Kein katholischer Bauskandal in Berlin!

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Offener Brief an die Deutsche Bischofskonferenz

Sehr geehrte Bischöfe und Erzbischöfe,

wir wenden uns in großer Sorge um ein einmaliges Berliner Denkmal und die finanzielle Situation der katholischen Kirche in Deutschland an Sie und bitten, Ihre Zusage, den Teilabriss der St. Hedwigs-Kathedrale und den Neubau des Innenraumes mit zu finanzieren, noch einmal eingehend zu prüfen.

Teilabriss, Umbau und Neubau der St. Hedwigs-Kathedrale sollen von allen deutschen Katholiken und aus allgemeinen Steuergeldern mitfinanziert werden, aber die veranschlagten Kosten werden, wie andere Bauvorhaben im Berliner Grundwasser zeigten, wieder einmal nicht reichen:

  • Neubau der Akademie der Künste: veranschlagt 38,5 Mio. €, Zwischenstand heute 76,8 Mio. €, Fertigstellung noch nicht beendet;
  • Staatsoper Unter den Linden: veranschlagt 100 Mio. €; Zwischenstand heute 400 Mio.€, weitere Kostensteigerungen durch erforderliche Mängelbeseitigung bei laufendem Betrieb;
  • James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel: veranschlagt 73 Mio.€, aktuelle offizielle Kostenschätzung 134 Mio. €;
  • Pergamonmuseum: durch fehlende Baugrunduntersuchung Steigerung der veranschlagten Kosten bereits jetzt um 200 Mio. €.

Wie wenig die verantwortlichen Bauherren in Berlin aus all dem gelernt haben, wird an der original erhaltenen Friedrichswerderschen Kirche von K. F. Schinkel deutlich, die durch Bauarbeiten auf Nachbargrundstücken schwer geschädigt wurde.

Nachdem Senator Dr. Klaus Lederer die Umbaupläne des Berliner Erzbischofs genehmigt hat, soll nun ohne seriöse Kosten-Nutzung-Rechnung gegraben und gebaut werden. Bislang wurden keine geowissenschaftlichen Erkundungen im Bereich des historischen Denkmalbestands vorgenommen. Aufwendungen zum Schutz der St. Hedwigs-Kathedrale selbst und der umliegenden Gebäude sind nicht eingeplant. Vielmehr ist in der Entwurfsplanung der Architekten Sichau & Walter, Leo Zogmayer aus dem Jahr 2015 zu lesen: „Als Ergebnis der Untersuchung von Baugrund und Grundwasserstand zeigte sich, dass – bezogen auf die vorgeschlagene eingeschossige Unterkellerung der Platzfläche – weder zusätzliche Maßnahmen zur Gründung, noch ein erhöhter Aufwand zur Grundwasserhaltung gegenüber vergleichbaren Maßnahmen zu erwarten ist.“

Wir erlauben uns, Sie daran zu erinnern, dass die deutschen Bischöfe schon einmal die Insolvenz des Erzbistums Berlin durch eine großzügige Spende von 30 Mio. € abgewendet haben. Nun drohen weitere Millionen an Kirchenmitteln und Steuergeldern für Maßnahmen verwendet zu werden, deren Sinn von Liturgiewissenschaftlern bezweifelt wird (vgl. den offenen Brief von Prof. Dr. von Buttlar und mehr als 100 weiteren Wissenschaftlern an Erzbischof Dr. Heiner Koch vom 21. März 2016; zugänglich unter www.freunde-hedwigskathedrale.de/kulturerbe-retten/fachwelt-fordert-erhalt/
 
Bitte prüfen Sie, bevor Sie die finanzielle Beteiligung Ihres Bistums freigeben, die erzbischöflichen Pläne noch einmal gründlich im Hinblick auf die Notwendigkeit für den Gottesdienst, mit welchem die Genehmigung zur Aufhebung des Denkmalschutzes erwirkt wurde. Bitte unterziehen Sie auch die eingeplanten Sicherungsmaßnahmen einer genauen Analyse. Es liegt in Ihrer Macht, einen weiteren Bauskandal in Berlin zu verhindern, der nicht nur zu einem erneuten finanziellen Desaster für das Erzbistum Berlin führen kann, sondern die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche in Deutschland ein weiteres Mal in Frage stellen würde.
 

Mit freundlichen Grüßen

Sigrid M. Philipps und Werner J. Kohl, Berlin
mit der Initiative Freunde der St. Hedwigs-Kathedrale



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