

Moin,
es ist ja nicht so, dass nix passiert. Auch wenn sich der Bahnchef ziert, die Challenge anzunehmen und seine Bahn mobilitätseingeschränkten Passagiere weiterhin vor den Kopf stößt! So zuletzt geschehen bei Ju Hahn, einer Mutter und Rollstuhlnutzerin aus Mannheim, auch bekannt als Bloggerin unter dem Namen Wheelymum. Ju Hahn konnte eine Bahnreise nach Berlin nicht antreten. Warum? Antwort der Bahn: „Es ist in Berlin niemand da, der den Knopf des Hubwagens betätigen kann.“ Ah ja… Hier zum Blog von Wheelymum.
Zusammen mit dem ISL (der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.) ging in dieser Woche die Website www.barrierefreiebahn.de an den Start! Auf Twitter sind wir auch vertreten mit dem Namen @bahnfueralle. Juhu!! Worum geht's? Darum, barrierefreien Forderungen Nachdruck zu verleihen - also so etwas eigentlich Selbstverständliches wie spontan reisen, und das auch noch selbstbestimmt und rund um die Uhr, wann immer die Züge eben fahren - und auch darum Mängel zu dokumentieren. Es ist keine Bashing Plattform gegen die Bahn! Vielmehr möchte die Seite Leute ermuntern, “die Bahnunternehmen mittels konstruktiver Kritik in die Verantwortung zu nehmen, um das Verkehrsmittel besser zu machen“, so Alexander Ahrens, Pressesprecher der ISL. Hier zur ISL Pressemitteilung. Wir suchen noch Partner (vielleicht aus dem Umfeld der Seniorinnen und Senioren oder der Fahrradverbände) zur Unterstützung. Sagt gerne Bescheid. Zum Beispiel unten in den Kommentaren.
Und dann ist da noch eine Kleine Anfrage der FDP an die Bundesregierung zum Thema Notfallevakuierung (PDF). Es geht um Notfälle und darum, wie man Rollifahrende oder andere Passagiere mit Mobilitätseinschränkung aus dem Zug bekommt und ob der Bundesregierung bekannt sei, dass diese Personengruppen aus bestimmten Gründen nicht evakuiert werden konnten. Wie zuletzt geschehen im Februar diesen Jahres, als ein ganzer Zug mit über 500 Menschen evakuiert werden musste wegen einer Bombendrohung. Alle bis auf einen. Er war im Rollstuhl unterwegs und angeblich war niemand vor Ort, der den Hebelift bedienen durfte... Sind euch ähnliche Fälle bekannt? Schildert sie und bringt sie zu Papier! Am besten direkt bei der Schlichtungsstelle des Bundes (BGG). Denn die Antwort der Bundesregierung lautet: “Nach Angaben der DB AG ist kein Fall bekannt, in dem die Hilfsdienste nicht in der Lage waren, die betroffenen Personen zu evakuieren.”
Was Cooles zum Schluss: Mit der “Hase” App konnten die ersten Bahnfahrten erfolgreich und einfach angemeldet werden. Dank eurer Hilfe sind 125 Euro zusammengekommen, um den Service am Laufen zu halten und noch besser zu machen. Supergut! Weitere Unterstützung ist sehr willkommen (hier spenden). Als nächstes ist geplant, die App für Screenreadernutzende (blinde Menschen) auszubauen.
Lieber Gruß und schöne Feiertage!
Kay