Petition geschlossen.

Auch wir haben ein Recht zu leben – Behinderte Hunde auf dem Gnadenhof in Bergisch Gladbach

Diese Petition hat 7.100 Unterschriften erreicht


UPDATE Mai 2015 - 

Ich war im Dezember 2014 auf dem Gnadenhof und erstellte die Petition auf Basis der Informationen, die ich von den Betreibern des Hofes erhielt. Diese lautete u.A. dass das Vet Amt vorstellig wurde und drohte die behinderten Hunde einzuschläfern. Wie sich inzwischen heraus stellte, war dem nicht so. Das Vet Amt kontrollierte den Hof, es machte Auflagen, es gab einiges, das zu verbessern war. So sollte es ja auch sein, denn Tiere auf einem Gandenhof müssen halt so gehalten und versorgt werden, wie es das Gesetz vor gibt und es in vielen Bereichen ja auch Sinn macht und zum Schutze des Tieres auch richtig ist. Den Kopf in den Sand zu stecken, nutzt den Tieren halt nichts.

Da diese Petition also auf falschen Angaben, Aussagen und Informationen beruhte ist sie nicht korrekt und somit hinfällig.

Auch leben, wie das Vet Amt mitteilte, deutlich mehr Hunde auf dem Hof, als angegeben wurde, aber auch als dort anwesend waren, als ich den Hof besuchte... Auch als dort überhaupt leben dürften oder versorgt werden könnten.

Derzeit muss sie Anzahl der Hunde auf zwei private Hunde reduziert werden. Ich hoffe alle Hunde finden eine schöne Endstelle, Pflegestelle oder Verein. Das wünsche ich mir von ganzem Herzen...

Weitere Details und warum nun mehr Hunde dort lebten und warum nun auf zwei reduziert werden muss, möchte ich hier nicht weiter ausführen. Zum einen fehlen mir diese Informatonen, zum anderen sind Angaben auch nicht plausibel, als dass ich diese bewerten könnte. Es geht darum, dass die Hunde ALLE raus genommen werden können und hoffentlich an gute Stellen gehen.

Ich danke allen die die Petition unterzeichnet haben, zeigt es doch, dass man viele Menschen damit erreicht und sicherlich auch viel damit erreichen kann, wenn die Grundlagen, Aussagen und das Ziel stimmen.

Danke!

++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Ihnen droht die Einschläferung, ein möglicher Beschluss seitens des Veterinäramtes muss verhindert werden. Bitte unterstützt uns durch das Zeichnen dieser Petition, um das Schlimmste für diese Tiere verhindern zu können. Danke! 

Wir appelieren an das zuständige Veterinäramt: Bitte erkennen Sie an,dass die behinderten Hunde sehr wohl Lebensqualität haben und kein Grund für einen Beschluss zur Einschläferung dieser Tiere besteht. Wir bitten Sie Ihre Einschätzung nochmals zu überdenken und keinen solchen Beschluss zu erlassen!

Auf dem Gnadenhof von Andrea und Wolfgang Schmalz in Bergisch Gladbach bei Köln, den ich im Dezember besuchte,  leben 23 Hunde, die Hälfte der Hunde ist körperbehindert, weitere haben zum Teil psychische Störungen meist bedingt durch traumatische Erfahrungen in ihrem „ersten“ Leben. Andrea und Wolfgang geben hier vor allem alten und kranken Hunden, die keine Vermittlungschancen mehr haben, aus dem In- und Ausland einen Gnadenplatz.

Auf Grund einer Anzeige gegen den Gnadenhof wurde das zuständige Veterinäramt vorstellig. Beide Vorwürfe (es lebe eine Staupe kranke Hündin dort und die Hunde seien unterernährt) konnten entkräftet werden.

Jedoch wurden Andrea und Wolfgang seitens der Beamten erklärt, dass die behinderten Hunde nun keine Lebensqualität hätten und eingeschläfert werden sollten. Darüber wird derzeit, wie ich es verstanden haben, innerhalb des Veterinäramtes beraten. Eine Entscheidung dazu wird Anfang Januar erwartet.

