Petition updateFür die Erhaltung der Warenpost International mit bisherigen Maßen5.000 Unterstützer & Artikel im Logistik Watch Blog des Händlerbundes
Dirk BorrmannKöln, Germany
12 Apr 2022

Hallo, werte Unterstützer der Petition zur Erhaltung der bisherigen Maße der Warenpost International.
(Fünf-) Tausend Dank für die mittlerweile überschrittene 5.000 Unterzeichner-Marke!

Zudem gibt es noch zu vermelden, daß der Logistik Watchblog des Händlerbundes das Thema jetzt auch noch aufgegriffen und sehr ausführlich in einem Online-Artikel behandelt hat.
Wem die Details der ganzen Angelegenheit und der damit für uns verbundenen Probleme noch nicht ganz klar sind, dem sei es empfohlen, mal ein Auge auf den Beitrag zu richten (s. Link unten).

Ferner werden wir ja im Moment (per Post u. Mail) dauernd von der Deutschen Post AG darauf hin gewiesen, daß die Warenpost int demnächst nicht mehr über die Website der Post verfügbar sein wird und man Verträge dafür oder/und für DHL Pakete eingehen soll.
Jenseits der geforderten Mindestmengen (die man ja nicht auf Basis der kommenden Preise, sondern auf Grundlage bisheriger Preispolitik schätzen kann - was bereits ein Problem darstellt), sind die Preise für Sendungen in sog. Drittländer (außerhalb der EU) nunmal schlicht um ein Mehrfaches höher. Das ist ja der eigentliche Knackpunkt, warum die Petition in's Leben gerufen wurde.

Einige von uns (dabei geht konkreter Dank an die Kollegen von Calypso Buchhandlung, Vinyl Reservat und Punkshop, sowie Peter Tümmers) haben bereits Mails, Briefe oder Telefonate an die Post u. DHL, die Bundesnetzagentur, das Büro der Staatsminsterin für Kultur u.a. Stellen gerichtet. Dabei wird natürlich oft versucht, uns abzufertigen.
Es gilt nicht locker zu lassen. Immerhin gab es dabei bereits an zwei Stellen Gespräche mit konkret zuständigen Personen bei der Post/DHL. Dabei wurde auch durchaus zugegeben, daß z.B. der Tonträger-Markt beim Versand durchaus keine kleine Rolle für das Unternehmen spielt. Daß es um Millionen von Sendungen geht, wird durchaus begriffen.
Bis zu den Zuständigen gekommen zu sein, ist schonmal ein weiterer Schritt voran.
Je beharrlicher und mehr wir dort ständig anklopfen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, daß man uns irgendwann nicht mehr abwimmeln kann.

Wir brauchen mindestens einen Kompromiß.
Dafür gilt es, den inneren Schweinehund zu überwinden.
Wir alle wissen, wie speziell die Branche der Schallplattenhändler häufig tickt und wie wenig Chancen sich viele individuell ausrechnen, etwas in diesem Belang erreichen zu können.
Noch ist Zeit... sobald man aber am Postschalter steht und die erste Sendung für mehrere Hundert Prozent höhere Preise aufgeben soll, ist es zu spät.
Ausflüchte a la „dann verschicke ich halt mit Dienstleister XY“ sind – aus mehreren Gründen – Unfug. Erstens sind die Preise bei anderen Anbietern nicht niedriger, zweitens ist deren Netz nicht flächendeckend und außerdem werden die ebenfalls irgendwann die Preise angleichen.
Ein wesentliches Grundthema ist hier die letzte Stufe der Privatisierung und der Verlust jeglichen öffentlichen Aufrags der Post.
In der momentanen, fragilen Gesellschaftskonstruktion zwischen Nachwirkungen der Corona-Maßnahmen, dem Angriffskrieg Rußlands gegen die Ukraine und allgemeiner Krisen-Anfälligkeit (mit entsprechender Inflation auf allen Ebenen), wäre es Wahnsinn, das einfach durchgehen zu lassen - stellt die Post doch ein zentrales gesellschaftliches Element der Kommunikation und Logistik dar, auf daß nicht nur die Unterzeichner dieser Petition angewiesen sind.

Im Koalitionsvertrag gibt es einen Absatz zum Thema Kultur, bei dem u.a. „der Plattenladen“ wörtlich erwähnt wird. Es sind bereits genügend Selbstständige durch die Krise baden gegangen. Es ist an der Zeit, die Zuständigen auf ihre Verantwortung hin zuweisen und klar zu definieren, daß z.B. Schallplatten tatsächlich von wesentlicher kultureller Bedeutung sind. da muß es zu mehr reichen, als bloßem Lippenbekenntnissen und Namedropping.
Geht noch mehr kleinen Händlern demnächst die Luft aus, weil dann auch noch internationaler Versand zum Problem wird, so wird dies nur eine zusätzliche Belastung für das Sozialsystem darstellen und garantiert niemandem nutzen (außer wenigen Großunternehmen, deren Interessen nicht unsere vollständig ins Abseits befördern dürfen).

Euer einzelnes Schreiben oder Anruf oder Mail bei der Post, Bundesnetzagentur, Lokalpolitikern, der Presse, dem Fernsehen (und was auch immer Euch einfallen mag), spielt eine Rolle. Wir kriegen das nur zusammen gestemmt!
(Das ist keine leere Phrase, so und nicht anders funktioniert's.)

Alles Beste und werdet aktiv!
Euer Petitionsstarter Dirk Borrmann (a.k.a. Ernest Drake u. DJ Phoney von Drake Records)

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