Petition updateGesund trotz kranker Kassen? Für gerechte Arzthonorare!Das marode System aus Patientensicht: klare Sicht trotz kranker Kassen?

Bodo UlrichStuttgart, Germany

Aug 24, 2017
Heute fragen wir Sie: Was möchte der Patient?
Natürlich möglichst umfängliche medizinische Leistung im Bedarfsfall, und dafür möglichst wenig bezahlen. Und schon gar nichts zusätzlich investieren müssen.
Ist der Patient gesund, hinterfragt er den nicht ganz geringen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung. Er hat aber keine Wahl, da die unterschiede zwischen den Kassen marginal sind. Viele wissen auch gar nicht, wie einfach ein Wechsel ist, geschweige denn zu welcher Kasse sie wechseln sollen, so bleiben sie meist bei der „guten alten“ AOK.
Heute sucht jeder das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Genau das ist des Pudels Kern. Die Leistung des Arztes wird am Krankenkassenbeitrag gemessen. Das wäre schön, wenn diese Gelder in voller Höhe den Ärzten zur Verfügung stehen würden. Das behaupten die Kassen gerne von sich, nur leider gehen davon noch „Verwaltungskosten“ ab, die scheinbar nur 5% betragen sollen. Davon werden die elitären Verwaltungsgebäude in besten Lagen, die Mitarbeiter und Vorstände, die Werbekampagnen und die gesamte Infrastruktur bezahlt.
Würden die Patienten die tatsächlich bezahlten Honorare kennen, wäre die Erwartungshaltung an die Ärzte eine Andere. Wahrscheinlich hätte der Eine oder Andere sogar Mitleid. Die schlechte Bezahlung in Deutschland treibt manchen Arzt zur Auswanderung in diverse Länder, aus denen sie dann die deutschen Honorare nur belächeln, da sie dort nicht selten zehnmal höher sind. Da für gewisse Länder die ärztliche Tätigkeit in diesem Land noch attraktiv erscheint, sind wir auch hier Zuwanderungsland. Tendenz steigend. Deutsche Ärzte in Deutschland sind hingegen vom Aussterben bedroht.
Den starren, in der Höhe nicht beeinflussbaren Honoraren in der gesetzlichen Krankenversicherung stehen meist auch gering kalkulierte, aber mittels Steigerungsfaktoren erhöhbare Honorare gegenüber. Diese sind für Patienten transparent, da sie eine Rechnung erhalten. Das bedeutet, ist der Arzt zu teuer, kann der Patient selbst entscheiden, ob er dort wieder hingehen möchte.
Natürlich sind Privatpatienten bei den Ärzten beliebter, da sie mehr bezahlen.
Das ist die vielgescholtene Zwei-Klassen-Medizin, die unser lieber Prof. Karl Lauterbach (Gesundheitsexperte der SPD) gerne abschaffen würde, und durch die Bürgerversicherung ersetzen möchte. Eines wird diese angestrebte Einheitskasse für Alle mit Sicherheit nicht können, nämlich Alle zu Privatpatienten machen.
Daher sehen die Ärzte die Gefahr, noch mehr Staatsmedizin mit rationierten Finanzen zu erhalten. Im Prinzip nichts Anderes wie bisher, nur ohne Möglichkeit des Mangelausgleichs durch Privathonorare.
Gibt es hier jemand, der glaubt, damit würde sich auch nur im Ansatz etwas verbessern?
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