
Zu einem spontanen Protest gegen den Bau der Anlage hatten sich Arbeitskreis- und Vorstandsmitglieder des Isernhagener Umweltschutzvereins zusammengefunden. Sie wiesen darauf hin, dass seit Ihrer Klage vor dem Verwaltungsgericht eigentlich ein Baustopp bis zur ersten Verhandlung Anfang August herrschen müsste. Wie das Gericht erklärte, baut Enercity contracting auf eigenes Risiko jetzt aber weiter. Arbeitskreissprecherin Heidrun Lemke dazu: „Wir befürchten, dass auf diese Weise mit vollendeten Tatsachen das Gericht unter Entscheidungsdruck gesetzt werden soll. Nach dem Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts können wir uns aber weitere Verbrennungsanlagen zu Lasten der nachfolgenden Generationen nicht erlauben“.
Der Anlass für den Fototermin war aber auch positiv: Dr. Heinrich vom Zweckverband Frohnbach/Sachsen hatte den Arbeitskreis Klärschlamm gebeten ein Vorwort mit Bild für seine neues Buch "Vom Abfall zum Gartengold - Klärschlammveredlung mit Pyrolyse" (1) zu schreiben.
Bildunterschrift: vlnr: Siegfried Lemke, Antje Schenke, Dr. Dietmar Merkel, Christoph Schroer, Dieter Poppe, Frank Bremer, Heidrun Lemke vor der Baustelle
(1) Hintergrund:
Seit der VorOrt-Besichtigung von Mitgliedern des Umweltschutzvereins, der Hildesheimer Klärschlamm-Initiative und der Grünen besteht eine enge Verbindung zum Frohnbacher Modell, das jüngst durch die Teilnahme an der Experten-Veranstaltung der grünen Bürgermeister-Kandidatin Dr. Burchard gefestigt wurde. Dr. Heinrich schreibt zu seinem Buch-Vorhaben:
„Es ist als Bürgerinformation gedacht - zudem für Anwender (Gärtner, Forstleute, Bauern, Kompostierer, ...) und für Kollegen, die uns auf unserem Weg, auch auf dem Gebiet der öffentlichen Abwasserbeseitigung umweltschonend und -wahrend Kreisläufe zu schließen, folgen möchten. Getreu Ihrem Motto: "Global denken - vor Ort handeln!" oder konkreter: "Stopp der Klärschlammverbrennung - es gibt positive Alternativen!". Da liegt es nahe, wenn aktive Bürger aus Isernhagen und Umgebung ein Grußwort an die Sachsen richten und ihnen sagen, wie es ihnen gerade mit dem Naturschutz, mit der Lebensqualität und dem Klärschlamm aus Hannover und von sonst woher so geht. Denn, was man nicht kennt, das kann man sich auch nicht recht vorstellen - im Positiven wie im Negativen, ob in Niedersachsen oder in Sachsen."