Deutschlehrer*innen: Demontage der Berufssprachkurse endlich stoppen!


Deutschlehrer*innen: Demontage der Berufssprachkurse endlich stoppen!
Das Problem
OFFENER BRIEF DER KURSLEITENDEN IN DEUTSCHKURSEN
Frau Bärbel Bas
Bundesministerin für Arbeit und Soziales
Platz der Republik 1
11011 Berlin
E-Mail: baerbel.bas@bundestag.de
Sehr geehrte Frau Ministerin,
Berufssprachkurse sind für Migrantinnen und Migranten der Schlüssel zum Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt und damit zur weiteren Integration. Wir Lehrkräfte bereiten die Menschen auf den Arbeitsmarkt in einem Land vor, das dringend Fach- und Arbeitskräfte benötigt.
Damit Migrantinnen und Migranten schnell in Arbeit kommen, brauchen wir wieder mehr Berufssprachkurse. Wir Lehrkräfte brauchen jetzt dringend Planungsgarantien und soziale Absicherung, um wieder unsere Arbeit tun zu können und unsere finanzielle Existenz abzusichern.
Wir appellieren eindringlich an Sie, die „Demontage der Sprachkurse“ – wie bereits im Januar von zahlreichen Verbänden und Trägern gefordert – endlich zu stoppen!
Seit Dezember 2024 befindet sich der immens wichtige Bildungsbereich Deutsch als Zweitsprache in der Schockstarre: Kurz vor Weihnachten erreichte bundesweit Tausende Kursleitende sowie die Träger von Berufssprachkursen (BSK) die Nachricht, dass die finanziellen Mittel für weitere Kurse drastisch gekürzt werden. Aktuell können nach unseren Informationen gegenüber dem Vorjahr nur noch 30 Prozent der Sprachkurse starten.
Konkret hat dies zur Folge, dass Zehntausende Migrantinnen und Migranten zwischen Flensburg und Sonthofen nach erfolgreicher Prüfung für das Sprachniveau B1 zur Untätigkeit verdammt sind. Sie suchen verzweifelt nach einem Berufssprachkurs in ihrer Stadt, reihen sich meist vergeblich in die endlos langen Anmeldeschlangen für die wenigen BSK-Plätze ein. Dabei ist das Erreichen des Sprachniveaus B2 de facto Voraussetzung für die allermeisten qualifizierten Ausbildungen und Berufstätigkeiten. Aktuell können sehr viele arbeitswillige Menschen aus dem Ausland weder eine Ausbildung beginnen noch eine Arbeit aufnehmen, denn das Sprachniveau B1 reicht für das Gros der Tätigkeiten nicht aus. Potentielle Pflegekräfte, Handwerker*innen, Berufskraftfahrer*innen oder Servicepersonal zwingt man damit in prekäre Jobs, die keine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen und die Sozialsysteme nicht entlasten.
Die Kürzungen haben auch katastrophale Folgen für uns Lehrkräfte. So sind wir, top ausgebildete Akademikerinnen und Akademiker, zusätzlich mit umfassender und teurer Qualifizierung ausgestattet (Voraussetzung für die Zulassung als Lehrkraft in Berufssprachkursen), in der Regel nicht sozial abgesichert: Die meisten von uns arbeiten als Honorarkräfte. Von heute auf morgen wurden etliche Kurse eingestellt. Nachdem wir jahrelang mit großem Engagement und viel Herzblut Menschen aus dem Ausland fit für den Arbeitsmarkt und für das Leben in Deutschland gemacht haben, stehen wir selbst blank da: Der deutsche Staat hat uns ohne Beschäftigungsgarantien und ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld in eine verzweifelte Lage gebracht. Da wir keinerlei soziale Absicherung haben, sind wir Honorarkräfte gezwungen, uns nach einer neuen Arbeit umzusehen. Einige von uns haben den Arbeitsbereich bereits verlassen. Andere müssen Bürgergeld beantragen. Und die vielen Träger, für die wir tätig sind, haben keinerlei Planungssicherheit. Auch sie wurden sehr kurzfristig von der Streichung der Kurse überrascht. Was will der Staat tun, wenn ihm klar wird, dass wir Spezialistinnen und Spezialisten für die Sprachvermittlung dringend gebraucht werden, nachdem er die Strukturen in verantwortungsloser Weise beschädigt hat?
Frau Ministerin, wir Kursleitenden möchten Ihnen gern persönlich schildern, welche fatalen Konsequenzen diese Kürzungen für uns alle haben und freuen uns auf Ihr Gesprächsangebot.