Sollte es zu einem offiziellen Beschluss kommen, dann könnte es in der Tat sein, dass diese Hunde auf Grund einer angeblich mangelnden Lebensqualität eingeschläfert werden. Es geht um Hunde, die doch gerade wegen ihrer Behinderung und ihres hohen Alters hier einen Gnadenplatz gefunden haben. Genau dafür sind doch Gnadenplätze da…

Nun zurück zu dem Punkt „die behinderten Hunde haben nicht ausreichend Lebensqualität und sollten eingeschläfert werden“: Nicht bei einem einzigen hatte ich bei meinem Besuch das Gefühl entwickelt, dass dem so sei und so sieht es auch der behandelnde Tierarzt, dem die Hunde regelmäßig vorgestellt werden….

Die Vetreter des Veterinäramtes kontaktierten nach ihrem Besuch des Gnadenhofes den behandelnden Tierarzt und fragten ihn, warum er den zweibeingen Hund (Jule) nicht euthanasiert habe...  Woraufhin der Tierarzt antwortete, dass er darin absolut keine Notwendigkeit sähe, da der Hund sehr wohl Lebensqualität hätte...

Der Beschluss des Vetamts steht aus und wir alle können nur appellieren und hoffen, dass die Tötung der Tiere mit Behinderung nicht ernsthaft in Erwägung gezogen oder gar beschlossen wird. Denn in meinen Augen entbehrt dies jeglicher (rechtlicher) Grundlage, diese Tiere haben ausreichend Lebensqualität!

Diese Petition erstelle ich, da ich mir selbst vor Ort ein Bild machen konnte und nicht der Meinung bin, dass ein einziger behinderter Hund keine Lebensqualität hat. Sie nehmen am Leben rege teil und werden gut versorgt.

Der Text und die Erstellung der Petition sind in Zusammenarbeit und mit Einverständnis der Gandenhofbetreiber und der unterstützenden Organisation H.f.h.s vertreten durch Dagmar Regenhardt entstanden.

Das Bild zeigt die kleine Baby, deren hintere Hälfte komplett gelähmt ist, sie stammt aus Rumänien. Sie ist voller Leben, sie wuselt immer geschäftig herum und ist einfach ein kleines lustiges Goldstück! Und genießt ihr Leben - warum sollte sie sterben müssen?

 

Hier mein Besuchsbericht:

Mein Besuch des kleinen Gnadenhofs in Bergisch Gladbach

Kurz vor Weihnachten besuchte ich einen kleinen Gnadenhof in Bergisch Gladbach nähe Köln. Dieser kleine private Gnadenhof wird seit Jahren von Andrea und Wolfgang Schmalz betrieben. Bis zur Erkrankung von Wolfgang haben sie diesen ausschließlich privat finanziert, sind allerdings seit diesem Jahr auf finanzielle Unterstützung angewiesen, da Wolfgang durch seine schwere Erkrankung nur noch in Teilzeit arbeiten kann und sein Einkommen entsprechend geringer ist.

Auf dem Gnadenhof leben neben ein paar Hühnern, Katzen und Schafen insgesamt 23 Hunde. Die Hälfte der Hunde ist körperbehindert, weitere haben zum Teil psychische Störungen meist bedingt durch traumatische Erfahrungen in ihrem „ersten“ Leben. Andrea und Wolfgang geben hier vor allem alten und kranken Hunden, die keine Vermittlungschancen mehr haben, aus dem In- und Ausland einen Gnadenplatz. Hunde, die z.B. in riesigen Heimen in Rumänien lebten und dort kaum eine Überlebenschance hatte, geschweige denn menschliche Zuwendung, tierärztliche Versorgung oder ausreichend Futter.

Warum habe ich denn nun eigentlich diesen Gnadenhof besucht, liegt mein Tierschutzfokus doch eher am anderen Ende der Welt?

