Petition updateDer Wolf kommt in mein (sein) Heimatland!Landesbauernverband ruft zu Rechtsbruch auf!
Jürgen HauschkeBad Belzig, Germany
Aug 2, 2018

Am 29.07.18 meldete die Märkische Allgemeine: „Trotz Hütehund: Wolf reißt Schafe bei Lenzen“.

Hier wurde berichtet, dass Bauer Mennle aus der Prignitz trotz einem Herdenschutzhund und einem 90 cm hohen Elektro-Netz-Zaun, möglicherweise zwei Schafe durch den Wolf verloren hat. Im Laufe des Berichts kann man dann erlesen, dass es sich sogar um drei ausgebildete Herdenschutzhunde handelt die vom Land mit bis zu 4000 EUR gefördert werden (das wird in dem Beitrag gleich zweimal erwähnt) und er und seine Schafe „…der Bestie hilflos ausgeliefert sind…“ Der Schreiber des Beitrages berichtet im Weiteren noch von anderen, mutmaßlichen Wolfsübergriffen und eventuell ordnungsgemäß eingezäunten Opfern.

Für mich klingt das Ganze sehr unglaubwürdig. Sollte der Wolf auch für dieses endlose Sommerloch herhalten müssen?

 

Für den Landesbauernverband Brandenburg e.V. (kurz LBV) ist dieser zweifelhafte Bericht aber nun Anlass genug um „zu den Waffen“ zu rufen. In der Pressemeldung des LBV vom 01.08.18 heißt es unter anderem: „Nach wiederholten Wolfsübergriffen innerhalb weniger Tage auf die vorschriftsmäßig durch Elektronetze und zertifizierte Herdenschutzhunde gesicherte Schafherde von Schäfermeister Marc Mennle, fordert der LBV Brandenburg ein unverzügliches Handeln des zuständigen Landesamtes für Umwelt. „Dies kann im vorliegenden Fall nur die konsequente Anwendung von Paragraph 4 der Brandenburger Wolfsverordnung (Ausnahmen zur Abwendung von Übergriffen auf Nutztiere) bedeuten und die Tötung des betreffenden Wolfsrudels zur Konsequenz haben.“

 

Schon wenige Zeilen später wird die grad noch angerufene Wolfsverordnung dann als nutzlos und gescheitert bezeichnet. Und wieder etwas später heißt es dann, dass die Abwicklung der Entschädigungen doch bitte etwas zügiger gehen sollte.

 

Fasse ich also mal zusammen:

1.      Der Zaun entsprach nicht den Vorschriften (laut Wolfsverordnung: Elektronetzzäune  von  mindestens  90 Zentimeter Höhe  mit  zusätzlicher Breitbandlitze (insgesamt  120 Zentimeter hoch)).

2.      Der Wolf hat eventuell zwei Schafe gerissen.

3.      Die Förderung der Anschaffung von Herdenschutzhunden war für nichts gut.

4.      Laut Wolfsverordnung kann, sollte, muss nun ein komplettes Wolfsrudel getötet werden.

5.      Die Wolfsverordnung muss weg weil sie nichts taugt (da stimme ich dem LBV natürlich zu!)

6.      Die aus der Wolfsverordnung resultierenden Entschädigungen nehmen die Bauern gern entgegen.

 

Ich verstehe ja, nicht zuletzt auf Grund der Großwetterlage, den Frust des LBV und ich halte diese Wolfsverordnung für einen Verstoß gegen die internationalen Artenschutzgesetze! Das alles ist aber kein Grund offen zu einem Rechtsbruch aufzufordern.

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