Thomas Floßdorf muss zurücktreten

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Laut einem Strafbefehl von 2015 hat der Bürgermeisterkandidat der CDU in Düren (NRW), Thomas Floßdorf, seine damalige Lebensgefährtin im Streit verprügelt und gewürgt, so dass die Frau erhebliche Verletzungen davontrug. Er ist dafür zu einer Geldstrafe von 3000 Euro rechtskräftig verurteilt worden. Später hat er der Betroffenen zudem ein Schmerzensgeld gezahlt.

Diese schwer wiegende Gewalttat war der CDU-Düren und anderen bekannt. Dennoch konnte Thomas Floßdorf nach der Tat weiter politische Aufgaben wahrnehmen. Er konnte weiterhin sein Amt als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses in Düren ausfüllen und sogar als Stellvertreter des amtierenden Bürgermeistes Paul Larue im Amt bleiben.

Nun kanditiert Thomas Floßdorf für das Bürgermeisteramt in Düren, einer Stadt in der die CDU seit Jahren stärkste Kraft ist.

All dies konnte so weit kommen, weil die CDU-Düren nicht von ihm abrückte; weil auch der amtierende Bürgermeister Paul Larue und der als Floßdorfs Ziehvater geltende CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel nichts unternahmen.

Und nicht zuletzt, weil die Aachener Zeitung, die über den Fall frühzeitig Kenntnis hatte und in der Region Düren eine Monopolstellung als einzige Lokalzeitung innehat, es unterließ, die Öffentlichkeit über eine gravierende Straftat eines Mandatssträgers zu unterrichten, wie es ihre Pflicht gewesen wäre. Stattdessen beruft sie sich darauf, dass dessen Persönlichkeitsrechte angeblich schwerer wogen als das öffentliche Interesse. Das habe ein Medienanwalt dem Verlag so geraten.

Die Causa Floßdorf wurde erst einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als ein anonymer Whistleblower die Gerichtsakten an die CDU-Düren, Mitarbeitende des Rathauses, lokale Organisationen und Medien weitergab und die Medien dann darüber berichteten.

Wir finden: Wer einer Frau Gewalt antut, egal aus welchem Grund und in welcher „schwierigen emotionalen Situation“ und nicht einmal in der Lage ist, dafür ehrliche Reue zu zeigen, besitzt nicht die charakterliche Integrität, ein wichtiges öffentliches Amt zu bekleiden. Er ist ein schlechtes Vorbild, und es kann auch den zahlreichen Vereinen, die sich lokal für Frauen einsetzen nicht zugemutet werden, mit ihm zusammenarbeiten zu müssen.

Mehrere solcher Vereine und andere zivilgesellschaftliche Gruppen haben bereits erklärt, dass sie die Zusammenarbeit verweigern werden, sollte Herr Floßdorf die Wahl gewinnen.

Deshalb fordern wir von allen, die im Zusammenhang mit der Causa Floßdorf für Versäumnisse verantwortlich sind, die nötigen Konsequenzen zu ziehen und für eine schonungslose und transparente Aufarbeitung dieser Versäumnisse zu sorgen.

Konkret fordern wir:

- von Herrn Floßdorf selbst, dass er seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Düren zurückzieht
- dass die Dürener CDU sich von ihrem Kandidaten Floßdorf distanziert und aufarbeitet, wie es trotz der bekannten Vorwürfe zu einer Nominierung kommen konnte und weshalb an dieser festgehalten wurde und weiterhin wird
- Eine öffentliche Entschuldigung der Dürener CDU für dieses Verhalten
- Eine detaillierte Stellungnahme von Herrn Rachel und Herrn Larue, was sie zu welcher Zeit gewusst haben und warum sie weiter an Herrn Floßdorf festgehalten haben
- von der Aachener Zeitung eine transparente Aufarbeitung, weshalb man nicht von Anfang an über die Tat des Herrn Floßdorf und sich daraus ergebende mögliche Konsequenzen berichtet hat. In diesem Zusammenhang fordern wir auch eine Offenlegung der Beurteilung des von der Zeitung zitierten Medienanwalts, der 2015 geraten habe, nicht zu berichten.
- von der Schulleitung des Mädchengymnasiums Jülich, wo Floßdorf als Lehrer beschäftigt ist zu prüfen, ob es für die Schülerinnen zumutbar ist, von einem Gewalttäter unterrichtet zu werden.

gezeichnet: Nicole Graaf, Claudia Pütz, Claudia Rank, Ursula Weyermann