Über eine befreundete Tierschützerin wurde ich auf den Gnadenhof aufmerksam, wurde Mitglied einer Facebookgruppe, die gegründet wurde, u.A. mit Unterstützung von Help for helpless strays (http://www.h-f-h-s.de/ ). Ich las hier und da mal in der Gruppe, aber eher weniger, da einfach die begrenzte Zeit für meine eigenen Projekte genutzt werden musste. Im Dezember dann sah ich eine Petition und dachte nur, was ist denn nun los? Sprach mit Gaby und sie erklärte mir die Situation und derzeitigen Probleme.

Ich las, recherchierte, fragte, konnte aber einiges nicht so recht nachvollziehen. Also wollte ich mir ein eigenes Bild machen und entschied mich kurzfristig nach Bergisch Gladbach zu fahren und mir den Gnadenhof anzusehen. Kein Problem, kurz Bescheid gesagt, los gefahren und da stand ich nun… ;-)

Viele Eindrücke

Ja wie soll ich es beschreiben? Zuerst dachte ich, die Welt endet hier bis ich endlich das richtige Haus mitten im Wald fand. Ich stieg aus und da kam schon ein sehr herziger Dackel auf mich zu. Zwei junge Männer werkelten herum, die Schafe schauten mich an, die Hühner gackerten. Dann öffnete sich das Tor, ich ging rein und eine Horde Hunde begrüßte mich… Von ganz klein, bis groß, von schüchtern Abstand haltend bis an mir hoch springend, mir folgend oder mit etwas Abstand beäugend… Ein kunterbuntes Rudel, das erst einmal lauthals verkündete: da ist jemand, den wir nicht kennen :D

Gaby, die auch vor Ort war, Freunde von ihr sowie Andrea und Wolfang begrüßten mich und baten mich herein. Verfolgt von der Meute bahnte ich mir den Weg ins Wohnzimmer, natürlich erst mal alle Hunde ignorierend, denn ich kannte keinen von ihnen und wollte sie weder ängstigen noch bedrängen. Begleitet von Bellen, Springen, Hüpfen nahm ich Platz am Tisch inmitten der Hundebande und als alle saßen, wurde es dann auch etwas ruhiger  Und nun konnte ich mir die Hunde mal in Ruhe ansehen, zumindest die, die sich um mich herum abgelegt hatten oder auf meinen Schoß wollten :D Ja die mini kleinen Hunde, die nur auf ihren Vorderbeinchen laufen konnten bis hin zu Hunden, die sich ihre Streicheleinheiten abholten. Ein buntes Treiben und es beeindruckt mich immer wieder, wie gut doch diese Rudel funktionieren.

Von sehr ruhig, bis total aufgedreht, von skeptisch bis fröhlich, von stürmisch bis zurück haltend, alles ist dabei. Die beiden ganz kleinen behinderten Minihundchen Baby und Jule, mitten drin und keiner tritt auf sie… Sie laufen umher, laufen unter und auch mal über die anderen Hunde her und nix passiert ihnen… Der eine oder andere schaut sich das Spektakel lieber vom Sofa oder aus dem Körbchen an, alles gut, solange alle sitzen. Stehe ich auf, um mal schnell ein Bild zu machen, stehen alle auf :D HaHa es ist unglaublich, welche Dynamik sich da entwickelt, aber nicht einmal hatte ich den Eindruck, dass sie zanken oder es „brenzlig“ wäre.

Nun aber zurück zu dem Grund, warum ich überhaupt hier war.

Der Grund ist eine Anzeige gegen den Gnadenhof. Diese Anzeige beinhaltete meines Wissenstands nach, die folgenden Vorwürfe:

• Es lebt eine akut Staupe kranke Hündin auf dem Gnadenhof

• Die Tiere sind unterernährt

 Zu Punkt 1:

NEIN, es lebt keine Hündin, die Staupe hat auf dem Hof, es lebt eine Hündin dort, die an den typischen Folgen einer früheren Staupeerkrankung leidet (Nervenschäden) auf dem Hof. Es ist Rieke, sie liegt auf dem Sofa, im Kopf sehr wach, für Streicheleinheiten immer zu haben, aber sie ist körperlich behindert. Sie leidet nicht an Staupe und ist auch nicht mit einer Staupeerkrankung auf den Hof gekommen. Wie wir alle wissen, Staupe ist hochgradig ansteckend und lebensbedrohlich. Überlebt der Hund, dann meist mit zum Teil massiven Folgeschäden.

