

Das Inferno am Tollensetal mit ca. 50.000 Toten (fixierte arme Schweine) liegt am 30. März zwei Jahre zurück. Zum Jahrestag der Tragödie besucht der dafür nicht zuständig sein wollende Adressat unserer Petition das Ökodorf Brodowin, in Begleitung des noch ungekrönten Ökokönigs Charles III..
Im Bundespräsidialamt hofft man nun, dass wir davon absehen unser Anliegen "in einen inhaltlich vollkommen anderen Themen gewidmeten und unter erheblichen Sicherheitsmaßnahmen für Ihre Region angekündigten Termin des Bundespräsidenten einzubringen".
Ja, die abgebrannte modernste Ferkelfabrik Europas am Tollensetal ist wirklich etwas vollkommen anderes als ein Ökodorf mit dem Anspruch: "Diversifikation statt Konzentration".
Aber vielleicht gibt es Ihnen Herr Steinmeier doch etwas zu denken, dass Ihr royaler Gast, ein überzeugter Bio-Landwirt sicher dazu beigetragen hat, dass in Großbritannien die Kastenstandhaltung seit 1991 erfolgreich verboten ist. Die gleiche Kastenstandhaltung, die in Deutschland seit 1991 illegal weiter praktiziert wurde. Ob der sogenannte Kastenstand-Ausstiegsbeschluss von 2020 wie angekündigt bis 2029 vollständig umgesetzt wird, steht in den Sternen und wird sowieso nur von den dann Regierenden abhängen.
Wirkliche Veränderung kann nicht mit neuen Gesetzen beginnen, solange die alten problemlos ignoriert werden können.
Kastenstand Ausstieg: Sofort!
Bei der Brandkatastrophe in Alt Tellin konnte die Ursache nicht gefunden werden heißt es. Welch ein Unsinn. Die Ursache liegt im starken Willen, Schweinefleisch zu produzieren und zu exportieren - koste es , was es wolle.
Und das geht nun mal nur mit Agrarindustrie.
Zum 1. Jahrestag des Großbrandes in MV verkündete Minister Dr. Backhaus: „Der Brand hat uns auf dramatische Weise vor Augen geführt, dass industrielle Tierhaltungsanlagen wie in Alt Tellin nicht in unser Land und nicht in diese Zeit passen. Dieser Auffassung bin ich nach wie vor.“ Ein Jahr später soll nun das Landesbaugesetz geändert werden, damit sich Katastrophen wie in Alt Tellin (industrielle Tierhaltungsanlage) nicht wiederholen können.
Der Blick zurück ist nicht erwünscht.
"Obwohl zahlreiche Brandschutzvorkehrungen nicht den Regelungen der Landesbauordnung entsprachen" ist bisher keine Rücknahme bzw. Teilrücknahme der Baugenehmigung gem. § 48 VwVfG umgesetzt worden. Das kann der Bund dem Land nicht abnehmen - dafür ist MV zuständig. Es nicht zu tun, ist genauso fahrlässig wie eine Baugenehmigung, die im computersimulierten Brandschutzkonzept die Möglichkeit einer Zigarettenkippe, die den Kunststoff bei der Luftwäsche entzünden kann, nicht in Betracht gezogen hat.
Das ist nicht tatenlos sondern vorsätzlich... die armen Schweine.
Der inzwischen in MV für Brandschutz zuständigen Minister Pegel erklärte auf der aktuellen Stunde des Landtags am 22.3.23, dass keine Zündquelle gefunden werden konnte, also auch keine Verantwortung für den Brand ermittelt werden konnte. Es gibt keinen Hinweis, dass das Brandschutzkonzept technisch versagt hätte..."
Die über 10 Jahre alte immer noch nicht abschließend behandelte Klage des BUND gegen die Baugenehmigung kritisierte jedoch genau dieses Brandschutzkonzept, dass den ca. 50.000 Opfern nicht helfen konnte.
Es ist was faul im Staate D. und niemand will dafür zuständig sein.
Bitte Herr Bundespräsident, nehmen sie sich am 30.3. ein Beispiel an Ihrem noblen Gast und helfen uns das fürchterliche Schweinesystem zu beenden, "es geht um nicht weniger als die Zukunft der Menschheit, um einen lebenswerten Planeten für uns, für unsere Kinder und alle zukünftigen Generationen".
"... es ist notwendig, sich als Staatsbürgerin und Staatsbürger für die freiheitliche Demokratie einzusetzen sowie gegenüber deren Verächtern eine feste Haltung und klare Distanz zu bewahren. Das lehrt uns der Blick zurück, und so viel sollte uns das Glück unseres Landes wert sein." 23. März
Darum ist es jetzt höchste Zeit, alle die unsere Petition hier unterschrieben haben, um etwas zu bitten: Helft uns dabei, die über 93.000 Unterschriften an den Bundespräsidenten zu übergeben. Das müssen keine symbolischen Pappkartons voller Zettel sein. Am 30. März, dem Tag der entsetzlichen Tragödie ist dafür wohl der angemessene Zeitpunkt.
Der eine oder die andere kennen vielleicht einen Weg, wie sie in Brodowin Herrn Steinmeier erreichen. Der Versuch sollte es wert sein.
Es wird sicher nicht unbemerkt bleiben.
Wir aber werden in Alt Tellin der 50.000 Opfer gedenken.
DANKE