
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz fordert auf EU-Ebene ein Gesetz, um diese legalisierte Tierquälerei zu beenden.
Jedes Jahr werden Tausende Stiere in den Kampfarenen Spaniens, Portugals und Frankreichs grausam gequält und abgeschlachtet. Laut einer Gallupstudie aus dem Jahr 2006 haben selbst 72 Prozent der Spanier kein Interesse an Stierkämpfen. Trotzdem geht das tierquälerische Spektakel weiter.
Der Stier hat zu 99,9 Prozent keine Chance, die Arena lebend zu verlassen. Die Grausamkeiten die sich hinter den Kulissen – vor dem eigentlichen „Kampf“ – abspielen, kennen nur Insider. Eine beliebte Methode ist beispielsweise das qualvolle Abschleifen der Hornspitzen um einige Zentimeter.
In einem typischen Stierkampf kommen zuerst die Pikadore auf Pferden zum Einsatz. Sie bohren Lanzen in die Nackenmuskeln und Rücken des Stieres. Dabei drehen die Pikadore die scharfkantigen Spitzen in der Wunde, damit der Stier größere Mengen an Blut verliert. Als zweiter Akt des Dramas werden dem Stier durch die Banderilleros Speerspitzen mit Widerhaken in den Nacken gestoßen. Wenn der letzte Akte beginnt, ist der Stier durch den Blutverlust schon sehr geschwächt. Der Torero versucht – mit einem Schwertstich ins Rückenmark – dem Stier den Todesstoß zu versetzen. Wenn dies misslingt, geht das Verstümmeln weiter. Häufig wird das Rückenmark des Tieres jedoch nicht vollständig durchtrennt und der Stier bei Bewusstsein, aber paralysiert von Schmerzen und Erschöpfung, angekettet, an seinen Hörnern aus der Arena gezogen. Schließlich werden Ohren und Schwanz abgeschnitten und den Zuschauern stolz präsentiert.
Neben den Stieren sind auch Pferde die Opfer dieser perversen Volksbelustigung. Jedes Jahr sterben weltweit rund 200 Pferde bei Stierkämpfen.
Der Stierkampf ist eine der grausamsten Tierquälereien, aber die spanische, portugiesische und französische Regierung verteidigt dieses abartige Spektakel als „traditionelles Kulturgut“. Diese Länder verstossen damit gegen das ethische Empfinden der meisten EU-Bürger und haben in der Europäischen Union – so lange es Stierkämpfe zulassen, nichts verloren.