Zu Punkt 2:

Die Hunde seien unterernährt. Nein, das kann ich, da ich sie nun alle live und in Farbe gesehen haben, nun wirklich nicht bestätigen. Ich habe keinen abgemagerten Hund gesehen, sie alle hatten eine absolut normale zum Teil schöne athletische Figur.

Auf Grund dieser Anzeige kam das zuständige Veterinäramt zu Besuch, um zu kontrollieren, ob nun ein Hund mit akuter Staupeerkrankung dort lebte und die Hunde unterernährt seien. Ich selbst war nicht dabei, aber denke, dass beide Vorwürfe entkräftet werden konnten.

Jedoch wurde Andrea und Wolfgang seitens der Beamten erklärt, dass die behinderten Hunde nun keine Lebensqualität hätten und eingeschläfert werden sollten. Darüber wird derzeit, wie ich es verstanden haben, seitens des Vetrinäramtes beraten. Sollte es zu einem offiziellen Beschluss kommen, dann könnte es in der Tat sein, dass diese Hunde auf Grund einer angeblich mangelnden Lebensqualität eingeschläfert werden. Der Besitzer scheint da fast machtlos zu sein also wurde ein Anwalt mit der Vertretung betraut. Denn wir alle kennen die Gesetze und Möglichkeiten nicht so genau und geht es doch nun um Leben und Tod. Und genau das wollte ich mir ansehen, es geht um Hundeleben, um Hunde, die doch gerade wegen ihrer Behinderung und ihres hohen Alters hier einen Gnadenplatz gefunden haben. Genau dafür sind doch Gnadenplätze da…

Und wie definiere ich eigentlich „Lebensqualität“? Bei einem Menschen ist es noch etwas einfacher, er kann mir selbst sagen, wie hoch er seine Lebensqualität einschätzt… Aber die meisten Menschen, die sich z.B. aufgrund einer Querschnittslähmung nur mittels eines Rollstuhls fortbewegen können, schätzen ihre Lebensqualität sicherlich nicht als so gering ein, als dass sie lieber sterben würden oder? Sie nehmen doch am Leben teil, der einzige Unterschied, sie laufen nicht auf ihren Beinen… Und genauso habe ich es bei den behinderten Tieren auf diesem Gnadenhof erlebt. Sie nehmen trotz ihrer Behinderung am Leben teil, jeder auf seine Art. Die beiden kleinen zweibeinigen Rennmäuse robben ganz wichtig und immer beschäftigt zwischen den anderen umher und strahlen sehr viel Leben aus, insbesondere die kleine Baby war sehr neugierig und geschäftig :D <3. Ja es ist nicht schön anzusehen – für den Menschen – sie selbst kennen es nur so und kommen damit gut klar. Sie haben alle Rollis, aber sie möchten sie nicht. Sie kommen so besser klar, sie haben keine Schmerzen, sie leben ihr Leben mit der Behinderung.

Auch Rieke, sie nimmt sehr wohl an dem Leben teil, ich habe sie sehr genau beobachtet, ich habe mich zu ihr gesetzt und sie hat ihren Kopf in meine Hand gedrückt und es sichtlich genossen. Sie hat mich angesehen, nicht leidend, sondern aufmerksam und auffordernd.

Auch die Hunde, die auf Grund zum Teil traumatischer Erlebnisse oder psychischer Störungen nicht wirklich den Kontakt zu mir, also dem Menschen suchten, sie waren Teil des Rudels. Dort hatten sie die Interaktion und die Aufmerksamkeit, die sie sich wünschten, sie suchen sie nicht beim Menschen. Und welcher Mensch, der einen oder zwei Hunde hat, möchte einen Hund haben, der keinen gesteigerten Wert auf menschliche Nähe, gar auf Menschen legt? Also sind genau diese Hunde nicht am besten in einem solchen Rudel aufgehoben? Ich denke ja.

