Petition updateDas SEZ sanieren und als Sport- und Freizeitfläche für alle wiederöffnen!Heute Weihnachtssingen vorm SEZ, Aufruf des SEZ-Architekten, Pressemitteilung von "SEZ für alle!"
Susanne LorenzBerlin, Germany
Dec 21, 2025

Liebe UnterstützerInnen für den Erhalt des SEZ,

seit dem letzten Update ist so unendlich viel passiert, dass mir schlicht die Zeit für ein neues Update fehlte.

Auch wenn es sehr knapp ist, möchte ich heute noch zum Weihnachtssingen vors SEZ einladen. Ich hoffe, es können heute noch möglichst viele spontan zum SEZ kommen, denn die WBM schafft seit Mittwoch wieder Fakten mit weiteren Abrissarbeiten am SEZ. Wir brauchen deshalb viele sichtbare und hörbare UnterstützerInnen vorm SEZ.

Weiterhin möchte ich mit diesem Update einen Aufruf des SEZ-Architekten Günter Reiß teilen und eine Pressemitteilung unserer Bürgerinitiative "SEZ für alle!".

1) Weihnachtssingen heute, Sonntag, 21.12.2025, 14 Uhr vorm SEZ

Liebe Freundinnen und Freunde des SEZ,

in dieser Woche versucht die WBM erneut Fakten zu schaffen, indem sie den Abriss des Außenbeckens der SEZ weiter vorantreibt. Irreversible Schäden, insbesondere an der Schwimmbadfassade, drohen. 

Wir fordern einen sofortigen Stopp sämtlicher Abrissarbeiten auf dem Grundstück!

Hier sollen noch vor Weihnachten Fakten geschaffen werden. Dagegen wehren wir uns! Gemeinsam mit der Künstlerin Julia singen wir ihre turbokapitalistischen Weihnachtslieder: für eine gerechtere Baupolitik und für den Erhalt des SEZ – ironisch, laut und solidarisch.

Wann? Sonntag, 21.12.2025, 14 Uhr
Wo? Landsberger Allee 77, 10249 Berlin, Ecke vor dem SEZ ggü. der Tramhaltestelle M10, Petersburger Straße / Landsberger Allee 

Kommt warm angezogen, bringt Freunde, Kinder, Instrumente und eure Stimmen mit.
Lasst uns gemeinsam zeigen: Das SEZ lebt – und wir geben es nicht auf.

Eure Bürgerinitiative "SEZ für alle!"

2) Aufruf des SEZ-Architekten Günter Reiß

Der Architekt des Sport- und Erholungszentrums (SEZ) bat uns, seine folgende Nachricht weiterzuleiten.

GÜNTER REISS DIPL. ING ARCHITEKT
 
Rom 225 - Berlin 2025
 
Ein Vergleich
 
Als ich kürzlich in Rom war, konnte ich dort im Sportforum zahlreiche Handwerker auf großen Gerüsten beobachten, die an der imposanten Ruine der 1.800 Jahre alten CARACALLA THERMEN Restaurierungsarbeiten ausführten, um dieses Bauwerk zu erhalten.
Septimus Severus war 206 der Erbauer und 235 wurde das Bauwerk durch Severus Alexander vollendet.
Diese Anlage war noch im 5. Jahrhundert betriebsbereit und konnte durch die Bürger Roms immer noch eintrittsfrei genutzt werden.
Da die Anlage am Stadtrand Roms und in einer ärmlichen Gegend angelegt wurde, kann angenommen werden, dass sie erbaut wurde, um die Popularität der Kaiser beim Plebs zu steigern.
 
Neben einigen Schwimmbecken und Gärten beherbergten die Thermen Gymnastik- und Versammlungsräume, Bibliotheken und diverse Dienstleistungsbetriebe wie Friseurgeschäfte.
Täglich konnten die Thermen ca. 2.000 Gäste aufnehmen.
 
