

Liebe UnterstützerInnen für den Erhalt des SEZ,
heute gibt es wieder viel zu berichten.
1) Berichterstattung zum Zustand des SEZ und zum AGH-Antrag
Am Freitag, 28.02., war der Antrag "Das SEZ nicht abreißen!" der Partei Die Linke im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses. Dort wurde er abgelehnt und in den federführenden Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen überwiesen, da er mit der Forderung nach Baugutachten, Machbarkeitsstudie, städtebaulichem Ideenwettbewerb, Nichtabriss und Zwischennutzungen nicht ergebnisoffen formuliert sei. Im Gespräch mit Aktiven unserer Bürgerinitiative "SEZ für alle!" haben viele Abgeordnete signalisiert, sich das SEZ selbst ansehen zu wollen. Von uns erhielten sie Fotos aus der Zeit der Zwischennutzung, die zeigen, wie erstaunlich gut das Gebäude größtenteils erhalten ist. Selbst wenn dem Antrag nicht zugestimmt würde, könnten ähnliche Anträge neu ins Abgeordnetenhaus eingebracht werden. Ein neutrales Baugutachten, eine Machbarkeitsstudie und ein städtebaulicher Ideenwettbewerb würden fundierte Entscheidungen zum SEZ statt undurchsichtiger Hinterzimmerplanungen ermöglichen.
Für Montag, 03.03., hatte der Chef der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) Pressevertreter zu sich eingeladen, um darüber zu berichten, wie vermüllt und heruntergewirtschaftet das SEZ sei. Herr Dormeyer nannte das multifunktionale SEZ ein "altes komisches Schwimmbad" und führte aus, dass eine Machbarkeitsstudie nur für den Abriss des Gebäudes erstellt werde, nicht für eine Sanierung. Weiterhin stellte er klar, dass er nicht wüsste, was eine Sanierung des Gebäudes kostet und dass die WBM "ganz klar für Abriss und Neubau" stehe.
Ungewöhnlich ist nicht nur, dass ein Chef einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft überhaupt JournalistInnen einlädt, um zu rechtfertigen, warum ein öffentliches Gebäude abgerissen werden soll. WBM-Chef Lars Dormeyer hat scheinbar auch ein einseitig negatives Bild vom Gebäude gezeichnet, das sich überhaupt nicht mit unseren Eindrücken sowie Einschätzungen von ArchitektInnen, BauingenieurInnen und GebäudetechnikerInnen deckt, die das Gebäude im Zustand der Zwischennutzung kennen. Der WBM-Chef zeigte Fotos von Müll und Bauschutt im Gebäude, die beeindruckend schönen großen Hallen hat er weggelassen. Damiano Valgolio, direkt gewählter Abgeordneter aus Friedrichshain, sagt dazu treffend: "Ein Gebäude abzureißen, weil innen Bauschutt liegt, ist so als würde man ein Auto verschrotten, weil der Aschenbecher voll ist."
Insgesamt entsteht durch den Pressetermin der WBM der Eindruck, die BewohnerInnen dieser Stadt und die Abgeordneten sollen negativ beeinflusst werden, um die Diskussion um den Abriss des SEZ zu beenden.
Dazu berichtete die Presse:
- Tagesspiegel: „Unklar, in welchem Zustand das SEZ tatsächlich ist“: Heftige Kritik an Abriss-Plänen für Schwimmbad-Ikone in Friedrichshain
- Berliner Kurier: Bürger gegen SEZ-Abriss: Will WBM mit Müllfotos die Berliner täuschen?
- rbb24: SEZ muss laut neuer Eigentümerin abgerissen werden - Initiativen sprechen von "Unsinn"
- nd: Abriss des SEZ in Berlin-Friedrichshain ist beschlossen
- Entwicklungsstadt: SEZ Friedrichshain: Abriss als einzige Option? Initiativen wehren sich
- Tagesspiegel: Ikonisches DDR-Spaßbad in Berlin-Friedrichshain: Der SEZ-Abriss ist beschlossene Sache
- Berliner Kurier: Fotos der Verwüstung: Ohne Wenn und Aber – WBM reißt DDR-Spaßbad SEZ ab
- rbb88.8: SEZ kann laut Eigentümer nicht erhalten werden
Bis zur Beendigung der Zwischennutzungen im November 2024 durch die BIM wurden insbesondere der Schwimmbadbereich und die Sporthalle genutzt. Die Reaktionen der BesucherInnen zum guten Zustand des Gebäudes waren durchweg positiv. Wer sich selbst einen Eindruck machen möchte, findet hier diverse Fotos aus dem Herbst 2024: https://www.instagram.com/susanne.lorenz.1974
Schätzungen von Experten gehen davon aus, dass die Abriss- und Neubaukosten auf dem SEZ-Gelände vielfach höher sind als die Sanierungskosten. Damit können die geplanten Wohnungen, insbesondere in den Solitärbauten mit privater Parkanlage im hinteren Grundstücksbereich, gar nicht günstig gebaut und vermietet werden. Sie würden auch nur wenigen Menschen nützen, das SEZ dagegen Tausenden BewohnerInnen eines stark nachverdichteten Kiezes sowie Millionen Menschen dieser Stadt.
