Petition updateHumanitäre Krise in Griechenland: Deutschland & Europa müssen Flüchtlingen Schutz bieten“Hört uns zu! Und holt wenigstens die Kinder von hier weg!” - Mahdie und Abdul berichten vom Leben i
Sven Giegold MdEP, Erik Marquardt MdEP, Clara Anne Bünger und Ansgar Gilster
Mar 16, 2021

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

liebe Freundinnen und Freunde,


vor einem halbe Jahr, im September 2020, ist das Lager Moria auf Lesbos abgebrannt. 13.000 Menschen wurden endgültig schutzlos und obdachlos. Ein neues, eigentlich nur temporäres Lager wurde gebaut. Doch auch im neuen Lager “Kara Tepe” ist die Situation katastrophal. Es liegt direkt am Meer, bei Stürmen versinkt es in Wasser und Schlamm. Die Zelte schimmeln, es gibt kein fließendes Wasser, keine Heizung und der Ort, ein ehemaliges Militärgelände, ist teilweise bleiverseucht. Weil eine ordentliche Stromversorgung fehlt, brechen immer wieder Feuer aus. Die Bedingungen sind so katastrophal, dass sogar Kinder  Selbstmordversuche unternehmen. 


Wir haben mit Abdul und Mahdie gesprochen, die beide in dem neuen Lager leben müssen.

Abdul ist 26 Jahre alt, aus Afghanistan und lebt seit November 2019 auf Lesbos im Lager.

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Wie würdest du die Situation im neuen Lager beschreiben? 

Die Situation im Lager ist eigentlich schlimmer als vorher, manchmal kann ich es nicht mit Worten erklären. Nach dem Feuer in Moria waren die Menschen drei Wochen lang auf der Straße. Sie hatten die Hoffnung, dass die Europäische Union etwas für sie tun würde. Aber stattdessen haben sie die Geflüchteten an einen Ort gebracht, wo sonst die Armee Schießübungen macht. Ohne an an die Tausenden von Kindern zu denken, die nach ein paar Wochen Hautkrankheiten bekamen. Das Lager ist nur 50 Meter vom Meer entfernt, die Menschen leben in Zelten ohne Strom. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie kalt es ist, wie stark der Wind weht. Wenn es regnet, laufen die Zelte voller Wasser. Man kann das Weinen der Babys und Kinder hören – den ganzen Tag lang

Persönlich bin ich stolz darauf, die “Wave of Hope for the Future” Schule zu koordinieren. Das ist eine Schule, die wir als Geflüchtete selbst organisieren. Wir unterrichten die Kinder in den Zelten, in denen wir wohnen, und versuchen sie, mit Aktivitäten etwas abzulenken.

 

Was ist deine Botschaft an die EU und die Bundesregierung?

Bitte holt wenigstens die Kinder von hier weg, spielt nicht mit ihrem Leben! Nehmt wahr, dass viele Geflüchtete, gebildet, talentiert und motiviert sind. Sie können viele Dinge tun, haltet sie nicht in dieser Hölle fest. Sondern gebt ihnen Freiheit, damit sie gute, sinnvolle Dinge in ihrem Leben tun können!

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Mahdie ist 16 Jahre alt, sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder auf Lesbos.

Woher kommst Du?

Ich bin vor anderthalb Jahren mit meiner Familie in Griechenland angekommen. Ursprünglich kommen wir aus Afghanistan, aber ich habe Afghanistan noch nie gesehen. Ich habe mein ganzes Leben als Geflüchtete gelebt.

Was sollten wir über die Lebensbedingungen im Lager wissen?

Niemand kann sich vorstellen, wie wir hier leben müssen. Wir haben keine eigene Toilette, keine richtige Dusche, keinen Wasserhahn, nicht einmal Strom. Seit Jahren leben die Menschen hier nun schon so. Vor allem viele Kinder haben Krätze. Und vor allem: Wir kommen hier nicht weg, sind immer nur an diesem Ort. Hier schlafen wir, hier waschen wir uns, hier sitzen wir herum. Hier machen wir Holzfeuer, um etwas zu essen haben. Wir leben mit tausenden Menschen auf engstem Raum. Nie ist es still, immer ist irgendwo Lärm und auch die Zeltplanen sind im Wind unerträglich laut. Das Leben ist sehr schmerzhaft.

Was möchtest du der Bundesregierung und der Europäischen Union mitteilen?

Hören Sie unsere Stimme!


Die Stimmen der Menschen, die auf Lesbos und in den anderen Lagern ausharren, müssen endlich gehört werden! Deswegen veröffentlichen wir hier, was sie zu sagen haben. Und bitten euch: Tragt ihre Stimmen weiter! Teilt dieses Interview oder ähnliche Berichte in eurem Freundeskreis und in der Familie. 


Mit europäischen Grüßen

Clara Anne Bünger, Ansgar Gilster, Sven Giegold MdEP und Erik Marquardt MdEP

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