Die 100​.​000-Euro-Grenze beim Elternunterhalt beibehalten

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Das Problem

Pflege darf nicht zur Familienhaftung werden

Ein oft übersehenes Problem unserer Gesellschaft ist die finanzielle Verantwortung erwachsener Kinder für die Pflege ihrer Eltern.

Derzeit gilt in Deutschland: Kinder werden bei bestimmten Leistungen der Sozialhilfe grundsätzlich nicht zum Unterhalt ihrer Eltern herangezogen, wenn ihr jährliches Gesamteinkommen 100.000 Euro nicht übersteigt. Diese Regelung schützt viele Familien davor, durch die Pflegebedürftigkeit ihrer Eltern zusätzlich finanziell belastet zu werden. Im aktuellen Referentenentwurf zur Neuordnung der Pflegeversicherung ist jedoch vorgesehen, diese Grenze abzuschaffen.

Ich halte diese Entwicklung für problematisch.

Pflege ist ein gesamtgesellschaftliches Lebensrisiko und sollte deshalb auch solidarisch finanziert werden. Sie darf nicht zunehmend zu einer privaten Verpflichtung einzelner Familien werden. Wenn die finanzielle Leistungsfähigkeit erwachsener Kinder stärker über die Finanzierung der Pflege ihrer Eltern entscheidet, besteht die Gefahr, dass einzelne Geschwister aufgrund ihres höheren Einkommens überproportional belastet werden.

Sozialer und beruflicher Aufstieg darf nicht zum finanziellen Nachteil werden. Kinder dürfen nicht dafür bestraft werden, dass sie sich durch Bildung und Arbeit eine bessere finanzielle Zukunft erarbeitet haben.

Dabei muss die Lebensrealität heutiger Familien berücksichtigt werden. Viele Menschen investieren über Jahre in ihre Ausbildung oder ihr Studium, übernehmen gleichzeitig Verantwortung für ihre Kinder, leisten Care-Arbeit und müssen zusätzlich für ihre eigene Altersvorsorge sorgen. Gerade Menschen, die einen Bildungsaufstieg aus eigener Kraft erreichen, benötigen häufig viele Jahre, um finanzielle Sicherheit und Vermögen aufzubauen.

Eine stärkere finanzielle Verantwortung für die Pflege der eigenen Eltern kann diese Entwicklung erheblich erschweren.

Auch innerhalb von Familien bestehen unterschiedliche Ausgangsbedingungen und Lebenswege. Geschwister verfügen nicht automatisch über die gleichen Einkommen, Bildungswege oder finanziellen Möglichkeiten. Wenn Pflegekosten stärker auf die erwachsenen Kinder übertragen werden, kann dadurch eine zusätzliche Ungleichheit innerhalb der Familie entstehen: Das Kind mit dem höchsten Einkommen trägt möglicherweise einen erheblich größeren Anteil der finanziellen Verantwortung.

Das entspricht für mich nicht dem Gedanken einer gerechten und solidarischen Gesellschaft.

Generationen sollten füreinander einstehen können, ohne dass die Verantwortung für gesellschaftliche Risiken überwiegend von einer Generation auf die nächste übertragen wird.

Generationengerechtigkeit bedeutet für mich deshalb auch, dass jede Generation die Möglichkeit behalten muss, in ihre eigene Zukunft und in die Zukunft ihrer Kinder zu investieren. Wer heute arbeitet, Kinder erzieht, sich weiterbildet und für das eigene Alter vorsorgt, sollte nicht gleichzeitig das Risiko tragen müssen, aufgrund eines höheren Einkommens einen unverhältnismäßig großen Teil der Pflegekosten der eigenen Eltern übernehmen zu müssen.

Natürlich steht die Pflegeversicherung vor großen finanziellen Herausforderungen. Eine alternde Gesellschaft, steigende Pflegebedarfe und wachsende Kosten machen Reformen notwendig. Die Lösung darf jedoch nicht darin bestehen, die Verantwortung immer stärker auf einzelne Familien zu verlagern.

Wir brauchen eine langfristige Finanzierung der Pflege, die solidarisch, nachhaltig und generationengerecht ist.

Deshalb fordere ich:

Die 100.000-Euro-Grenze beim Elternunterhalt muss erhalten bleiben.

Pflegebedürftigkeit darf nicht zum finanziellen Risiko für erwachsene Kinder werden.

Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – und muss auch als solche finanziert werden.

Wenn Sie diese Forderung unterstützen, unterschreiben Sie diese Petition und helfen Sie dabei, ein wichtiges sozialpolitisches Thema sichtbar zu machen.

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