
die MVV Industriepark Gersthofen GmbH hat bei der Regierung von Schwaben die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb einer Klärschlammverbrennungsanlage auf dem Gelände des Industrieparks beantragt. Nachdem ein Klärschlammdurchsatz bezogen auf die Trockensubstanz von 27.100 Tonnen pro Jahr laut Antragstellung im Genehmigungsverfahren möglich sein soll, gehen wir davon aus, dass der Betreiber den Klärschlamm von verschiedenen Abwasserzweckverbänden bzw. Gemeinden aufnehmen möchte. Der BUND Naturschutz sieht in dem Vorhaben in vielerlei Hinsicht eine Weichenstellung, bei der noch zu viele Fragen offen sind, als dass jetzt schon eine Entscheidung über eine Genehmigung der geplanten Anlage zur Klärschlammverbrennung und entsorgung herbeigeführt werden kann:
• Grundsätzlich halten wir die Klärschlammverwertung und entsorgung für eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Beispiele aus anderen Bereichen der Ver- und Entsorgung, insbesondere der Privatisierung der Trinkwasserversorgung haben gezeigt, dass in erster Linie eine Gewinnorientierung besteht, aber kein Interesse am Gemeinwohl besteht.
• Klärschlammverbrennung ist klimaschädlich, die CO2- Bilanz ist negativ
• Über Stäube und Abgase gelangen Schadstoffe in die Luft
• Eine Rückführung wertvoller Rohstoffe wie Stickstoff, Kalium, Magnesium und Huminstoffe in den Nährstoffkreislauf wird verhindert.
• Für das Phosphorrecycling aus Klärschlammasche ist noch kein wirtschaftlich konkurrenzfähiges Verfahren nachgewiesen.
• Eine zusätzliche Verkehrsbelastung und damit weiterer CO2-Ausstoß durch die zentrale Lösung ist zu erwarten, nicht nur der regional anfallende, sondern der aus einem großen, nicht abgegrenzten Einzugsgebiets soll entsorgt werden.
• Neben den genannten Nachteilen verhindert die Schaffung von überdimensionierten Klärschlammverbrennungskapazitäten die Entwicklung besserer und nachhaltiger Verfahren der Verfahren der Abwasser- und Klärschlammbehandlung. Momentan sind alternative Verfahren in Erprobung, die wesentlich umweltfreundlicher sind. Zu nennen sind hier die Hydrothermale umweltfreundlicher sind. Zu nennen sind hier die Hydrothermale Carbonisierung (HTC--Verfahren) oder das Treatech--Verfahren, das in der Schweiz entwickelt wurde.Wir fordern Sie daher auf:
Setzen Sie sich für ein Moratorium bei der bei der Genehmigung der geplanten Klärschlammverbrennungsanlage ein, bis alle bis alle offenen Fragen geklärt und klimafreundliche Lösungen gefunden wurden, die auch eine Wiederverwertung von Reststoffen im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zulassen. Ein Moratorium ist auch deshalb erforderlich, weil sonst erhebliche Überkapazitäten zur Verbrennung geschaffen geschaffen würden, die den Klärschlammtourismus fördern.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Frey, BUND Naturschutz Regionalreferent für Schwaben
Johannes Enzler, BUND Naturschutz Vorsitzender Kreisgruppe Augsburg
Ernst Haile, BUND Naturschutz Vorsitzender Kreisgruppe Aichach
Christine Kamm, BUND Naturschutz, Vorsitzende OG Augsburg
Katjana Brucoli, BUND Naturschutz Ortsgruppe Gersthofen
Quelle: https://augsburg.bund-naturschutz.de/ortsgruppen/gersthofen