Dass die BIM im Dezember 2024 nicht nur Heizung und Wasser, sondern auch den Strom im SEZ abgestellt hat, ehe das SEZ-Gelände an die WBM übertragen wurde, gefährdet das Gebäude akut. Durch den abgestellten Strom laufen Pumpen nicht mehr, die Regenwasser aus Schwallbecken pumpen sollen. Damit droht im Keller des Gebäudes ein massiver Wasserschaden. Die Gebäudesubstanz, die der private Eigentümer trotz geringer Investitionen jahrelang überwiegend gut erhalten hat, droht nun durch den öffentlichen Eigentümer massiven Schaden zu nehmen. Es ist ungeheuerlich, wie hier mit unseren Gemeingütern umgegangen wird.
Statt für überteuerten Neubau sollte der Senat sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzen, durch Umsetzung des Volksentscheids "Deutsche Wohnen & Co. enteignen", Reaktivierung von leerstehendem und zweckentfremdetem Wohnraum (Spekulationsobjekte, überteuerte möblierte Wohnungen, illegal vermietete Ferienwohnungen) sowie Umbau leerstehender Bürogebäude. Zahlreiche WissenschaftlerInnen, PraktikerInnen und Verbände aus dem Bereich Architektur, Stadtplanung, Ökologie und weiterer Disziplinen fordern lange schon ein Umdenken, weg von Abriss und Neubau, hin zu Renovierung und Umbau. In unserer Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen scheint dies noch nicht angekommen zu sein.
2) Berichterstattung der Presse zur SEZ-Ausstellung "SWIM SWEAT FIGHT"
Der rbb hat in seiner Sendung "Der Tag in Berlin & Brandenburg" am 07.03. zur Ausstellung "SWIM" zum SEZ in der Galerie im Turm in der Frankfurter Allee berichtet.
3) Im SEZ gedrehte Fernsehserie
Die acht Folgen der ersten Staffel der Fernsehserie "KRANK Berlin" wurden im SEZ gedreht, und zwar im Bereich um die frühere Eis- und Rollschuhbahn. In der Serie wird das SEZ allerdings nicht von der schönsten Seite gezeigt, schließlich geht es in der Serie um eine "kranke" Klinik in einer "kranken" Stadt. Die Presse hat die Serie und auch den Drehort aufgegriffen:
- t-online: In diesem Lost Place wurde "Krank Berlin" gedreht
- The Spot Media & Film: „KRANK Berlin“-Macher: „Es geht um das Achterbahnfahrt-Gefühl“
Gezeigt wird die Serie aktuell bei Apple TV+, soll aber in diesem Jahr auch noch im Free-TV erscheinen.
4) SEZ-Songs
Mittlerweile gibt es drei Unterstützer-Songs verschiedener KünstlerInnen für das SEZ:
- Boxi Barré: Ohne uns
- Schaltgetriebe: SEZ (Es gibt noch eine Chance)
- Franzi und Papa's Band: SEZ Wir Kommen!
5) Demo und Runder Tisch
Die Planungen für die Veranstaltungen rund um den SEZ-Geburtstag schreiten voran.
Der Ort für die runden Tische zum SEZ steht fest: Haus der Demokratie und Menschenrechte, 1. HH, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
1. Termin: Donnerstag, 20.03., 17 Uhr, Einlass 16.30 Uhr
2. Termin: Mittwoch, 09.04., 18.30 Uhr
Um Anmeldung unter info@gemeingut.org wird gebeten.
Das Programm unserer Demo nimmt immer mehr Gestalt an. Neben Reden von namhaften ExpertInnen und einem Aktionsbild Menschenkette wird es Livemusik von Boxi Barré, ein DJane-Duo und "Medizin nach Noten" mit Moderator-Legende Karl-Heinz Wendorff geben, dazu eine mobile Sauna (gern Saunatuch mitbringen), Badminton und Aktivitäten für Kinder. Die SEZ-Songs werden natürlich auch zu hören sein, und wir zeigen Fotos aus der Zeit der Zwischennutzung.
Wann: Samstag, 22.03., 14 Uhr
Wo: vorm SEZ, Landsberger Allee 77/Ecke Danziger Straße
Bitte unterstützen Sie uns weiter durch Unterschreiben und Teilen der Petitionen
✍ https://www.change.org/p/das-sez-sanieren-und-als-sport-und-freizeitfläche-für-alle-wiederöffnen
✍ https://www.gemeingut.org/sez-retten-abriss-stoppen/
✍ https://www.gemeingut.org/SEZ-schuetzen
durch Ideen, fachliche Hinweise und aktive Teilnahme an unseren Treffen und Veranstaltungen. Bitte kommen Sie zahlreich zum Runden Tisch und unserer Demo und bringen Sie viele Menschen mit. Danke.
Herzlichst, Susanne Lorenz