Ernährungsgerechtigkeit jetzt – Kommunale Stadtteilküchen für Frankfurt!

Ernährungsgerechtigkeit jetzt – Kommunale Stadtteilküchen für Frankfurt!

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Bettina Brokmeier und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Vor genau zehn Jahren, am 15.10.2015, unterzeichnete die Stadt Frankfurt am Main gemeinsam mit vielen anderen Metropolen weltweit den Milan Urban Food Policy Pact[i]. Frankfurt verpflichtete sich damit, „nachhaltige Ernährungssysteme zu etablieren, die inklusiv, widerstandsfähig, sicher und vielfältig“ sind.

Seitdem haben sich weltweit die Bedingungen für Ernährungsgerechtigkeit verschlechtert: Die gestiegenen Energiekosten und die klimabedingte Knappheit bestimmter Rohstoffe hinterlassen bereits deutliche Spuren in unserer Ernährung. Lebensmittel sind heute im Durchschnitt rund 30 Prozent teurer als noch 2021.

In Frankfurt am Main gilt trotz des sichtbaren Wohlstands der Stadt über ein Fünftel der Bevölkerung als armutsgefährdet, bei Kindern sogar rund ein Viertel. Laut einer Studie von Eurostat vom August 2025 sind in der gesamten Bundesrepublik über elf Prozent der Menschen „zu arm“ für eine gute Ernährung.

Es braucht eine öffentliche Ernährungsinfrastruktur, um den multiplen Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Denn: So wie es öffentliche Stadtbibliotheken und Schwimmbäder gibt, sollte Ernährung zur kommunalen Daseinsvorsorge gehören.

Unsere Forderungen
Wir – ein Zusammenschluss von Einzelakteuren, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Institutionen aus dem Bereich der Ernährungswende und des Klimaschutzes – fordern als Bestandteil der städtischen Infrastruktur:

  • Kommunale Stadtteilküchen für alle – in allen Frankfurter Ortsbezirken
  • Zuverlässige Förderung und Ergänzung existierender, meist ehrenamtlich betriebener Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, um ein flächendeckendes Angebot zu schaffen
  • Bereitstellung leerstehender Immobilien in städtischem Besitz für ehrenamtlich getragene Nachbarschaftsküchen
  • Weitere Investitionen in Schul-, Kita- und Hortküchen sowie die Rekommunalisierung der Schulverpflegung

Warum das jetzt notwendig ist
In Deutschland sind 85 Prozent des gesamten Agrar- und Lebensmittelmarktes auf vier Konzerne – Edeka, die Schwarz-Gruppe, Rewe und Aldi – verteilt. Ein kommunal gesteuertes Ernährungssystem könnte dieses Monopol aufbrechen, regionale Wertschöpfungsketten stärken und unsere Kommune resilienter und nachhaltiger machen.

Darüber hinaus schaffen Stadtteilküchen Orte der Begegnung: Sie bringen Menschen unterschiedlicher Lebenssituationen, Herkunft und Altersgruppen zusammen. Damit wirken sie materiellen und sozialen Herausforderungen wie Einsamkeit und gesellschaftlicher Polarisierung entgegen.

Die neuen Frankfurter Stadtteilküchen sollten professionell durch einen Eigenbetrieb der Stadt unterhalten werden und mit einem hohen Anteil regionaler und biologischer Lebensmittel produzieren. Die Mahlzeiten sollten kostendeckend subventioniert und nur mit einem symbolischen Preis belegt werden, sodass Haushalte real entlastet werden.

Unser Appell an die Stadt Frankfurt
Zehn Jahre nach der Selbstverpflichtung durch den Milan Urban Food Policy Pact ist es an der Zeit, dass die Stadt Frankfurt mit der Gründung von Stadtteilküchen eine strategische Antwort auf urbane Ernährungsgerechtigkeit gibt.

Wir sitzen alle an einem Tisch – aber dieser ist weder für alle gleich noch besonders nachhaltig gedeckt.

