

Berlin / Rhein-Pfalz-Kreis / Neuhofen, 9. Februar 2026
Liebe kostbare Menschen!
Liebe Leserinnen und Leser!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich danke Ihnen herzlich für jede Unterschrift und Mitzeichnung und bitte die Beschwerde und Petition weiterhin in sozialen Medien zu teilen.
Danke für Ihre wertvolle Unterstützung für die UN-BRK (Behindertenrechtskonvention), für sozialen Frieden, für Grundrechte und für Menschenrechte.
gez.
Andreas Klamm, Journalist, Autor, Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Gründer und Leitung von Regionalhilfe.de, Mitglied im Kreistag des Rhein-Pfalz-Kreis und Mitglied im Kreisseniorenbeirat im Rhein-Pfalz-Kreis
Die Würde des Menschen ist kein Wirtschaftsfaktor: Warum die Rhetorik des Bundeskanzlers gefährlich ist
Ein Kommentar von Andreas Klamm
Neuhofen / Berlin / Rhein-Pfalz-Kreis. Es ist eine beunruhigende Entwicklung, die wir im Januar 2026 im politischen Berlin beobachten. Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz öffentlich die Notwendigkeit von Krankheitstagen hinterfragt und eine „Abkehr von der Bequemlichkeit“ fordert, dann ist das weit mehr als nur eine wirtschaftspolitische Debatte über den Standort Deutschland. Es ist ein frontaler Angriff auf die Würde jener Menschen, die ohnehin am Rande ihrer Kräfte für gesellschaftliche Teilhabe kämpfen.
Als Journalist, der seit Jahrzehnten die sozialen Bruchstellen unserer Gesellschaft dokumentiert, und als jemand, der selbst mit den täglichen Herausforderungen einer schweren Behinderung lebt, kann ich hierzu nicht schweigen. Die aktuelle Rhetorik der Bundesregierung rückt Krankheit und Behinderung in die Nähe eines moralischen Versagens. Wer krank ist, so die mitschwingende Botschaft, stehle dem Wohlstand die Zeit.
Ein Verstoß gegen das Fundament unserer Demokratie
Diese Form der Kommunikation ist nicht nur empathielos, sie ist nach meiner festen Überzeugung rechtswidrig. Wir müssen uns fragen: Wo bleibt der Schutzraum des Grundgesetzes?
Artikel 1 garantiert die Unantastbarkeit der Menschenwürde.
Artikel 3 untersagt explizit die Benachteiligung aufgrund von Behinderung.
Wenn der Kanzler den hohen Krankenstand pauschal als Ausdruck mangelnder Arbeitsmoral diffamiert, unterstellt er Millionen von Menschen – darunter chronisch Kranken und Menschen mit Behinderungen – ein manipulatives Verhalten. Das ist eine Stigmatisierung, die den Geist der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) mit Füßen tritt. Insbesondere Artikel 8 der UN-BRK verpflichtet den Staat, Vorurteile abzubauen, anstatt sie durch regierungsamtliche Rhetorik neu zu befeuern.
Die Ökonomisierung des Lebens
Wir erleben eine gefährliche Verschiebung: Der Wert des Menschen wird zunehmend nur noch an seiner messbaren, ökonomischen Leistungsfähigkeit bemessen. Doch was ist mit denen, die aufgrund von Unfällen oder chronischen Leiden nicht in das Raster einer 40-Stunden-Woche passen? Mit dem „Merkzeichen G“ im Schwerbehindertenausweis ist man kein „bequemer“ Bürger, sondern ein Mensch, der trotz Hindernissen versucht, Teil dieser Gesellschaft zu sein.
Meine förmliche Beschwerde und Petition an den Deutschen Bundestag, den Behindertenbeauftragten und den Bundespräsidenten ist daher mehr als ein bürokratischer Akt. Sie ist ein notwendiger Notruf. Eine Regierung, die Krankheit zur Charakterfrage verklärt, verlässt den Boden des sozialen Friedens.
Menschen, die sich ebenfalls diskriminiert fühlen können gerne meine öffentliche Beschwerde, Rüge und Petition unterschreiben, mitzeichnen und teilen bei https://www.change.org/p/diskriminierung-chronischer-kranker-und-behinderter-menschen
Ein Aufruf zur Solidarität
Es ist an der Zeit, dass wir als Zivilgesellschaft laut werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine „Leistungskultur“ zur Diskriminierungskultur mutiert. Kranke und behinderte Menschen sind keine Kostenfaktoren, die man durch moralischen Druck „gesundbeten“ oder in die Arbeit zwingen kann. Sie sind Träger unveräußerlicher Rechte.
Die Politik ist gut beraten, zur Sachlichkeit zurückzukehren und die völkerrechtlichen Verträge, die Deutschland unterzeichnet hat, endlich ernst zu nehmen. Würde ist kein Gut, das man sich durch Überstunden erst verdienen muss.
Über den Autor: Andreas Klamm ist Journalist, Autor und Gründer von Regionalhilfe.de. Er arbeitet seit 1984 in den Medien und ist zudem ausgebildeter Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Rettungssanitäter. Der Autor des Beitrages ist in der Folge von Unfällen, schwerbehindert mit Merkzeichen G, chronisch schwer krank und außergewöhnlich stark gehbehindert. Seit Juli 2024 ist Andreas Klamm gewähltes Mitglied im Kreistag des Rhein-Pfalz-Kreis, zudem ist Andreas Klamm Mitglied im Kreisseniorenbeirat im Rhein-Pfalz-Kreis und seit 2015 Mitglied in Die Linke sowie seit Anfang der 1990er Jahre Mitglied in der Gewerkschaft ver.di. Klamm setzt sich seit Jahrzehnten für Teilhabe, Inklusion, Frieden, Menschenrechte, Soziales und Völkerrecht ein und hat als Autor mehr als 12 Bücher veröffentlicht.
Beitrag bei Wochenblatt Reporter
Die Würde des Menschen ist kein Wirtschaftsfaktor: Warum die Rhetorik des Bundeskanzlers gefährlich ist