
Es ist kein Geheimnis: Die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte des Ortes Prora musste mühsam eingefordert, die Einbeziehung dieser Geschichte erkämpft werden. Und zwar genau während der Jahre der Kanzlerinnenschaft Angela Merkels. Dazu gibt es einen „offenen Brief“, der medial unberücksichtigt blieb: http://www.denk-mal-prora.de/2021-09-24OffenerBriefBundeskanzlerinMerkel.pdf Den Kampf um eine ausgewogene Erinnerungskultur übergehen die überregionalen Medien gern. Über das „KdF-Bad“ hingegen wird „rauf und runter“ geschrieben.
Die Rolle der Presseagenturen wurde bereits erwähnt. In diesen Tagen nutzt dpa unsere Situation, um Verwirrung zu stiften. Ohne unseren Kampf um die letzten DDR-Hinterlassenschaften ansatzweise zu erwähnen, wird signalisiert: alles in bester Ordnung. Das im Bericht unten erwähnte neue NVA-Museum ist eine Techniksammlung. Es bewahrt nicht die geforderten atmosphärischen Räume, die Kasernenstruktur und die gerade zur Disposition stehenden Inhalte zum Zwecke eines Lernortes der Geschichte. https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern-ruegen/ddr-museum-auf-insel-ruegen-waechst-weiter-1545108509.html
Nach Wochen des Schweigens positionierten sich inzwischen auch die Leiterinnen der beiden vor Ort tätigen Vereine. Sie sahen bislang keinerlei Veranlassung, tätig zu werden. Entgegen ihrer Einschätzung halte ich mindestens 15 authentische Räume des NVA-Museums für geeignet, ohne größere Eingriffe originalgetreu wieder aufgebaut zu werden. Die Devise muss lauten: 1. Umfängliche Sicherung des historischen Bestandes, da er verlustig zu gehen droht; 2. konzeptionelle Erstellung des Bildungszentrums, für das es bis heute (nach 10 Jahren!) keinen genaueren Plan gibt. Die Notwendigkeit eines zeitgemäßen didaktischen Konzeptes ist von Anfang an unstrittig. Rückenstärkung im Bemühen um den Erhalt der Sammlung kommt nun aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam. Erstaunlicherweise nimmt das Dokumentationszentrum Prora auch den drohenden Verlust der KdF-Exponate hin. http://www.denk-mal-prora.de/2021-09-08_OZ.pdf
ACHTUNG: Viele ehemalige "Prora-Dienende" wollen die Formen der Geschichtsklitterungen nicht länger hinnehmen. Wer in Prora stationiert war und einen entsprechenden Aufruf an Land und Kommune noch mitunterzeichnen möchte, bitte rasch melden unter denkmalprora@gmx.de. Name und Angabe der Tätigkeit in Prora reichen aus, ich schicke den Text zu. STSTW.