
… habe ich in Bezug auf Prora bereits mehrfach kritisiert. Nachdem dpa (wie auch Medien des Hauses Springer) kürzlich wieder einmal die Hände gebunden waren, über die letzten DDR-Hinterlassenschaften von Prora zu berichten, folgt nun wieder eine deutschlandweite “KdF-Berichterstattung“. Anscheinend unter einem Vorwand, wie diese Berichte nahelegen, in denen es unterschwellig um ein anderes Thema geht als den Austritt von Chlorgas (Quelle dpa): Vgl. https://www.welt.de/vermischtes/article233298671/Brandalarm-in-Prora-Urlauber-muessen-Hotel-verlassen.html oder: https://www.nordkurier.de/ruegen/bewohner-von-ehemaligem-nazi-block-auf-ruegen-evakuiert-2344800408.html
Seit Jahrzehnten werden bezüglich der Hinterlassenschaft zweier verschiedener Diktaturen (!) dieselben einseitigen Plattitüden berichtet - seitens DenkMALProra immer wieder kritisiert ... aber ignoriert. Die Anlage Prora ist weder mit dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände gleichzusetzen (da sie als KdF-Seebad nicht einen einzigen Tag genutzt wurde), noch ist sie, da eben baulich nie vollendet, eine „geschlossene Architektur-Hinterlassenschaft“. An den Ruinen im Norden von Prora sowie einem zusammenhanglosen Baustück vor Block IV ist der Torso zu erkennen, der vom Koloss nach dem Rückbau zwischen 1945 und 1950 geblieben war. Ab 1950 wurden fünf der ursprünglich einmal acht Blöcke unter erheblichen Mühen um- und ausgebaut: Und zwar zu der (Kasernen)-Geschichte, die hunderttausende Ostdeutsche indirekt oder gar direkt prägte; ein bedeutsames Stück Nachkriegsgeschichte unseres Landes. Ob es den Medien einmal gelingt, die Geschichte der DDR als Teil der Geschichte unseres heutigen Landes anzuerkennen? Oder arbeiten sie am Beispiel Prora bewusst an ihrem gelegentlichen Ruf, den ich hier nicht wiedergeben möchte?! https://www.freitag.de/autoren/mstark/die-prora-luege
Für uns gilt es, dran zu bleiben, hinzuschauen und zu kritisieren. Darunter die „KdF-Wegweiser“ vor Ort. Wir, die die Geschichte besser kennen, sollten uns nicht abfinden. Zum jahrelangen Bemühen siehe: www.denk-mal-prora.de
Wegen all dem ist das Bewahren der historischen Sammlung so wichtig!
Im Bild: Unser Slogan nach dem Abtragen eines DDR-Wandbildes, das wie so vieles in Prora dem Abriss zum Opfer gefallen wäre. Der Investor von Block II ließ die Kacheln sanieren und möchte es als ein Symbol der Nutzungsgeschichte wieder aufbauen: https://www.der-ruegen-blog.de/fliesen-wandbild-in-prora-gesichert-20171028; https://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Ruegen/Proraer-Kult-Wandbild-ist-gerettet