Erfolg

Beendigung des Flugverbots in Deutschland und Europa

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Eine E-Mail von einem Fliegerfreund an DHV.

Bitte unterschreiben Sie es, wenn Sie damit einverstanden sind.

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Lieber Vorstand, liebe Geschäftsführung des DHV,

bezüglich Eures Schreibens vom 26.3. zur sogenannte Flugpause für alle habe ich starke Einwände. Eure Einschränkungen gehen weit über das Ziel hinaus, sind unangemessen und unschlüssig. In der Begründung folgen sie totalitären Prinzipien, die in einem Rechtsstaat nichts verloren haben.

Hintergrund aller derzeitigen Grundrechtseinschränkungen ist die Reduktion von Ansteckungen und damit eine Entlastung des Gesundheitssystems während der derzeitigen Seuche. Daran müssen sich alle Maßnahmen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Bürger messen lassen.

Die Schließung von Sportstätten, in denen sich durch die übliche Ausübung des jeweiligen Sportes Menschen nahe kommen macht demnach wohl Sinn. Die Schließung eines Gleitschirmstartplatzes ist in dem Zusammenhang eine unangemessene Einschränkung. Zur Vermeidung von Ansteckung gibt es klare Regeln zu Abständen zwischen Menschen. Diese lassen sich auf Startplätzen leicht einhalten. Leichter als in jedem Stadtpark. Ein Fußballspieler muss seine Einschränkung wohl hinnehmen. Und ihm ist auch nicht geholfen wenn ein Gleitschirmflieger nicht fliegt.

Das Kontaktverbot besteht für alle und muss eingehalten werden. Da muss man nicht noch extra Gleitschirmpiloten die gemeinsame Ausübung des Sportes verbieten. Das versteht sich von selbst. Ich gehe gerne und oft alleine in die Berge und manchmal fliege ich auch danach. Der Versuch mir das zu verhindern hat keinen erkennbaren Bezug auf die genannten Gründe und ist deshalb auch nicht zulässig. Und hier geht es nicht um die von Euch zitierten juristischen Schlupflöcher sondern um die Fundamente unserer Rechtsstaates.

Unser Sport ist sichtbar, das stimmt. Aber Euer Argument ich müsste es einer Familie mit kleiner Wohnung gegenüber rechtfertigen, fliegen zu gehen, weil die Familie das nicht kann, ist totalitär und führt in die Diktatur der Mehrheit über eine Minderheit. So zu argumentieren geht weit über das Ziel hinaus und ist gefährlich. Dem Druck der Presse nachzugeben genauso. Hier ist vielmehr gute Pressearbeit unsererseits gefragt.

Das Argument wir würden die Rettungskräfte überlasten ist nach meiner Einschätzung vorauseilender Gehorsam gegenüber einer Situation, die so noch nicht eingetreten ist und nur für die Zukunft vermutet wird. Nach kurzer Rücksprache mit lokalen Bergrettern konnte ich mich davon überzeugen, dass die Leute tatsächlich derzeit sehr wenig zu tun haben. Wenn sich das deutlich ändert, könnte man die Situation erneut bewerten. Wenn ich mir die Unfallstatistik anschaue, dann sehe ich, dass nur die allerwenigsten Bergrettungseinsätze für Gleitschirmpiloten mit einer Einlieferung auf eine Intensivstation endet. Da wahrscheinlich mehr als 90% aller Gleitschirmflüge in unseren Bergen mit Bergbahnunterstützung stattfinden, und Bergbahnen ohnehin nicht in Betrieb sind, ist der Versuch auch Hike & Fly von Einzelgängern zu unterbinden unangemessen.

Euer letztes Argument, ich müsse Solidarität mit allen zeigen die daheim bleiben müssen macht keinen Sinn. Durch Nichtfliegen bin ich nicht solidarisch. Solidarisch bin ich indem ich aktiv etwas zur Entlastung betroffener Menschen tue. Durch Nichtfliegen ist niemandem geholfen und deshalb geht der Versuch das aus diesem Grund zu unterbinden fehl.

Ich bitte Euch das zu überdenken und Eure Entscheidungen anzupassen. Unser Verfassung und unser Gemeinwesen basiert fundamental auf der Annahme, dass die Bürger freie und selbstbestimmte Subjekte sind. Mit Euren Beschlüssen fühle ich mich zu einem hörigen Untertanen einer Verwaltung ohne Kontrolle degradiert. Die Tatsache, dass sich Einige bei der Ausübung ihrer Freiheiten nicht an die notwendigen Regeln halten rechtfertigt nicht, allen Anderen diese Freiheiten zu nehmen.

Ihr seht, mir ist es ernst. Ich würde mich sehr über eine qualifizierte Rückmeldung freuen. Ich weiß, dass diese Zeiten für Euch schwer sind. Aber gute Führung erkennt man erst wenn es ruppig wird. Und unser wunderschöner Sport braucht gute Führung, weil die Angriffe in Zukunft noch von andern Seiten kommen werden.

Alles Gute und viele Grüße



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