Meine Bewunderung über die Römer führte zur Trauer und Wut über das Schicksal des SEZ in Berlin!
Durch die gegenwärtig Verantwortlichen soll es abgerissen werden.
Das vollständige SEZ war täglich für bis zu 15.000 Besucher ein Erlebnis und Freude.
 
Der Abriss ist in diesem historischen Vergleich ein sinnloser, gegen die Bevölkerung gerichteter Frevel!
Der eingeleitete Abriss des SEZ muss durch ein Moratorium zum Stopp der Vernichtung kommen.
Die Verantwortung der Abrissverfechter, die das Areal auf der Grundlage eines falschen Bebauungsplanes aus dem Jahr 2018 umnutzen wollen, darf nicht hingenommen werden.
Wir leben in einer "Metropole" genannten Bürgergemeinschaft, die mehrheitlich den Wert des erhaltenswerten Gemeingutes SEZ erkannt hat und die Kulturgutvernichtung verhindern wird.
 
Senat, Mitbürger, Gäste und Stadtöffentlichkeit sind aufgerufen:
Lasst das nicht zu!
 
Berlin, 4.12.2025
Günter Reiß
SEZ Architekt bei Hochtief AG  1977 -1981

3) Pressemitteilung der Bürgerinitiative "SEZ für alle!"

Berlin, 18.12.25

SEZ in Gefahr: Erneute Abrissarbeiten trotz offener Debatte – Wir fordern Abrissmoratorium und Offenlegung der WBM-Studie

Mit großer Sorge und scharfer Kritik reagieren wir auf die laufenden Abrissarbeiten im Außenbereich des Sport- und Erholungszentrums (SEZ), die am 17.12.2025 wieder aufgenommen wurden. Kurz vorher am 12.12.2025 verkündete die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) den „erfolgreichen“ Abschluss ihrer Machbarkeitsstudie für das SEZ-Areal. Was jedoch weiterhin fehlt, ist die Grundlage für eine sachliche und demokratische Diskussion: Die Machbarkeitsstudie selbst liegt der Öffentlichkeit bislang nicht vor.

Wir fordern daher ausdrücklich einen sofortigen Stopp der laufenden Abrissarbeiten und eine Offenlegung der vollständigen Machbarkeitsstudie!

Wir kritisieren, dass die Machbarkeitsstudie ausschließlich unter der Prämisse eines kompletten Abrisses des SEZ erstellt wurde. Alternativen waren bislang von vornherein ausgeschlossen. Ein solches Vorgehen halten wir für fachlich unzureichend und politisch inakzeptabel!
Unbeantwortet bleiben zentrale Fragen:
- Welche konkreten Sport- und Freizeitnutzungen sollen tatsächlich entstehen?
- Welche Kosten entstehen durch Abriss, Neubau und Gesamtentwicklung – und wer trägt sie?

Wir fordern eine alternative Machbarkeitsstudie, die den Erhalt, die Sanierung und die Wiederinbetriebnahme des SEZ ernsthaft untersucht. Eine solche Studie kann zeigen, dass der Erhalt:
- technisch möglich ist, da die Tragwerksstruktur grundsätzlich erhaltungsfähig ist und flexible Nutzungen erlaubt,
- wirtschaftlich darstellbar, da Sanierungskosten deutlich unter Abriss- und Neubaukosten liegen, 
- klimapolitisch geboten, weil der Erhalt erhebliche Mengen grauer Energie spart und Abriss/Neubau deutlich höhere CO₂-Emissionen verursachen,
- und gesellschaftlich notwendig ist, da das SEZ jahrzehntelang eine einzigartige, niedrigschwellige Sport- und Freizeitgroßanlage mit gesamtstädtischer Bedeutung war.

Der Erhalt des SEZ wäre ein immenser Zugewinn für die soziale Infrastruktur der gesamten Stadt und identitätsstiftend für Friedrichshain. Denkbar wäre aus Sicht von Fachleuten eine schrittweise Reaktivierung durch Zwischennutzungen nach einer behutsamen Schadstoffbeseitigung, z.B. über ein gemeinwohlorientiertes Trägermodell mit einer Kombination aus Sport-, Kultur- und Nachbarschaftsnutzungen.

