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Erhalten Sie das Gymnasium als Schule mit zielgleicher Inklusion

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Körperlich behinderte Kinder, die dem Gymnasial-Unterricht folgen können, werden an Baden-Württembergs Gymnasien schon lange mit Erfolg „zielgleich“ inkludiert. In den Medien sorgt derzeit der „Fall Henri“ für Wirbel, wo es um die Inklusion eines geistig behinderten Kindes auf dem Gymnasium geht. Dies wäre eine sog. zieldifferente Inklusion am Gymnasium, gegen die sich diese Petition wendet, und zwar ganz allgemein, ohne den konkreten Fall beurteilen zu wollen. Wir müssen jetzt unsere politische Meinung allgemein äußern, denn die Entscheidung im konkreten Fall wird die fällige Gesetzgebung vorwegnehmen.

(Wer sich statt dessen oder darüberhinaus auch zu Henri äußern möchte, findet dazu eine eigene Petition: http://www.change.org/de/Petitionen/herr-stoch-henri-sollte-f%C3%BCr-sein-und-das-wohl-aller-nicht-auf-das-gymnasium-gehen).

Ich setze mich daher allgemein dafür ein, dass das Gymnasium in Baden-Württemberg wie bisher nur Kindern offensteht, die in der Lage sind, dem Unterricht intellektuell zu folgen. Auf dem Gymnasium sollen alle gemeinsam DIE GLEICHEN KOMPETENZEN erwerben – auch wenn sie zusätzliche Unterstützung brauchen, weil sie körperlich behindert oder chronisch krank sind.

Das ist übrigens an vielen Gymnasien des Landes schon seit Jahren oder Jahrzehnten der Fall: Autisten bringen einen Schulbegleiter mit, für chronisch kranke Kinder werden besondere Regeln und Verhaltensweisen beachtet, Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche erhalten einen Nachteilsausgleich, Contergan-geschädigte Kinder wurden im Sport und im Schulalltag integriert, für Hörgeschädigte werden die Fremdsprachen besonders aufbereitet oder der Schallschutz im Klassenzimmer verbessert. Aber immer unter der Voraussetzung, dass das Kind im Prinzip fähig ist, dem Unterricht zu folgen.

Das Gymnasium baut darauf auf, dass Jahr für Jahr bestimmte Mindestleistungen erbracht werden, weil es auf das Abitur hin ausgerichtet ist. Mit welcher Begründung soll man Kinder, die diese Leistungen nicht erzielen, von der Schule verweisen, wenn man gleichzeitig geistig Behinderte beschult, die das Abitur nie schaffen werden? Es gibt Schulformen, an denen man alle Schulabschlüsse erwerben kann - vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur. Sie sind auf stark differenzierenden Unterricht angelegt und daher viel besser für die zieldifferente Inklusion geeignet. In Baden-Württemberg ist dies die neu eingeführte Gemeinschaftsschule.

Das verstößt auch nicht gegen die UN-Behindertenkonvention. Sie will die Situation von Behinderten in den zahlreichen Ländern verbessern, wo behinderte Kinder anders als in Deutschland gar keinen Zugang zum Schulsystem haben, nicht adäquat gefördert werden und schließlich nicht am Arbeits- und Gesellschaftsleben teilhaben. Deutschland hat sie zwar unterzeichnet und sich damit zur Inklusion von Behinderten verpflichtet, nicht aber zur Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems oder zur Öffnung aller allgemeinbildenden Schularten für alle Behinderten.

Deshalb: Das Gymnasium soll Gymnasium bleiben, auch wenn man sicher einiges verbessern kann. Bitte unterstützen Sie meine Petition für ein zielgleich inkludierendes Gymnasium!

Vielen Dank,

Ulrike Kleifeld

 



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