Und auch glaube ich und das konnten mir Andrea und Wolfgang sehr glaubhaft bestätigen, jeder Hund, dessen Leben nicht mehr lebenswert ist, der Schmerzen hat oder einfach nur noch dahinvegetiert, der Zeichen gibt, es reicht mir nun, der wird entlassen ins Regenbogenland, genau dann, wenn die Zeit reif ist.

Nun zurück zu dem Punkt „die behinderten Hunde haben nicht ausreichend Lebensqualität und sollten eingeschläfert werden“: Nicht bei einem einzigen hatte ich das Gefühl entwickelt, dass dem so sei und so sieht es auch der behandelnde Tierarzt, dem die Hunde regelmäßig vorgestellt werden….

Dann kam noch das Thema Geruchs- und Lärmbelästigung. Auch da soll eine Anzeige vorliegen. Ich weiß nicht, warum solche Dinge so oft im Tierschutz zusammen kommen? Der Gnadenhof ist doch nicht erst seit gestern dort? Wie auch immer, ja zugegebener Weise, das kann ich will ich nicht leugnen, musste sich meine empfindliche Nase erst einmal an einen strengen Geruch gewöhnen :D Aber etwas anderes habe ich nicht erwartet. Natürlich sind viele der Hunde inkontinent und natürlich lassen sie überall unter sich. Und natürlich kann man nicht immer sofort nachwischen. Und natürlich schlagen viele Hunde viel Alarm wenn Besucher kommen. Aber wen stört das dort am Ende der Welt nun? Ja es gibt Nachbarn, aber die hocken nicht direkt nebenan, der Geruch aus dem Haus dringt ja nicht nach außen (so habe ich es wahr genommen) und das Bellen ist auch schnell beendet, wenn sich der Besucher dann mal hin hockt. Natürlich ist Aufruhr, wenn ich da kreuz und quer herum laufe, aber auch hier, wir waren drinnen nicht draußen im Hof …. Auf dem Hof gab es das Begrüßungs-Konzert, dann alle Hunde rein und Ruhe bitte.

Dann nehmen wir Romeo: Romeo ist 21 Jahre (!) alt… Kaum vorstellbar, dass ein Hund seiner Größe ein solch hohes Alter erreicht. Er ist der älteste der Gang. Er hat sein erstes Lebensjahr auf den Straßen Rumäniens verbracht, 13 Jahre in einem Tierheim und im Alter von 14 Jahren nahmen Andrea und Wolfgang ihn auf. Sprich er lebt seit 7 Jahren bei ihnen und hat das gesegnete Alter von 21 Jahren erreicht und sieht wirklich noch gut aus. Ja er tobt nicht mehr im Rudel sondern zieht sich zurück, um seine Ruhe zu haben, aber das geht klar  Mir persönlich wären 20 Jungspunte auch zu viel Action ;-) Aber spricht dies nicht für eine gute Versorgung der Hunde? Wäre er bei Fehlernährung, fehlender ärztlicher Betreuung etc. jemals so alt geworden?

Mein Resümee

Nun habe ich mir selbst ein Bild gemacht, konnte mir selbst ein paar Fragen beantworten, mir die Lage vor Ort ansehen und schon stellen sich wieder Fragen… Sie haben sich natürlich vor meinen Besuch bereits gestellt, aber nun natürlich umso stärker. Warum zeigt jemand hier an, dass angeblich ein Hund mit einer Staupeerkrankung dort lebt und dass die Hunde nicht ausreichend ernährt würden? Ein Besuch oder Rückfragen oder Nachfragen bei Menschen, die bereits dort waren hätte genügt, um sich zu überzeugen, dass dem nicht so ist… Nun wurden ja beide Punkte entkräftet, warum sollen denn nun die behinderten und teilweise alten Hunde eingeschläfert werden, obwohl sie dort ausreichend Lebensqualität haben und auch noch sehr rege am Leben teilnehmen, keine Schmerzen haben und sich beileibe nicht aufgegeben haben? Mit ein bisschen Hundesachverstand und Gespür kann man das sehr wohl erkennen… Warum gibt es nun Anzeigen zu Geruchs-und Lärmbelästigung? Diese Fragen bleiben offen, können sie (für mich) auch bleiben, solange es nicht dazu kommt, dass hier Tiere heraus geholt werden, um sie einzuschläfern! Denn so sieht für mich persönlich nicht ein „Handeln zum Wohle von Lebewesen/Tieren“ aus und genau darum sollte es doch gehen oder?

