
Abgeordnete des Bundestages fordern die Bundesregierung auf, weitere Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen
Während wir in Deutschland darüber diskutieren, wie wir Weihnachten feiern und sicher durch die Feiertage kommen, haben über 17.000 Menschen in Griechenland nicht mal ein richtiges Dach über dem Kopf, sitzen bei Kälte und Nässe weiter in Griechenland fest. Ihnen droht wortwörtlich das Zelt vor der Nase wegzufliegen oder im Schlamm zu versinken.
Es ist deshalb ein gutes Signal, was am Donnerstag von mehr als 250 Abgeordneten des Deutschen Bundestages ausging. Die Parlamentarier*innen fordern die Bundesregierung mit einem Weihnachtsappell auf, weitere Schutzsuchende aus Griechenland aufzunehmen.
Über drei Monate sind seit dem Großbrand im Lager Moria vergangen, der das Lager komplett zerstörte. Im neuen Übergangslager Kara Tepe sind die Bedingungen sogar noch schlechter als in Moria. Starker Regen und Sturm ist jetzt im Winter an der Tagesordnung. Die Zelte der Schutzsuchenden werden einfach weggeweht und die Menschen schlafen im Schlamm, weil die Zelte keinen festen Boden haben. Sie haben keinen warmen, trockenen Ort, kaum Strom. Die sanitären Bedingungen sind katastrophal. Viele der Menschen hatten seit dem Feuer im September keine warme Dusche. Auch sexuelle Gewalt ist insbesondere für viele Frauen und Mädchen an der Tagesordnung. Erst vor wenigen Tagen wurde ein dreijähriges Mädchen schwer missbraucht.
Hinzukommt, dass über die Hälfte der 7300 Menschen, die sich in Kara Tepe aufhalten besonders schutzbedürftig sind. Laut „Ärzte ohne Grenzen“ sind 40 Prozent der Menschen im Lager Kara Tepe minderjährig und weitere 11 Prozent über 60 Jahre alt. Diese Menschen müssten sofort aus dem Lager evakuiert und in angemessene Unterkünfte gebracht werden.
Der Weihnachtsappell der Abgeordneten ist richtig. Aber Appelle gab es längst genug. Den warmen Worten müssen endlich Taten folgen. Eine Unterschrift auf einem Appell kann nur so viel wert sein, wie der tatsächliche Einsatz für die Aufnahme aus den Elendslagern in Griechenland.
Wir wollen endlich Taten sehen! Jeder Tag, jede Stunde in der Menschen in diesen Elendslagern ausharren müssen, ist einer zuviel. Es darf keine Normalisierung menschenrechtswidriger Zustände innerhalb der EU geben. Die Menschen brauchen Hilfe und ein Mindestmaß an Menschlichkeit. Und zwar JETZT.
Bleibt gesund und solidarisch
Clara Bünger, Ansgar Gilster, Erik Marquart & Sven Giegold