

Liebe UnterstützerInnen für den Erhalt des SEZ,
unter starkem Polizeiaufgebot hat die BIM / das Land Berlin sich gestern per Gerichtsvollzieherin Zutritt zum SEZ-Gelände verschafft. Ich selbst konnte leider nicht persönlich dabei sein, aber einige MitstreiterInnen von "SEZ für alle" waren vor Ort und haben folgendes Video gemacht: https://youtube.com/shorts/tbJqhZz4U0c?si=nN4kz7ncACgFGLAO
Es gab dazu einen längeren Beitrag in der gestrigen rbb Abendschau.
Empfehlen kann ich das radioeins-Interview mit Carl Waßmuth, es lohnt sich anzuhören.
Die Aufzeichnung der gestrigen Pressekonferenz des Senators für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen empfehle ich ebenso anzuhören, Fragen und Antworten zum SEZ gibt es von 27:59 bis 31:40.
Laut Herrn Gaebler haben wir keinen Bedarf an einem "Spaßbad". Mal abgesehen davon, dass wir sehr wohl Bedarf an einem Erlebnisbad haben (Berlin ist bundesweit Schlusslicht in der Versorgung mit Schwimmbädern und hat seit der Schließung von Blub und SEZ kein einziges familienfreundliches Erlebnisbad, Familien müssen dafür weit ins Umland fahren, das SEZ war multifunktional und bot ganz viele unterschiedliche Schwimm-, Sport-, Kultur- und Erholungsflächen), ist seine Argumentation zu den Kosten nicht stimmig. Nahezu alle Schwimmbäder werden defizitär betrieben, müssen also mit Steuergeldern subventioniert werden, so wie auch andere Bereiche der Daseinsvorsorge (Krankenhäuser, ÖPNV, Schulen, Polizei, Feuerwehr etc.). Und selbstverständlich müssen alle öffentlichen Gebäude auch instandgehalten werden, wie auch jeder private Eigentümer sein Haus instandhalten muss. Und so wird ja auch folgerichtig in die Sanierung von Berlins Schwimmbädern investiert, aktuell betrifft dies 6 Schwimmbäder. Zudem ist der Neubau von 2 Kombibädern geplant. Es sollen also Steuergelder in familienfreundliche Kombibäder investiert werden. Wieso nicht stattdessen in die Sanierung des SEZ, das noch gut erhalten ist? Vielleicht, weil man in dieser Stadt lieber abreißt und neu baut (wie beim Jahn-Stadion) statt Vorhandenes zu sanieren, was ökologisch sinnvoller, aber vermutlich für Baukonzerne weniger einträglich wäre. Herr Gaebler hat schon im März dieses Jahres auf unsere mehr als 10.000 gemeinsam gesammelte Unterschriften zum Erhalt des SEZ nicht reagiert, ebenso auf die Einladung zur Podiumsdiskussion und hat einem Mitstreiter bei einer Veranstaltung sehr harsch entgegnet, dass er Baurecht habe und das SEZ abreißen werde. Er sollte sich darauf besinnen, dass er Volksvertreter und kein Autokrat ist. Fakten zu massivem Leerstand von Wohnungen und missbräuchlicher Vermietung als Ferienwohnungen, deren Reaktivierung den Wohnungsmarkt deutlich entspannen könnten, ignoriert Herr Gaebler in seiner Argumentation ebenso wie den Volksentscheid "Deutsche Wohnen und Co. enteignen", der nach 3 Jahren immer noch nicht umgesetzt ist und auch dazu beitragen könnte, mehr bezahlbare kommunale Wohnungen zur Verfügung stellen zu können. Denn das Hauptproblem ist doch der Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Wären Wohnungen insgesamt günstiger, könnten Menschen, deren Wohnraumbedarf gesunken ist (z.B. durch Auszug der Kinder), auch in kleinere und Familien mit Kindern dadurch in größere Wohnungen ziehen. Durch die exorbitanten Preise bei Neuvermietungen funktioniert dieser Wohnungstausch heute aber größtenteils nicht mehr. Und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum löst man mit Stadtvillen mit privater Parkanlage auf dem SEZ-Gelände ganz sicher nicht. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass Herrn Gaebler die Bauwirtschaft näher steht als die Menschen dieser Stadt, deren tatsächlichen Bedarfe und Wünsche ihn scheinbar nicht interessieren. Und was soll das Bashing der anderen Parteien und PolitikerInnen? Anders als Herr Gaebler, hat Frau Lompscher sich der Podiumsdiskussion gestellt und dabei wirklich Haltung bewiesen. Es stände Herrn Gaebler gut zu Gesicht, sich auch mal der Diskussion mit den BürgerInnen dieser Stadt zu stellen.