Das Damokles’ Schwert schwebt derzeit irgendwie über dem Leben dieser Tiere, aber auch über den Menschen, die sich um all diese Tiere kümmern, die ihnen, den meist ungewollten nicht vermittelbaren Hunden, ein zuhause geben, wohl gemerkt in ihrem eigenen zuhause. Ja sie leben alle zusammen in einem Haus, ertragen Geruch, Chaos, Aktion, Arbeit, Stress, finanzielle Nöte, viele Dinge, die wir, die wir ein oder zwei Hunde haben kaum ermessen können und selbst auch niemals bewerkstelligen wollten oder könnten. Aber genau solche Menschen brauchen die Tiere, die sonst jämmerlich irgendwo zu Grunde gingen, die kaum eine Überlebenschance hätten, ganz zu schweigen von einer Lebensqualität annähernd zu der, die sie dort haben.

Meine Hoffnung

Der Beschluss des Vetamts steht aus und wir alle können nur appellieren und hoffen, dass die Tötung der Tiere mit Behinderung nicht ernsthaft in Erwägung gezogen oder gar beschlossen wird. Denn in meinen Augen entbehrt dies jeglicher (rechtlicher) Grundlage, diese Tiere haben ausreichend Lebensqualität! Sicherlich kann hier und dort einiges verbessert werden, eine Renovierung und Ausbesserungen an Haus und Hof sind z.B. für das Frühjahr geplant, all dies geht nicht ohne Unterstützung, ob handwerklich oder finanziell. Aber da haben die beiden inzwischen einige Unterstützer, die sich bereits angeboten haben tatkräftig zu unterstützen :-) Menschen, die vor Ort waren und sicherlich einen ähnlichen Eindruck gewonnen haben wie ich. Es ist sicherlich nicht alles perfekt, aber um ein vielfaches besser als in großen Tierheimen oder Tötungen, das sollte man nicht vergessen..

Mein Respekt

Dies zu meinen Besuch… Es hat viele unterschiedliche Eindrücke bei mir persönlich hinter lassen. Ich weiß, ich selbst könnte das niemals bewerkstelligen, ich könnte auch so nicht leben, da muss ich ehrlich sein. Aber umso größer ist mein Respekt für die Menschen, die einen solchen Gnadenhof unter solchen Bedingungen betreiben. Es ist der Wahnsinn, es ist Arbeit von morgens bis abends, niemals Ruhe, niemals Ordnung, niemals einfach mal in Urlaub fahren oder am Wochenende ausschlafen, es heißt kümmern von morgens bis spät in die Nacht und das neben einem Beruf (beide arbeiten ja), Krankheiten (einer fällt aus und nun muss einer alleine alles erledigen), Sorgen und Nöten -  es ist einfach unvorstellbar - hat man es selber nicht einmal erlebt. Und ich war nur ein paar Stunden dort…

Und für diese Menschen, die so viele Tiere betreuen, bedeutet jedes einzelne genauso viel, wie uns unsere Tiere bedeuten. Nimmt man uns unseren Hund weg, müssen wir unseren Hund gehen lassen, dann ist das eine emotionale Katastrophe. So ist es auch für sie und nun können wir annährend nachvollziehen, in welcher Angst sie leben, ihre geliebten Hunde zu verlieren… Und dies alles wegen einer Anzeige, die völlig falsche Fakten anzeigte… Es ist so schlimm, es ist aber auch ungerecht und macht ein eh schon nicht leichtes Leben noch viel schwerer… und gefährdet nun das Leben der Seelen, die einst gerettet wurden... Warum? Da ist sie wieder die Frage, die unbeantwortet bleibt…

