Verbot der bienentötenden Neonicotinoide: kein Zurück mehr!

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Wir sollen ernsthaft ein synthetisches Pestizid wieder zulassen, das seit zwei Jahren verboten ist und in mehr als 1200 wissenschaftlichen Studien als hochgiftig anerkannt wurde? Nicht mit uns!

Die Biene stand im Mittelpunkt der Debatten, die zum Verbot der Neonicotinoide im Jahr 2018 in Europa und der Schweiz führten. Eine dieser Moleküle namens Imidacloprid wurde bis dahin beim Anbau von Zuckerrüben verwendet. Sie wurde verboten, nachdem in mehr als 1200 wissenschaftlichen Studien unbestreitbar nachgewiesen wurde, dass Imidacloprid für bestimmte lebende Organismen höchst gefährlich ist, der menschlichen Gesundheit schadet und unsere Böden langfristig schädigt[1].

Heute fordert die Zuckerlobby eine Wiederzulassung von Imidacloprid mit dem Argument, dass die Ernte (und sogar die gesamte Industrie) von einer Blattlaus bedroht ist, dem Überträger eines Virus, der die Rübe befällt[2]. Diese Forderung lässt die menschliche Gesundheit ausser Acht und setzt die Biodiversität, die bereits stark abnimmt, weiter unter Druck. 

Nur ein Bruchteil des Wirkstoffs wird von den Wurzeln aufgenommen und auf die gesamte Pflanze übertragen. Die verbleibenden 80-98% verunreinigen unnötigerweise den Boden und die an Felder angrenzenden Gebiete und werden durch den Abfluss in die Wasserläufe getragen, wodurch der Grundwasserspiegel verunreinigt wird[3]. Diese Moleküle halten sich bis zu 20 Jahre im Boden[4]!

Es gibt andere Lösungen[5]! Imidacloprid ist ein Gift, das wir weder in unserem Zucker noch auf unseren Äckern noch in unserem Wasser wollen! Die Produktion ohne synthetische Pestizide funktioniert bereits heute und es ist wichtig, dass wir mehr in die Forschung investieren, um unsere Landwirtinnen und Landwirte zu unterstützen. Schliesslich ist es höchste Zeit, dass die Politik die gleichen Regeln für Importe wie für die Inlandproduktion erlässt, damit die Schweizer Landwirtschaft nicht mehr einem unfairen Wettbewerb ausgesetzt ist.

Unterschreiben Sie die Petition und helfen Sie uns, diese Wiederzulassung zu verhindern, die einen ernsthaften Rückschritt auf Kosten unserer Gesundheit[6]  und der Umwelt[7] bedeuten würde.

Sonia Burri Schmassman, Imkerin und ehemalige Präsidentin des Imker-Dachverbandes apisuisse sowie des Westschweizer Imker-Vereins SAR
Jérôme Tschudi, Arzt
Ernst Frischknecht, Pionier des Biolandbaus und ehemaliger Präsident von BioSuisse



[1] https://www.leparisien.fr/essonne-91/neonicotinoides-1200-enquetes-prouvent-leur-toxicite-selon-un-chercheur-du-cnrs-08-09-2020-8380647.php
[2] https://www.parlament.ch/fr/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203944
[3] Sánchez-Bayo, F. (2014) The trouble with neonicotinoids. Science, 346, 806.
[4] Baskaran S, Kookana RS, Naidu R (1999) Degradation of bifenthrin, chlorpyrifos and imidacloprid in soil and bedding materials at termiticidal application rates. Pestic Sci 55:1222–1228
[5] Furlan L, Pozzebon A, Duso C, Simon-Delso N, Sánchez-Bayo F, Marchand PA, Codato F, Bijleveld van Lexmond M, Bonmatin JM (2018) «An update of the worldwide integrated assessment (WIA) on systemic insecticides. Part 3: alternatives to systemic insecticides» Environ. Sci. Pollut. Res., pp. 1-23.
[6] Kimura-Kuroda J, Komuta Y, Kuroda Y, Hayashi M et Kawano H (2012), Nicotine-Like Effects of the Neonicotinoid Insecticides Acetamiprid and Imidacloprid on Cerebellar Neurons from Neonatal Rats PLoS One, 7(2): e32432, DOI:10.1371/journal.pone.0032432
[7] Pisa L,  Goulson D, Yan  EC,  Gibbons D, Sánchez-Bayo F, Mitchell EAD,  Aebi A, van der Sluijs J, MacQuarrie C, Giorio C, Yim Long E,  McField M, Bijleveld van Lexmond M and Bonmatin JM (2017) An update of the Worldwide Integrated Assessment (WIA) on systemic ecticides. Part 2: Impacts on organisms and ecosystems. Environmental Science and Pollution Research https://doi.org/10.1007/s11356-017-0341-3