

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
zunächst möchten wir uns bei euch bedanken.
Ohne euch gäbe es unsere Petition nicht – und ohne eure bisherigen Unterschriften wäre das Thema eines möglichen Verbotsverfahrens längst aus dem öffentlichen Fokus verschwunden. Ihr habt gehandelt, während viele andere nur darüber reden.
Dafür danken wir euch ausdrücklich.
Trotzdem müssen wir euch heute ein Update geben, das uns selbst nicht leichtfällt.
Die Realität unserer Petition: Minimale Fortschritte, schneller Stillstand
Nach jedem Update kommen kurzfristig neue Unterschriften hinzu – doch nach wenigen Tagen bricht die Dynamik vollständig ab.
Die Zuwächse sind so gering, dass man den Stillstand inzwischen fast im Kalender markieren kann.
Das geschieht in einer Phase, in der sich die politische Lage weiter zuspitzt und rechtsextreme Kräfte in Umfragen kontinuierlich zulegen.
Ein Verbotsantrag wäre ein notwendiges demokratisches Instrument – aber er wird nur gestellt, wenn der gesellschaftliche Druck groß genug ist.
Aktuell ist er das nicht ansatzweise.
Zwei Personen-Initiative, Vollzeitjobs – und eine Zivilgesellschaft, die ausbleibt
Unsere Initiative begann mit einer Person, wuchs kurzzeitig auf vier Mitglieder und besteht heute aus genau zwei Menschen, die beide Vollzeit berufstätig sind.
Die Arbeitslast ist überJahre hinweg enorm und längst nicht mehr tragbar.
Der entscheidende Punkt:
Wir haben nicht den Rückhalt aus der Zivilgesellschaft, den dieses Thema erfordern würde.
Wäre er vorhanden, stünden wir nicht bei rund 202.000 Unterschriften – sondern im zweistelligen Millionenbereich.
Wir haben mehrfach zur Mitarbeit aufgerufen, Kooperationen angeboten und versucht, mit anderen Gruppen, Vereinen und Initiativen zusammenzuarbeiten. Die Resonanz blieb aus.
Ergebnisse unserer Umfrage: Zustimmung ja – Verantwortung nein
Unsere Umfrage aus der zweiten Märzhälfte zeigt ein klares Bild:
• Die Mehrheit befürwortet ein ein schnelles Verbotsverfahren gegen die AfD.
• Aber nur ein Bruchteil ist bereit, aktiv Verantwortung zu übernehmen.
Über 200.000 Unterschriften in mehr als sechs Jahren sind kein Erfolg – sie sind ein Befund struktureller Überforderung der Zivilgesellschaft und genau genommen ein Offenbarungseid.
Institutionalisierte Zivilgesellschaft: Symbolik statt Unterstützung
Wir möchten offenlegen, was wir in den letzten Jahren erlebt haben.
Fußballvereine – inklusive FC St. Pauli
Wir haben sämtliche Profivereine kontaktiert, Gespräche geführt – sogar mit dem „Team Rot“ des FC Bayern München.
Das Ergebnis ist eindeutig:
• Öffentlichkeitswirksame Anti‑Rechts‑Statements: ja.
• Konkrete Unterstützung einer Initiative wie AfDexit, die sich real gegen die AfD positioniert: nein.
Das gilt ausdrücklich auch für den FC St. Pauli – einen Verein, der sich selbst als moralischer Leuchtturm inszeniert, aber bei der ersten echten Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, in Deckung geht.
Prominente – große Worte, keine Taten
Wir haben zahlreiche Künstler kontaktiert, darunter:
• Wolfgang Niedecken
• Udo Lindenberg
• Smudo
• Hape Kerkeling
• Herbert Grönemeyer
Alle betonen regelmäßig auf Konzerten, in Interviews oder bei Albumveröffentlichungen ihre klare Haltung gegen die AfD.
Doch sobald es um konkrete Unterstützung geht, die über symbolische Gesten hinausgeht, wird es „Verdammt stark still“.
Kirchen, NGOs, Vereine
Auch hier dasselbe Muster:
• Haltung nach außen: eindeutig.
• Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen: nicht vorhanden.
Nach über sechs Jahren Erfahrung ist das Bild klar:
Man schützt die eigene Marke – nicht die Demokratie.
Operative Konsequenzen: Wir reduzieren unsere Aktivität
Wir können nicht gleichzeitig berufstätig sein, Analysen erstellen (auch juristisch), Community‑Arbeit leisten, Demonstrationen begleiten und strukturelle Aufklärung betreiben.
Wir verdienen keinen Cent an dieser Arbeit und lehnen Spenden bewusst ab.
Deshalb:
• Die Petition bleibt aktiv.
• Aber wir reduzieren unsere Aktivitäten deutlich.
• Praktisch bedeutet das: Wir gehen in eine vorgezogene, sehr großzügige Sommerpause.
• Ob wir im Herbst wieder stärker einsteigen, hängt von Zeit, Kapazität und Motivation ab.
Ein wichtiger Punkt: Wenn die Unterschriftenzahl es ermöglicht, handeln wir sofort
Sollte die Petition – aus welchen Gründen auch immer – plötzlich die notwendige Reichweite erreichen, um mit echter Durchschlagskraft an Bundesregierung oder Bundestag heranzutreten, werden wir das selbstverständlich tun.
Bedeutet: Wenn die Unterschriftenzahl groß genug ist, werden wir unverzüglich den politischen Druck aufbauen, den ein Verbotsantrag erfordert.
Ein nüchterner Blick nach vorn
Sollte es in einem Bundesland zu Regierungsbeteiligungen rechtsextremistischer Kräfte kommen, wird das nicht an mangelnder Warnung liegen.
Es wird daran liegen, dass zu wenige bereit waren, Verantwortung zu übernehmen – über das reine Unterzeichnen hinaus.
Straßenproteste ohne nachhaltige Strukturen und Petitionen, die primär Spenden generieren sollen, ersetzen keine demokratische Resilienz.
Wir bleiben erreichbar – per Mail und in den sozialen Netzwerken.
Auf der Webseite wird es vorerst keine neuen Inhalte geben.
Dieser Text bleibt als Mahnmal stehen, denn ein Blick in die Geschichte sagt uns, was wir gerade erleben, gab es schon mal.
Unser Dank an euch!
Trotz aller Kritik möchten wir eines klar sagen:
Wir danken euch – denjenigen, die unterschrieben haben, die informiert bleiben, die Verantwortung übernommen haben.
Ihr seid der Grund, warum unsere Petition überhaupt existiert.
Ihr seid der Beweis, dass Engagement möglich ist – auch wenn es viel zu wenige tun.
Wer die Petition noch nicht unterschrieben hat oder sie weiter verbreiten möchte, kann das weiterhin tun:
https://www.change.org/AfD-Verbot-Jetzt
Vielen Dank für eure bisherige und weitere Unterstützung.
– Team AfDexit -
Kontakt: team@afdexit.de
Website: https://afdexit.de