Zum Abschluss möchte ich um eines bitten. Ich habe mir dort selbst ein Bild gemacht, ich habe Infos erhalten zu den vorhandenen Anzeigen, ich weiß nicht von wem sie stammen, es ist mir auch egal. Auch kenne ich die zuständigen Damen und Herren des Veterinäramtes nicht persönlich und kann und werde mir daher kein Urteil über sie bilden. Ich möchte nicht, dass nun ein Shitstrom ausbricht, denn das hilft niemandem. Ich möchte fair und neutral bleiben, ich möchte nur mit Fakten argumentieren, die ich habe und nicht mit Vermutungen. Ich beschuldige niemanden, ich wollte mir einfach ein eigenes Bild machen, um beurteilen zu können, wie die Hunde leben, vor allem die behinderten und alten. Und ich möchte mit diesem Bericht einfach zum Ausdruck bringen, dass sie gut leben und vielleicht damit helfen, dass sie nicht dort weg müssen und gar eingeschläfert werden. Einen Beschluss dazu gibt es ja auch (noch) nicht und ich hoffe sehr, dass es ihn auch nie geben wird.

Euch alle, wo auch immer Ihr diesen Bericht lest bitte ich, keine Mutmaßungen, Beleidigungen oder gar Drohungen zu äußern, das hilft niemanden, es heizt die Situation nur an und schadet am Ende den Tieren, aber auch Andrea und Wolfang! Vergesst das bitte nicht! Alle unangemessenen Kommentare werden gelöscht.

Ich danke Andrea und Wolfgang für ihre Liebe zu und Fürsorge für ihre Tiere und dass ich so spontan vorbei kommen durfte. Es war mir eine Herzensangelegenheit, mir persönlich ein Bild machen und somit die Situation und auch die „Vorwürfe“ entsprechend beurteilen zu können. Und das steht auch jedem frei, der sich selbst ein Bild machen möchte. Besucher sind jederzeit willkommen.

Und wer den Gandenhof mit Sachspenden oder auch finanziell unterstützen möchte, ist natürlich jederzeit willkommen. Bitte wendet Euch an Dagmar Regenhardt von H.f.h.s. Andrea ist hier nur selten online, da sie dafür viel zu wenig Zeit hat. Die Bankverbindung füge ich unten ein. Hundesteuer, Strom, Tierarztkosten, die finanzielle Belastung ist riesig...

Liebe Grüße

Ulla

P.S. Die Bilder sind fast alle verwackelt und nicht ganz scharf. Aber an der Fotomodell Karriere müssen wir noch arbeiten, denn das bedeutet still sitzen :D Auch habe ich natürlich keinen Blitz benutzt, um die Hunde nicht zu irritieren.

!! Dieser Bericht darf gerne geteilt werden (das Album nicht die einzelnen Bilder, sie haben keinen Text!), jedoch dürfen weder Text noch Bilder kopiert/herunter geladen und als eigene Posts/Berichte verbreitet werden. Der Text sowie die Fotos sind mein Eigentum. Die Nutzung und/oder Weitergabe der Inhalte ist ohne meine ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet !!

***** Wer helfen möchte ******

VWZ: Gnadenhof

Paypal: helpforhelplessstrays@gmail.com

Bankverbindung

help for helpless strays

BLZ: 604 500 50

KTO-Nr. 0030138643

IBAN: DE 26 6045 0050 0030 1386 43

BIC: SOLADES1LBG

*********************************

Die Gruppe des Gnadenhofs bei Facebook:

https://www.facebook.com/groups/660416834042969/?ref=ts&fref=ts

 

Mein Besuchsbericht inkl. Fotos bei Facebook:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1002085133139285.1073741906.100000134234371&type=3

 

Kontakt für weitere Infos zu dem Gnadenhof:

Dagmar Regenhardt:

https://www.facebook.com/dagmar.regenhardt

http://www.h-f-h-s.de

 

 



Heute: Ursula verlässt sich auf Sie

Ursula Elsenheimer benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Das zuständige Veterinäramt: Auch wir haben ein Recht zu leben – Behinderte Hunde auf dem Gnadenhof in Bergisch Gladbach”. Jetzt machen Sie Ursula und 7.099 Unterstützer/innen mit.