Petition updateLiebe kennt keine Pause - gegen Homophobie in KatarMan kann nicht immer gewinnen, aber man kann alles versuchen um zu gewinnen!
Benjamin NäßlerFrankfurt Am Main, Germany
Nov 21, 2022

Gerade in Zeiten, in denen der Gegenwind & Widerstand größer wird, ist es wichtig für Toleranz & Vielfalt, für seine eigenen Werte einzustehen & ein klares Zeichen zu setzen. Eine gelbe Karte wegen der #OneLove Binde wäre gleichzeitig eine rote Karte für die FIFA.

Die Welt schaut auf Katar. Das größte Ereignis der Fußballwelt hat begonnen und mit seinem Beginn schrumpfen die Hoffnungen darauf, dass Katar sein Versprechen auf ein inklusives Turnier hält.

Der WM Botschafter Khalid Salman empfindet Homosexualität als geistigen Schaden und ist darüber hinaus der Meinung, dass Kinder keine schwulen Menschen sehen sollten. Trotzdem beteuert er, dass ein jeder bei der katarischen Weltmeisterschaft willkommen ist.

Der Fifa-Präsident fühlt sich vor zwei Tagen katarisch, arabisch, afrikanisch, schwul, behindert und als Gastarbeiter. Auch er habe Diskriminierung erfahren. Als ausländisches Kind mit roten Haaren.
In Katar sind seiner Meinung nach, nicht nur die Menschen mit einer Variation des 16. Chromosomes, die zu einer Veränderung des Proteins MC1R führen und damit bei einigen der Betroffenen das Haar rötlich werden lassen willkommen, sondern eben auch seine aufgeführten Gefühlslagen. Als Frau fühlte er sich nicht am vergangenen Samstag.

Dass der Fifa-Präsident nach der Aussage des katarischen WM Botschafters sich nicht nur nicht zu den menschenfeindlichen Äußerungen von Salman positioniert, sondern sich dem Ganzen in unterstützender Weise annimmt und als glatzköpfiger, europäischer und heterosexueller Multimillionär behauptet, er wüsste was Diskriminierung bedeutet, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Der Westen habe kein Recht, den Wüstenstaat zu beurteilen, vielmehr sollte man vor der eigenen Haustüre kehren. Infantino verkennt hierbei, dass ein Hinweis auf die Respektierung von grundlegenden Menschenrechten wohl kaum als Angriff gewertet werden könne.
Die nationalen Fußballverbände sind in der Pflicht, etwas zu unternehmen. Sie müssen ein Zeichen setzen. Oder?

Zwei Tage nach dem fraglichen Monolog des Fifa-Präsidenten verkünden der DfB und die anderen an der Aktion für Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit beteiligten Verbände, dass auf das Tragen der „One Love“ Binde aufgrund angedrohter Fifa-Sanktionen verzichtet wird.

Wir können nicht schweigen. Wir sind fassungslos, enttäuscht und wütend. Liebe kennt keine Pause fordert eine klare Position des Deutschen Fußballbundes. Die drohenden Sanktionen der Fifa können keineswegs dazu führen. die eigenen Werte zu untergraben und sich einem derart menschenfeindlichen Regime zu beugen. Wir fordern den DFB auf, ein Zeichen zu setzen, um die eigene Würde zu bewahren. Wir stehen dafür ein, dass Fußball als Sport Menschen verbindet. Menschen, egal welcher Herkunft, egal welcher sexuellen Identität und Orientierung.

Katar verlor als Gastgeberland am Abend der feierlichen Eröffnung 0:2 gegen Ecuador.
Das eigentliche Ergebnis in diesem Turnier bleibt allerdings offen. Vielleicht ist der Sieg der Fußball-Weltmeisterschaft für das Land Katar ein unerreichbares Ziel. Zu gewinnen gäbe es allerdings noch die Würde und den Respekt vor Menschenrechten. Hierfür braucht es nicht nur Ausdauer und die richtige Kondition gegenüber menschenfeindlichen Kritikern des Landes sondern vor allem die Bereitschaft, in einen Dialog zu treten.

Sollten die restlichen teilnehmenden Länder kein Zeichen setzen, werden auch sie verlieren. Unabhängig von der Tabellenposition.

Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X