 

Mitverfasser*innen

  • Andpartnersincrime
  •  Anna Verwey, Institut für Humangeographie Goethe-Universität Frankfurt
  • Christians4Future, Ortsgruppe Rhein-Main
  • Eine Stadt für alle! Frankfurt
  • Ernährungsrat Frankfurt
  • Felix Bröcker, Mitinitiator Mensa von Morge
  • Food that’s left
  • Initiative für eine Stadtviertel-Küche im Riederwald
  • Leon Joskowitz, Koch und Philosoph
  • Prof. Dr. Dominik Gager, Professor für Nachhaltigkeitstransformation Hochschule Darmstadt
  • transit e.V. - Verein für sozial-ökologische Transformation und Klimakommunikation
  • Verein zur Förderung von Klimagerechtigkeit e.V.

Erstunterzeichner*innen

  • ada_kantine
  • Café Prekarissimo - AG für Gesellschaftliche Teilhabe, gegen Armut und Stigmatisierung - Partei Die Linke Frankfurt
  • CollectivoAfroBras- Frankfurt 
  • Entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen e.V. 
  • Fridays for Future Frankfurt am Main
  • FoodCoop KlaaKarott 
  • Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe Frankfurt 
  • GemüseBande Frankfurt GbR
  • Greenpeace Frankfurt
  • Initiativgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Rhein-Main
  • Initiative Grünzug Eckenheim
  • Kampagnen AG Stadtteilküche - Partei Die Linke Frankfurt
  • Klimaattac, Attac Frankfurt
  • Klimaentscheid Frankfurt
  • Klimaschutz Initiative Riedberg e.V.
  •  Koala Kollektiv
  • Lucie Nienburg, Ikonomo
  • Naturfreunde Frankfurt 
  • Offenes Haus der Kulturen e.V.
  • People for Future Frankfurt am Main
  • ShoutOutLoud – Changing the World Step by Step e.V.
  • Simone Beege, Kaleidoskop
  • Solidarisches Gallus
  • Stephanie Dietmann, aufmerksam-Bildungshabitate
  • Susanne Stimpert, Sue’s kitchen
  • Thomas Friemel, Freitagsküche Frankfurt
  • Tortuga Eschersheim e. V.
  • Transition Town Frankfurt/Main e. V.
  • turtuga - changemaker community 
  • Umwelt-Exploratorium e.V.

 

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Aktuelle Unterzeichner*innen:
Bettina Brokmeier und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Vor genau zehn Jahren, am 15.10.2015, unterzeichnete die Stadt Frankfurt am Main gemeinsam mit vielen anderen Metropolen weltweit den Milan Urban Food Policy Pact[i]. Frankfurt verpflichtete sich damit, „nachhaltige Ernährungssysteme zu etablieren, die inklusiv, widerstandsfähig, sicher und vielfältig“ sind.

Seitdem haben sich weltweit die Bedingungen für Ernährungsgerechtigkeit verschlechtert: Die gestiegenen Energiekosten und die klimabedingte Knappheit bestimmter Rohstoffe hinterlassen bereits deutliche Spuren in unserer Ernährung. Lebensmittel sind heute im Durchschnitt rund 30 Prozent teurer als noch 2021.

In Frankfurt am Main gilt trotz des sichtbaren Wohlstands der Stadt über ein Fünftel der Bevölkerung als armutsgefährdet, bei Kindern sogar rund ein Viertel. Laut einer Studie von Eurostat vom August 2025 sind in der gesamten Bundesrepublik über elf Prozent der Menschen „zu arm“ für eine gute Ernährung.

Es braucht eine öffentliche Ernährungsinfrastruktur, um den multiplen Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Denn: So wie es öffentliche Stadtbibliotheken und Schwimmbäder gibt, sollte Ernährung zur kommunalen Daseinsvorsorge gehören.

Unsere Forderungen
Wir – ein Zusammenschluss von Einzelakteuren, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Institutionen aus dem Bereich der Ernährungswende und des Klimaschutzes – fordern als Bestandteil der städtischen Infrastruktur:

  • Kommunale Stadtteilküchen für alle – in allen Frankfurter Ortsbezirken
  • Zuverlässige Förderung und Ergänzung existierender, meist ehrenamtlich betriebener Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, um ein flächendeckendes Angebot zu schaffen
  • Bereitstellung leerstehender Immobilien in städtischem Besitz für ehrenamtlich getragene Nachbarschaftsküchen
  • Weitere Investitionen in Schul-, Kita- und Hortküchen sowie die Rekommunalisierung der Schulverpflegung

Warum das jetzt notwendig ist
In Deutschland sind 85 Prozent des gesamten Agrar- und Lebensmittelmarktes auf vier Konzerne – Edeka, die Schwarz-Gruppe, Rewe und Aldi – verteilt. Ein kommunal gesteuertes Ernährungssystem könnte dieses Monopol aufbrechen, regionale Wertschöpfungsketten stärken und unsere Kommune resilienter und nachhaltiger machen.

