After Another Month of Waiting, Today Is the Hearing.


DEUTSCH / ENGLISH
DEUTSCH
Liebe Freundinnen und Freunde,
heute möchte ich Sie erneut über den aktuellen Stand meines Verfahrens informieren.
Wie bereits mehrfach zuvor ist auch der für den 18. Juni angesetzte Gerichtstermin nicht durchgeführt worden.
Meine Rechtsanwältin erschien zur festgesetzten Uhrzeit beim zuständigen Gericht. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass der zuständige Richter den bereits anberaumten Termin aufgehoben habe, da er seinen Urlaub antreten werde.
Ich hätte erwartet, dass nach der Absage kurzfristig ein neuer Termin festgesetzt würde. Umso größer war meine Überraschung, als ich erfuhr, dass der nächste Gerichtstermin erst auf den 21. Juli verlegt wurde.
Für viele Menschen mag ein weiterer Monat nur ein kurzer Zeitraum sein.
Für einen Vater, der seit fast zwei Jahren darauf wartet, seine Töchter sicher wieder in die Arme schließen zu können, bedeutet jeder einzelne Tag eine kaum beschreibbare Belastung.
Noch immer ist mein Kontakt zu Elsa und Diana äußerst eingeschränkt. Ich kann mich nicht regelmäßig davon überzeugen, wie es ihnen gesundheitlich geht oder wie sie ihren Alltag in einem Gebiet erleben, das weiterhin vom Krieg betroffen ist.
Erwachsene können häufig selbst entscheiden, wie sie sich vor Gefahren schützen.
Kinder können das nicht.
Gerade deshalb fällt es mir schwer zu verstehen, dass ein Verfahren, das das Leben und die Sicherheit zweier kleiner Kinder betrifft, erneut um einen weiteren Monat verschoben wurde.
Nun ist auch dieser lange Monat vergangen.
Während wir uns dem 5. August nähern, kehren viele Erinnerungen zurück.
Am 5. August 2024 bereitete sich meine älteste Tochter Elsa voller Vorfreude auf ihren ersten Schultag in der fünften Klasse des Otto-Hahn-Gymnasiums in Göttingen vor.
Die Schulbücher waren bereits gekauft und mit ihrem Namen beschriftet.
Der Schulranzen war gepackt.
Selbst das Pausenbrot für den ersten Schultag war vorbereitet.
Ich verließ unsere Wohnung nur für ungefähr zwei Stunden, um noch einige Kleinigkeiten für Elsas Schulbeginn und eine kleine Überraschung für sie und ihre Freundinnen zu besorgen.
Als ich zurückkehrte, war das Haus still.
Elsa und Diana waren nicht mehr da.
Zunächst glaubte ich, ihre Mutter sei mit ihnen spazieren gegangen.
Doch aus Stunden wurden Tage.
Aus Tagen wurden Monate.
Fast neun Monate wusste ich nicht einmal, wo sich meine beiden Töchter befanden oder ob sie gesund waren.
Das Kind, das ich jeden Morgen liebevoll geweckt, für die Schule vorbereitet und oft bis in sein Klassenzimmer begleitet hatte, war plötzlich verschwunden.
Auch meine kleine Diana, der ich selbst das Laufen beigebracht und ihre ersten Worte beigebracht hatte, war von einem Moment auf den anderen nicht mehr da.
Neun Monate lang suchte ich Tag und Nacht nach meinen Kindern.
Der erste Kontakt kam erst kurz vor Dianas zweitem Geburtstag zustande.
Heute befinden sich meine Töchter noch immer fern von ihrem gewöhnlichen Zuhause in Deutschland.
Während die Zeit vergeht, wächst ihr Leben weiter – ohne die Sicherheit, die Stabilität und den Alltag, den sie einst hatten.
Ich werde weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und den rechtsstaatlichen Weg konsequent weitergehen.
Von Herzen danke ich Ihnen allen, dass Sie diesen Weg gemeinsam mit uns begleiten.
Ihre Unterstützung gibt Elsa und Diana eine Stimme.
Kioumars Golkar
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ENGLISH
Dear Friends and Supporters,
Today, I would like to share another update on my case.
Just as on several previous occasions, the court hearing scheduled for 18 June did not take place.
My lawyer arrived at the court at the appointed time, only to be informed that the judge had cancelled the hearing because he was about to begin his vacation.
I had expected that, after cancelling the hearing, a new date would be scheduled in the near future. Instead, I was informed that the next hearing would not take place until 21 July.
For many people, another month may not seem like a long time.
For a father who has spent nearly two years waiting to hold his daughters safely in his arms again, every single day of waiting is emotionally exhausting.
My contact with Elsa and Diana remains extremely limited. I still cannot regularly know how they are doing, whether they are safe, or how they are coping while living in an area that continues to be affected by the war.
Adults are often able to decide for themselves how to protect their own safety.
Children cannot.
That is why it is so difficult for me to understand that a case involving the lives, safety, and future of two young children has once again been postponed for another month.
Now, that long and painful month has finally passed.
As we approach 5 August, memories become stronger than ever.
On 5 August 2024, my eldest daughter, Elsa, was excitedly preparing for her very first day in the fifth grade at Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen.
Her schoolbooks had already been purchased and carefully labelled with her name.
Her school backpack was packed.
Even her lunch for the first day of school had already been prepared.
I left our home for only about two hours to buy a few additional things for Elsa’s first day at school and a small surprise for her and her classmates.
Seeing her happiness and excitement for the beginning of the new school year brought me great joy as a father.
When I returned home, there was only silence.
Elsa and Diana were gone.
At first, I believed that their mother had simply taken them for a walk.
But hours became days.
Days became months.
For nearly nine months, I had no reliable information about where my daughters were or whether they were safe and healthy.
The daughter whom I used to wake up every morning with love, prepare breakfast for, help get ready for school, brush and tie her hair, and accompany to school—sometimes even to her classroom—had suddenly disappeared from my life.
And my younger daughter, Diana, whom I had personally taught to walk and encouraged to say her very first words, “Mama” and “Papa,” was suddenly gone as well.
For nine months, I searched for my daughters day and night without stopping.
The first contact with them came only shortly before Diana’s second birthday.
Today, my daughters are still far away from the home where they had built their lives in Germany.
Time continues to pass, and so does their childhood—away from the safety, stability, education, and peaceful daily life they once had.
I will continue to pursue every available legal avenue and remain firmly committed to resolving this case through lawful and peaceful means.
Finally, I would once again like to thank each and every one of you from the bottom of my heart.
Your support is far more than a signature.
It gives me the strength, hope, and determination to continue fighting for Elsa and Diana.
Kioumars Golkar