Petition update

Antwort an Martin Brendebach

Tuana, Charlotte & Salimata
Germany

Jan 13, 2021 — 

Liebe Unterstützer:innen,

es gab Rückmeldung aus dem Hause der Bildungssenatorin! Die letzte Entscheidungsträger:innenantwort seht ihr auf der Seite der Petition.

Wir begrüßen die Bemühungen, die Berlin in den letzten Jahren unternommen hat, um die koloniale Vergangenheit Deutschlands innerhalb und außerhalb der Lehrpläne aufzuarbeiten.

Eine inhaltliche Thematisierung ist der Anfangspunkt, um Aufarbeitung zu ermöglichen. Letztlich geht es aber nicht nur um das “Ob”, sondern gerade um das “Wie”. Damit meinen wir, dass es zwar wünschenswert ist, dass Berlins/Deutschlands Kolonial- und Migrationsgeschichte im Unterricht thematisiert wird - aber wenn dies weiterhin aus der Perspektive der weißen Mehrheitsgesellschaft passiert, entsteht bei der Vermittlung kein gesellschaftlicher Mehrwert. Dahinter steckt die Frage, mit welcher Intention Geschichte vermittelt wird. Was möchten wir, was Schüler:innen in ihrer Schulzeit beigebracht wird? Wenn sie die Vergangenheit kennen, aber daraus keine Fähigkeiten entwickeln sie auf die Gegenwart zu übertragen, ist das bloße Vermitteln von Wissen nur verlorene Zeit.

Wenn im Unterricht die Sklaverei behandelt wird und auf einmal alle die Schwarze Mitschülerin anschauen, ist aus der Thematisierung als solcher kein Mehrwert gewonnen, weil diese für die Mitschülerin zu einer Rassismuserfahrung wird.

Deshalb fordern wir, dass BIPOC-Perspektiven fächerübergreifend in den Unterricht inkludiert werden. Nicht nur, damit BIPOC Schüler:innen empowered werden und sich repräsentiert sehen, sondern auch damit weiße Schüler:innen lernen, dass diese Perspektiven immer existiert haben und Platz einnehmen. Rassismus wird nicht dadurch aus der Welt geschafft, dass mehr Menschen von dem Genozid an den Herero und Nama wissen. Er wird dadurch verkleinert, dass Menschen lernen, wie sich rassistische Strukturen in der Vergangenheit und Gegenwart innerhalb der Gesellschaft verfestigt haben und wie es möglich ist, sich von diesen leidverursachenden Denkstrukturen zu distanzieren.

Die politische Landschaft in Berlin sollte es eigentlich erlauben, dass eine solche Aufarbeitung und Auseinandersetzung kritisch und richtig geschieht - auch (und insbesondere) noch nach dem Abschied von Frau Scheeres und den Wahlen des Abgeordnetenhauses 2021.

Was bisher da ist, reicht noch nicht aus. Die knapp 100.000 Menschen, die sich dieser Forderung angeschlossen haben, unterstreichen die Notwendigkeit dieser noch tiefer greifenden Auseinandersetzung.


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