Darüber hinaus schaffen Stadtteilküchen Orte der Begegnung: Sie bringen Menschen unterschiedlicher Lebenssituationen, Herkunft und Altersgruppen zusammen. Damit wirken sie materiellen und sozialen Herausforderungen wie Einsamkeit und gesellschaftlicher Polarisierung entgegen.

Die neuen Frankfurter Stadtteilküchen sollten professionell durch einen Eigenbetrieb der Stadt unterhalten werden und mit einem hohen Anteil regionaler und biologischer Lebensmittel produzieren. Die Mahlzeiten sollten kostendeckend subventioniert und nur mit einem symbolischen Preis belegt werden, sodass Haushalte real entlastet werden.

Unser Appell an die Stadt Frankfurt
Zehn Jahre nach der Selbstverpflichtung durch den Milan Urban Food Policy Pact ist es an der Zeit, dass die Stadt Frankfurt mit der Gründung von Stadtteilküchen eine strategische Antwort auf urbane Ernährungsgerechtigkeit gibt.

Wir sitzen alle an einem Tisch – aber dieser ist weder für alle gleich noch besonders nachhaltig gedeckt.

 

Mitverfasser*innen

  • Andpartnersincrime
  •  Anna Verwey, Institut für Humangeographie Goethe-Universität Frankfurt
  • Christians4Future, Ortsgruppe Rhein-Main
  • Eine Stadt für alle! Frankfurt
  • Ernährungsrat Frankfurt
  • Felix Bröcker, Mitinitiator Mensa von Morge
  • Food that’s left
  • Initiative für eine Stadtviertel-Küche im Riederwald
  • Leon Joskowitz, Koch und Philosoph
  • Prof. Dr. Dominik Gager, Professor für Nachhaltigkeitstransformation Hochschule Darmstadt
  • transit e.V. - Verein für sozial-ökologische Transformation und Klimakommunikation
  • Verein zur Förderung von Klimagerechtigkeit e.V.

Erstunterzeichner*innen

  • ada_kantine
  • Café Prekarissimo - AG für Gesellschaftliche Teilhabe, gegen Armut und Stigmatisierung - Partei Die Linke Frankfurt
  • CollectivoAfroBras- Frankfurt 
  • Entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen e.V. 
  • Fridays for Future Frankfurt am Main
  • FoodCoop KlaaKarott 
  • Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe Frankfurt 
  • GemüseBande Frankfurt GbR
  • Greenpeace Frankfurt
  • Initiativgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Rhein-Main
  • Initiative Grünzug Eckenheim
  • Kampagnen AG Stadtteilküche - Partei Die Linke Frankfurt
  • Klimaattac, Attac Frankfurt
  • Klimaentscheid Frankfurt
  • Klimaschutz Initiative Riedberg e.V.
  •  Koala Kollektiv
  • Lucie Nienburg, Ikonomo
  • Naturfreunde Frankfurt 
  • Offenes Haus der Kulturen e.V.
  • People for Future Frankfurt am Main
  • ShoutOutLoud – Changing the World Step by Step e.V.
  • Simone Beege, Kaleidoskop
  • Solidarisches Gallus
  • Stephanie Dietmann, aufmerksam-Bildungshabitate
  • Susanne Stimpert, Sue’s kitchen
  • Thomas Friemel, Freitagsküche Frankfurt
  • Tortuga Eschersheim e. V.
  • Transition Town Frankfurt/Main e. V.
  • turtuga - changemaker community 
  • Umwelt-Exploratorium e.V.

 

Die Entscheidungsträger*innen

Tina Zapf-Rodríguez
Tina Zapf-Rodríguez
Stadträtin, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen

Neuigkeiten zur Petition