Das nd neues Deutschland hat gestern zur Zwangsräumung berichtet und dazu Herrn Valgolio und mich interviewt:
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1185697.ddr-kulturgut-sez-in-berlin-allseitige-zustimmung-fuer-zwangsraeumung.html
Einen weiteren Radiobeitrag gab es beim Inforadio:
https://www.inforadio.de/rubriken/berlin-und-brandenburg/beitraege/2024/10/sez-sport-erholungszentrum-zwangsraeumung-gerichtsvollzieher.html
Und dann gab es noch diverse weitere Presseartikel, das Medienecho auf die Zwangsräumung war wirklich groß, das Thema ist für die Menschen dieser Stadt eben sehr wichtig:
- rbb24: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/10/berlin-sez-zwangsraeumung-senat-abriss-gerichtsvollzieher.html
- Berliner Zeitung: https://www.berliner-zeitung.de/news/sez-in-berlin-zwangsraeumung-laeuft-polizei-berlin-leistet-amtshilfe-li.2258907
- Berliner Kurier: https://www.berliner-kurier.de/berlin/showdown-am-sez-heute-kommt-der-gerichtsvollzieher-li.2258898
- B.Z.: https://www.bz-berlin.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg/raeumung-sez
- Berliner Morgenpost: https://www.morgenpost.de/berlin/article407375417/sez-wird-zwangsgeraeumt-polizei-flext-tuer-vom-ex-spassbad-auf.html
- Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-um-immobilie-ddr-erlebnisbad-sez-wird-geraumt-polizei-unterstutzt-12465914.html
- Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-der-sez-raumung-jetzt-muss-der-berliner-senat-liefern-12470309.html
- Tagesspiegel: https://checkpoint.tagesspiegel.de/langmeldung/73ToVoHzMH9J4zTV1gItXa
- T-Online: https://www.t-online.de/region/berlin/id_100500792/berlin-friedrichshain-polizei-beginnt-mit-raeumung-des-erlebnisbads-sez.html
- Stern: https://www.stern.de/gesellschaft/regional/berlin-brandenburg/ddr-geschichte--ddr-erlebnisbad-sez-geraeumt---polizei-unterstuetzt-35109028.html
- Zeit: https://www.zeit.de/news/2024-10/01/bausenator-sieht-keine-chance-fuer-erhalt-des-sez
Einige Fotos aus dem SEZ vom März 2024 gibt es hier zu sehen: https://www.t-online.de/region/berlin/id_100501160/bilder/das-sez-war-ein-prestigeprojekt-der-ddr-so-sieht-es-darin-aus-.html
Noch viel mehr aktuelle Bilder (u.a. vom letzten Wochenende) gibt es hier zu sehen: https://www.instagram.com/susanne.lorenz.1974
Meine Fotos dürfen gern geteilt werden, damit alle Menschen sehen können, dass das SEZ absolut nicht marode, sondern tatsächlich gut erhalten ist.
Wir geben nicht auf und kämpfen weiter für den Erhalt, die Sanierung und Wiedereröffnung dieses einmaligen Gebäudes. Bitte unterstützen Sie uns weiter dabei. Vielen Dank.
Herzlichst, Susanne Lorenz