigabe darf ausschließlich unter folgenden Voraussetzungen erfolgen:
Kein Take-Home-Medikament: Die Substanzen werden niemals an Patienten zur Heimanwendung ausgehändigt. Sie verbleiben unter Verschluss in der Klinik oder Praxis.
Die Triade der Behandlung:Vorbereitung: Intensive psychotherapeutische Sitzungen zur Beziehungsbildung und Stabilitätsprüfung.
Die Substanzsitzung: Eine 6- bis 8-stündige Sitzung, permanent begleitet von einem qualifizierten, approbierten Therapeuten-Duo im geschützten Raum.
Integration: Nachbereitungssitzungen, um das Erlebte therapeutisch aufzuarbeiten und in den Alltag zu übertragen.
Ausschluss von Risikogruppen: Patienten mit familiären Vorbelastungen für Psychosen oder Schizophrenie werden durch standardisierte Screenings im Vorfeld konsequent ausgeschlossen, um maximale Patientensicherheit zu gewährleisten.
6. Der ökonomische Hebel: Massive Entlastung des Gesundheitssystems und der Volkswirtschaft
Die Krise der mentalen Gesundheit ist längst nicht mehr nur ein medizinisches, sondern ein massives volkswirtschaftliches Problem. Psychische Erkrankungen sind in Deutschland mittlerweile der häufigste Grund für krankheitsbedingte Frühverrentungen und verursachen die längsten Ausfallzeiten im Beruf.
Im Gegensatz zu klassischen Antidepressiva, die oft über Jahrzehnte täglich eingenommen werden müssen und die Symptome meist nur dämpfen, ist die psychedelika-unterstützte Psychotherapie als Kurzzeitintervention mit Langzeitwirkung konzipiert. Dies führt zu einer drastischen Reduktion von Folgekosten.
Volkswirtschaftliche Beispielrechnung (Fokus: Chronisch Kranke)
Die Ausgangslage (Ist-Zustand): Ein einzelner Patient mit einer chronischen, therapieresistenten Depression verursacht durch wiederholte monatelange Krankschreibungen, stationäre Klinikaufenthalte (ca. 400 bis 600 Euro pro Tag) und Dauermedikation durchschnittliche Kosten von ca. 25.000 bis 40.000 Euro pro Jahr.
Kosten der psychedelika-unterstützten Therapie (Investition): Eine vollständige Therapiesequenz (inklusive intensiver Vorbereitung, einer 8-stündigen Substanzsitzung mit zwei Therapeuten und mehreren Integrationssitzungen) kostet einmalig ca. 4.000 bis 6.000 Euro.
Das Einsparpotenzial bei 50.000 Patienten: Gehen wir konservativ davon aus, dass pro Jahr zunächst nur 50.000 chronisch kranke Patienten erfolgreich behandelt werden, bei denen herkömmliche Verfahren versagt haben. Wenn diese Menschen dank des anhaltenden Heilerfolgs keine wiederholten Klinikaufenthalte und Jahrestherapien mehr benötigen, spart das Gesundheitssystem (bei angenommenen 30.000 Euro Kosten pro chronischem Fall minus 5.000 Euro Therapiekosten) 1,25 Milliarden Euro – und das allein im ersten Jahr nach der Genesung.
Makroökonomisches Szenario: Vollständige Systemtransformation bei flächendeckender Anwendung
Um die Dimensionen für die gesamte Bundesrepublik zu erfassen, betrachten wir die offiziellen Gesamtzahlen der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und des Bundesgesundheitsministeriums:
Der Gesamtschaden: In Deutschland leiden jährlich rund 17,8 Millionen Menschen an einer psychischen Erkrankung. Der jährliche Gesamtschaden (direkte Krankheitskosten plus indirekte Kosten durch Produktionsausfälle und Frühverrentungen) liegt bei rund 84 Milliarden Euro.
Kosten bei flächendeckender Einführung: Die internationale Forschung zeigt, dass rund 30 % der Patienten als therapieresistent gelten – das betrifft rund 5,3 Millionen Menschen in Deutschland. Würde man diesen schwerkranken Menschen eine strukturierte, substanzgestützte Therapie (Einmalkosten von ca. 5.000 Euro pro Patient) ermöglichen, entspräche dies einer einmaligen Investition von 26,5 Milliarden Euro.
Die langfristige Rendite für die Gesellschaft: Klinische Langzeitstudien zeigen bei diesem Verfahren dauerhafte Genesungs- bzw. Remissionsraten von rund 60 %. Das bedeutet, dass 3,18 Millionen Menschen dauerhaft geheilt werden könnten. Fällt für diese Menschen die durchschnittliche jährliche Belastung für das Gesundheitssystem (ca. 10.000 Euro pro chronischem Fall) weg, spart die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 31,8 Milliarden Euro – und zwar Jahr für Jahr. Die einmalige Investition von 26,5 Milliarden Euro hätte sich also bereits nach weniger als 10 Monaten vollständig amortisiert. Kehren diese Personen zudem voll in den Arbeitsprozess zurück, reduziert sich der volkswirtschaftliche Schaden durch Produktionsausfall um weitere 15,9 Milliarden Euro jährlich.
7. Unsere konkreten Forderungen an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages:
Streichung aus Anlage I des BtMG: Überführung von Psilocybin und MDMA in die Anlage II oder III des BtMG, um die rechtliche Grundlage für eine kontrollierte, ärztliche Verschreibung im Rahmen spezialisierter Therapieverfahren zu schaffen.
Zertifizierung von Fachpersonal: Etablierung staatlich anerkannter, medizinisch-psychotherapeutischer Zusatzqualifikationen für substanzunterstützte Psychotherapie (PAT).
Infrastruktur für Härtefälle: Unbürokratische Ausweitung bestehender Arzneimittel-Härtefallprogramme an Universitätskliniken 🌐, bis ein reguläres Zulassungsverfahren abgeschlossen ist, um das Leiden austherapierter Patienten sofort zu beenden.
Wissenschaftliche Evidenz, ökonomische Vernunft und das Recht auf bestmögliche medizinische Versorgung müssen schwerer wiegen als ideologische Stigmata der Vergangenheit. Unterschreiben Sie diese Petition für eine moderne, menschliche und wirksame Psychotherapie!

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Petition am 20. Mai 2026 erstellt