
TI-Anschluss
FZ warnt vor dem „Ende der Datensicherheit“
Der Anschluss an die Telematik-Infrastruktur (TI) sei das „Ende der Datensicherheit“, warnt die Freie Zahnärzteschaft (FZ) – und ruft die Kollegen kurz vor Ablauf der Bestellfrist auf, sich nicht anbinden zu lassen.
An diesem Sonntag (31. März) endet die Bestellfrist für die Komponenten, die Arzt- und Zahnarztpraxen für einen Anschluss an die Telematik-Infrastruktur benötigen. TI-Kritiker nehmen das zum Anlass, um noch einmal vor der Anbindung zu warnen. So auch die Freie Ärzteschaft. „Wir haben Verständnis, dass Kollegen unter dem Damoklesschwert des Honorarabzuges sich nun an die TI anbinden lassen. Aber der Konnektor ist eine Black Box, niemand kann genau sagen, welche Schnittstellen für wen geöffnet sind“, sagt “, sagt FZ-Vorsitzender Roman Bernreiter. Und es seien die Zahnärzte selbst, die für Datenlecks haften müssten.
Mit einer Kampagne unter dem Motto „Patientenschutz hat Vorrang“ wollen die FZ-Mitglieder auf die ihrer Meinung nach unsichere Technik hinweisen. Kein Mensch dürfe glauben, dass eine im Prinzip 20 Jahre alte Technik, die künftig jedem den Zugriff per Handy auf eine elektronische Patientenakte ermöglichen solle, wirklich sicher sei. Berechnungen von IT-Sicherheitsfachleuten hätten ergeben, dass die digital abgespeicherten Gesundheitsdaten innerhalb von 50 Lebensjahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 92 Prozent gehackt würden. In Norwegen, Dänemark und Singapur habe es bereits solche Vorfälle gegeben.
Der FZ-Vorsitzende weiter: „Jeder Kollege, der anschließt, muss wissen, dass Probleme mit dem Datenschutz bestehen.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, so vermutet Bernreiter, werde alles tun, um die Schuld für ein Datenleck am zentralen Server auf den abzuwälzen, der die Daten eingestellt habe – also den Arzt und seine Praxis. „Alles andere würde für ein solches Ministerium ja den Supergau bedeuten.“ Als Praxisbetreiber stehe man dann sehr schnell allein da und sei in der Beweispflicht.