Gesundheitsminister Spahn: Stoppen Sie den Telematik-Wahnsinn!

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Am 31.03.2019 endet die ultimative Frist zur Bestellung der Telematikinfrastruktur für Ärzte in Deutschland. Zum Stichtag 01.07.2019 sollen alle Arztpraxen sowie Zahnärzte und Psychotherapeuten via Konnektor mit zentralen Servern verbunden sein.

Zunächst, so heißt es, soll die Telematik nur dem Versichertenstammdatenmanagement dienen, d.h. sollen Adressdaten aktualisiert, bzw. der Versichertenstatus verifiziert werden.

Leider entzieht es sich der Kenntnis der Ärzte, was der Konnektor, der direkt an den Praxisrechnern angeschlossen ist, noch so mit den ganzen Patientendaten im Praxisverwaltungsprogramm macht, denn das Gerät ist versiegelt.

Da die Telematikanbindung gesetzlich schon seit vielen Jahren geregelt ist, sind viele Ärzte eingeschüchtert, und fürchten die angedrohten Strafen in Höhe von 1% des Kassenhonorars. Daher ist es nicht verwunderlich, dass bereits 30-50% der Ärzteschaft an die TI angeschlossen sind, trotz der Bedenken in Sachen Datensicherheit.

Erschwerend kommt die Europäische Datenschutzgrundverordnung (kurz DSGVO) hinzu, welche die Datenhoheit beim Patienten gesetzlich vorschreibt, allerdings steht dies mit der Telematik-Infrastruktur im absoluten Widerspruch.

Die ärztliche Schweigepflicht wird durch die Telematik ebenso unterwandert.

Wir Ärzte befinden uns in einem großen Dilemma.

Einerseits sind uns die anvertrauten Patientendaten heilig, andererseits wollen wir auch keine Strafe riskieren.

Die Gesetzeslage ist doch so, dass der Arzt aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht und der DSGVO mit den Patientendaten äusserst sorgsam umgehen muss. Keiner kann heute sagen, wer Schuld ist, wenn die Daten missbraucht werden.

Sehr wahrscheinlich wird der Arzt auch dafür bestraft werden, obwohl kein Arzt die Telematik wollte.

Wir Ärzte sind keine Digitalisierungsgegner, aber hier will man uns die Kontrolle nehmen, über etwas, wofür wir die Verantwortung tragen, das geht einfach nicht.

Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts, und Gesundheitsdaten enthalten sehr viel Brisanz. Wenn Sie gesund sind, wird sie das nicht stören, aber wehe sie sind es nicht.

Denken Sie nur an Urologen oder Gynäkologen, auch Psychotherapeuten sind eingebunden. Lieschen Müllers Fusspilz wird sicher nicht das Problem sein, aber Herrn Müllers ungeschützer Verkehr im Bordell könnte eventuell Brisant werden.

Wir Ärzte sind seit Jahren angehalten, alles exakt zu dokumentieren, damit im Streitfalle keine offenen Fragen bleiben, und alle Behandlungen nachvollziehbar sind.

Das kommt der Orwellschen Vision sehr entgegen, damit werden wir alle weitgehend gläsern, und eigentlich Jeder erpressbar.

Ironie: Zu Zeiten der DDR hat man viele Stasi-Mitarbeiter beschäftigt, um belastbare Informationen zu sammeln, heute lässt man das Ärzte für Lau nebenher machen.

Der Chaos-Computer-Club hat darauf hingewiesen, dass die Konnektoren keineswegs gegen Angriffe aus dem Internet sicher seien, und dass es für einen geübten Hacker ein leichtes ist, an jede gewünschte Information zu kommen.

Ich appelliere an alle Patienten in diesem Land, sagen sie Gesundheitsminister Jens Spahn ihre Meinung und unterzeichen sie diese Petition, wenn sie wollen, dass Ihre Gesundheitsdaten weiterhin sicher sind, und das Arztgeheimnis gewahrt bleibt.