Aug 3, 2017
Jeder Einsatz von Insektiziden, wie er im Nutzpflanzenbau betrieben wird, eliminiert nicht nur Schadorganismen, sondern greift auch in Nahrungsketten ein. Den Vögeln u.a. wird die Nahrung entzogen, sie wandern ab und sterben langfristig aus. Die Reduzierung der Insekten durch Vögel sinkt, wodurch ein verstärkter Einsatz von PSM notwendig wird. Im Grünlandbau sind wir in einem Bereich unterwegs, der per se keinen Einsatz von Insektiziden kennt. Allerdings werden hier hochleistungsfähige Ackergräser eingesetzt, die allein auf Grund ihrer Schnitthäufigkeit und -termine, aber auch in Ihrer Zusammensetzung keine Heimat sein können. In Folge ist selbst das Grünland Bereich, der keine Artenvielfalt fördert, sondern weiter reduziert und hier gilt es umzudenken. Die Ansätze, die derzeit laufen sind allerdings getragen von einerseits Dogmatismen, die Landbewirtschaftung nach fachlichen Kriterien aushebeln. Man propagiert eine "Neue Wildnis", Stillegungsflächen werden den Selbstheilungkräften der Natur anheim gestellt. "Gute fachliche Praxis der Landbwirtschaftung widerspricht dem Naturschutzgedanken, wäre Pauschalangriff auf ihn". Die Folge: Massenausbreitung von Kreuzkräutern kennzeichnet diese Flächen...... Überspitzt ist Grünland somit Ackergraswüste oder wird Kreuzkrautplantage. Andererseits : Die staatliche Steuerung in der Extensivierung subventioniert den Stickstoffverzicht im Grünland, der auf der Weidelwiese dazu führt, dass die Fruktanwerte im Heu gegen 10% gehen (Hufrehe!) und die Rohzuckerwerte bei 15-20% liegen (Adipositas!). Eine Futtergewinnung dort ist für Pferde nicht zu empfehlen. Blühstreifen und Wildacker werden gemulcht, kaum dass sie "bezogen" wurden, derartige Flächen müßten auf Dauer angelegt werden. Wer kann vor diesem Hintergrund unsere Vorgehensweise und ihre erzielten Resultate ernsthaft in Frage stellen? Wenn gesetzlicher Status in Form des BBauR derartiges Engagement und seine Resultate untersagt und an Gewinnerzielung im landwirtschatlichen (Neben)erwerbsbetrieb koppelt, wird das Ganze paradox, denn Gegenwert unserer Biodiversifizierung von Grünländern sind lebende Areale, gesündere Pferde, Naturschutz pur. Diese Biosystemleistungen sind nicht marktfähig, auch wenn Sie Tierarzt- und Supplementierungskosten erheblich senken können. Gewinne erzielt man mit dem ertragstarken Weidelbestand, nicht mit kosten- und zeitintensiver Betreung der Blumenwiese.
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