Besonders alarmierend ist, dass nach bereits erfolgten ungenehmigten Abrissarbeiten Ende November nun erneut Abbruchmaßnahmen im Außenbereich des SEZ stattfinden. Nachdem am 26.11.2025 große Teile des Außenbeckens zerstört wurden und am 27.11.2025 Teile der Fassade am ehemaligen Restaurant „Kristall“ sowie das Dach der Eisbahn beschädigt wurden, kam gestern erneut schweres Abbruchgerät am Außenbecken zum Einsatz. Dieses Becken ist fester Bestandteil des Gebäudes, da es Innen- und Außenbereich des Schwimmbads über eine Schwimmschleuse verbindet.
Sollten diese Arbeiten fortgesetzt werden, besteht die erhebliche Gefahr, dass weitere Gebäudeteile – insbesondere die Schwimmbadfassade – dauerhaft beschädigt werden. Wir fordern daher die Bauaufsicht ausdrücklich auf, unverzüglich einen Baustopp zu verhängen.

Wir befürchten, dass nun – möglicherweise noch vor Weihnachten oder unmittelbar nach Neujahr – ein schneller Abriss durchgedrückt werden soll. Ein solcher Schritt wäre ein Angriff auf demokratische Entscheidungsprozesse. Die öffentliche Debatte über die Zukunft des SEZ ist in vollem Gange und muss ernst genommen werden. Unzählige Bürgerinnen und Bürger, Fachleute und sogar Politikerinnen und Politiker der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus mahnen zur Umplanung mit SEZ-Erhalt. Diese Stimmen dürfen nicht ignoriert werden.
Ein Abriss wäre nicht nur unökologisch, sondern auch eine Entwürdigung der Leistung der Erbauerinnen und Erbauer des SEZ und würde Berlin ein einzigartiges Gebäude unwiederbringlich nehmen.

Friedrichshain braucht die vielfältigen Sport-, Gesundheits- und Begegnungsangebote, die das SEZ bieten kann.

Wir akzeptieren das Vorgehen der WBM in dieser Form nicht und fordern:
die Offenlegung der vollständigen Machbarkeitsstudie,
eine alternative Machbarkeitsstudie zum Erhalt und zur Sanierung des SEZ,
ein sofortiges Abrissmoratorium für das SEZ.

Die Zukunft des SEZ darf nicht hinter verschlossenen Türen entschieden werden!
Wir rufen die Öffentlichkeit, Bürgerinnen und Bürger, Vereine und die Politik dazu auf, uns im Einsatz für den Erhalt des SEZ zu unterstützen. Unterschreibt unsere Petition, folgt uns auf Instagram und besucht unsere Internetseite.

Die Bürgerinitiative "SEZ für alle!"

Petition: www.change.org/p/das-sez-sanieren-und-als-sport-und-freizeitfläche-für-alle-wiederöffnen
Instagram: www.instagram.com/sez_fuer_alle
Website: sez-fuer-alle.de

Da es noch viele weitere wichtige Ereignisse in der letzten Zeit gab (u.a. offener Brief von WissenschaftlerInnen, Pressekonferenz von Gemeingut in BürgerInnenhand und Naturfreunde Berlin zur geplanten Klage, Veröffentlichung der Denkmalschutzbefassung aus 2022), folgt bald ein weiteres Update. Seien Sie gespannt.

Bitte unterstützen Sie uns auch weiterhin durch Unterschreiben und Teilen der Petitionen
https://www.change.org/p/das-sez-sanieren-und-als-sport-und-freizeitfläche-für-alle-wiederöffnen
https://www.gemeingut.org/sez-retten-abriss-stoppen/
https://www.gemeingut.org/SEZ-schuetzen
durch Teilnahme an unseren Demos, am Runden Tisch, durch E-Mails oder Briefe an Politiker*innen sowie Ideen und fachliche Hinweise. Vielen Dank.
 
Herzlichst, Susanne Lorenz

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