Corona in Göttingen: Wohnsituation entzerren, Kindeswohl schützen

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In Göttingen erleben wir innerhalb kürzester Zeit bereits den zweiten Corona-Ausbuch in einem großen Wohnkomplex, in dem die Wohnqualität erbärmlich ist. Statt die Menschen zu evakuieren und auf verschiedene (Not-)Unterkünfte zu verteilen, hat der Oberbürgermeister eine vollständige Quarantäne über den gesamten Wohnkomplex verhängt.

Rund 700 Menschen, darunter ca. 200 Kinder, sind in diesem Gebäudekomplex nun eingepfercht!

Man kann es nicht anders nennen, denn die Wohnungen sind winzig, die desolaten Gebäude überfüllt und doch müssen alle dort bleiben - auch die ca. 580 Personen, deren Corona-Tests negativ ausgefallen sind. Absperrgitter riegeln den Komplex ab, niemand darf raus.

Wenige Tage nach Beginn der Quarantäne brach sich heute die Verzweiflung der Bewohner*innen Bahn und es kam zu einem Gewaltausbruch. Gerade für die vielen Kinder müssen diese Tage traumatisch sein.

Anstatt die Menschen einzupferchen, muss die Stadt Göttingen Wohnsituation sofort entzerren!

Es gibt leerstehende Gebäude in der Stadt; auch Hotels und Pensionen sind derzeit häufig leer. Dort könnten insbesondere Familien mit Kindern untergebracht und so vor einer Ansteckung und den traumatisierenden Bedingungen in dem Wohnkomplex geschützt werden.

Für diejenigen Familien, die in dem Gebäude verbleiben wollen oder müssen, muss es neben der Versorgung mit Lebensmitteln zumindest auch eine kontinuierliche soziale und psychologische Unterstützung geben und auch eine Versorgung mit Kinderbüchern sowie Material zum Malen, Basteln, Spielen und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Älteren geben.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Sozialdezernentin Petra Broistedt und die Dezernentinnen für Jugend und für Bauen, Maria Schmidt und Claudia Baumgartner, können und müssen den Kindern und allen Bewohner*innen helfen, durch diese furchtbare Zeit zu kommen. Sie müssen das Kindeswohl schützen!

Und wir können und müssen sie an diese Pflicht erinnern.

Setzen Sie sich mit mir für die betroffenen Menschen ein. Überzeugen Sie die Verantwortlichen und unterzeichnen Sie diesen Appell!

Die Stadt Göttingen muss den betroffenen Göttinger*innen helfen, statt sie in der Misere weiter auszugrenzen.

Wenn die Kommune nicht schnell handelt, müssen es die niedersächsische Ministerin für Soziales und Gesundheit, Carola Reimann, und der niedersächsische Innenminister, Boris Pistorius, tun. Denn verfassungsrechtlich sind die Kommunen Teil der Länder.

Wenigstens den Menschen mit negativen Testergebnissen und insbesondere den Familien eine (freiwillige) Ausweichunterkunft anzubieten, ist eine Frage der Humanität - und des Kindeswohls.

Lasst uns alle Menschen vor Corona schützen! #LeaveNoOneBehind!