Wir setzen auf Ihre politische Einflussnahme!
Die Unterzeichner*innen
6.357
Das Problem
OFFENER BRIEF DER KURSLEITENDEN IN DEUTSCHKURSEN
Frau Bärbel Bas
Bundesministerin für Arbeit und Soziales
Platz der Republik 1
11011 Berlin
E-Mail: baerbel.bas@bundestag.de
Sehr geehrte Frau Ministerin,
Berufssprachkurse sind für Migrantinnen und Migranten der Schlüssel zum Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt und damit zur weiteren Integration. Wir Lehrkräfte bereiten die Menschen auf den Arbeitsmarkt in einem Land vor, das dringend Fach- und Arbeitskräfte benötigt.
Damit Migrantinnen und Migranten schnell in Arbeit kommen, brauchen wir wieder mehr Berufssprachkurse. Wir Lehrkräfte brauchen jetzt dringend Planungsgarantien und soziale Absicherung, um wieder unsere Arbeit tun zu können und unsere finanzielle Existenz abzusichern.
Wir appellieren eindringlich an Sie, die „Demontage der Sprachkurse“ – wie bereits im Januar von zahlreichen Verbänden und Trägern gefordert – endlich zu stoppen!
Seit Dezember 2024 befindet sich der immens wichtige Bildungsbereich Deutsch als Zweitsprache in der Schockstarre: Kurz vor Weihnachten erreichte bundesweit Tausende Kursleitende sowie die Träger von Berufssprachkursen (BSK) die Nachricht, dass die finanziellen Mittel für weitere Kurse drastisch gekürzt werden. Aktuell können nach unseren Informationen gegenüber dem Vorjahr nur noch 30 Prozent der Sprachkurse starten.
Konkret hat dies zur Folge, dass Zehntausende Migrantinnen und Migranten zwischen Flensburg und Sonthofen nach erfolgreicher Prüfung für das Sprachniveau B1 zur Untätigkeit verdammt sind. Sie suchen verzweifelt nach einem Berufssprachkurs in ihrer Stadt, reihen sich meist vergeblich in die endlos langen Anmeldeschlangen für die wenigen BSK-Plätze ein. Dabei ist das Erreichen des Sprachniveaus B2 de facto Voraussetzung für die allermeisten qualifizierten Ausbildungen und Berufstätigkeiten. Aktuell können sehr viele arbeitswillige Menschen aus dem Ausland weder eine Ausbildung beginnen noch eine Arbeit aufnehmen, denn das Sprachniveau B1 reicht für das Gros der Tätigkeiten nicht aus. Potentielle Pflegekräfte, Handwerker*innen, Berufskraftfahrer*innen oder Servicepersonal zwingt man damit in prekäre Jobs, die keine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt ermöglichen und die Sozialsysteme nicht entlasten.
Die Kürzungen haben auch katastrophale Folgen für uns Lehrkräfte. So sind wir, top ausgebildete Akademikerinnen und Akademiker, zusätzlich mit umfassender und teurer Qualifizierung ausgestattet (Voraussetzung für die Zulassung als Lehrkraft in Berufssprachkursen), in der Regel nicht sozial abgesichert: Die meisten von uns arbeiten als Honorarkräfte. Von heute auf morgen wurden etliche Kurse eingestellt. Nachdem wir jahrelang mit großem Engagement und viel Herzblut Menschen aus dem Ausland fit für den Arbeitsmarkt und für das Leben in Deutschland gemacht haben, stehen wir selbst blank da: Der deutsche Staat hat uns ohne Beschäftigungsgarantien und ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld in eine verzweifelte Lage gebracht. Da wir keinerlei soziale Absicherung haben, sind wir Honorarkräfte gezwungen, uns nach einer neuen Arbeit umzusehen. Einige von uns haben den Arbeitsbereich bereits verlassen. Andere müssen Bürgergeld beantragen. Und die vielen Träger, für die wir tätig sind, haben keinerlei Planungssicherheit. Auch sie wurden sehr kurzfristig von der Streichung der Kurse überrascht. Was will der Staat tun, wenn ihm klar wird, dass wir Spezialistinnen und Spezialisten für die Sprachvermittlung dringend gebraucht werden, nachdem er die Strukturen in verantwortungsloser Weise beschädigt hat?
Frau Ministerin, wir Kursleitenden möchten Ihnen gern persönlich schildern, welche fatalen Konsequenzen diese Kürzungen für uns alle haben und freuen uns auf Ihr Gesprächsangebot.
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Petition am 29. Juni 2025 erstellt