#TourdeFrance: "Get rid of podium girls"

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Blumenstrauß, Sektdusche, Siegertrikot… Leicht bekleidete Frauen geben den besten Fahrern als Krönung einen Kuss auf die Wange. Soll das wirklich zur Siegerehrung dazugehören? Fotos, die gerne auf der Titelseite diverser Zeitungen verbreitet werden unterstützen ganz subtil Sexismus.

Podium-Girls als Dekoration, gar als Preis für den Fahrer? Frauen sind nichts davon: keine Objekte, kein Siegespreis! Ich, als Mutter, Fahrradkurierin und Gründerin einer etablierten Berliner Frauen* Fahrradgruppe finde es eine Schande, dass diese Tradition immer noch existiert. 

Die Tour de France hatte es 2018 versprochen und ihr Wort bislang nicht gehalten. Am 06. Juli startet die diesjährige Tour de France. Bitte fordert mit mir vom  Direktor Christian Prudhomme und der Amaury Sport Organisation (ASO) die Abschaffung von Podium Girls bei der Tour de France.

Seit Jahrzehnten sind die Berichterstattungen der Sportmedien männerdominiert. Egal ob im Fußball, Basketball oder Fahrradsport. Es gibt zahlreiche Frauenteams und Frauenligen in nahezu allen Sportarten, in TV und Presse sind sie nur leider wenig präsent. Im Radsport gibt es Formate, die nur für Männer existieren. Es gibt die Tour de France. Aber eben nur für Männer. Die Tour de France wird in mehr als 190 Ländern übertragen. Das schauen sich 1,5 Millionen Zuschauer über Videostream an – und dazu sind es unsere Kinder, viele Jugendliche, die sich sportlich engagieren. Welches Frauenbild sehen sie da? Welches moderne Frauenbild soll unseren Kindern vermittelt werden? Ganz bestimmt nicht das Bild vom bisher klassischen Podium Girl: als Blumenmädchen, in knappen Kleidern und zu zart, um selbst sportliche Rekorde zu knacken und auf dem Treppchen zu stehen.

Die Tradition von Podium Girls gibt es seit Jahrzehnten. Aber der Wind hat sich gedreht und wir sollten auch im Radsport alte Traditionen brechen. Die Olympischen Spiele gehen mit gutem Beispiel voran und zeigen, dass es anders geht, dass man an manchen Traditionen nicht krampfhaft festhalten muss: Medaillen und Blumen werden von Kindern oder jungen, angehenden Sportler*innen an die Sieger übergeben. Die Ehrungen sind familienfreundlich und fair gegenüber allen Geschlechtern gestaltet. Auch die Vuelta a Espana, die Formel 1 und die Pofessional Darts Corporation gehen mit gutem Beispiel voran. Warum hat es das populärste Radrennen der Welt noch nicht geschafft?

Darum fordern wir, Sportler*innen, aktive und starke Frauen, solidarische Männer, Mütter und Väter, die Podium-Girls Tradition, ein Bild des puren Sexismus, abzuschaffen und die Siegerehrungen auf eine sozial-gesellschaftlich, faire Art und Weise umzuorganisieren. Was ist mit dir? Möchtest du subtilen Sexismus und Degradierung unterstützen oder Teil einer längst überfälligen Veränderung sein?!