Aufruf zur Menschlichkeit - Amir soll seine Kochlehre im le beizli beenden können

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Liebe Menschen

Amir, Flüchtling aus Afghanistan, hat im Corona-Sommer seine Kochlehre begonnen. Wir, ein Berner Gastrounternehmen, das sechs Restaurants in Bern und Köniz - in möglichst nachhaltiger Weise - führt, sind der Meinung, dass Ausländer und Flüchtlinge in die Gesellschaft integriert werden müssen, um ein wertvolles Mitglied darin zu werden. Am einfachsten geht das über eine Arbeitsstelle oder eine Ausbildung. Dieser Bürger- und Unternehmerpflicht kommen wir regelmässig nach, indem wir Menschen in unseren Betrieben eine Chance geben, die in ihrem Leben nicht soviel Glück erfahren durften, wie wir uns das in der Schweiz gewohnt sind. Deshalb haben wir Amir die Kochlehrstelle gegeben. Er hat unser Vertrauen bereits im ersten halben Jahr mit tollem Einsatz, menschlicher Wärme und viel Lernwille gerechtfertigt.

Von Amir hörten wir, sein Asylrekurs sei Mitte Dezember aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt worden. Wir, als Ausbildungsbetrieb wurden nicht informiert. Amir erhielt vor einigen Tagen vom Amt für Bevölkerungsdienste (Migrationsdienst) die Einladung zum Ausreisegespräch, wir ohne Kommentar eine Kopie dieser Einladung und ein Formular zum Abmelden der Ausbildung. Die Einladung zum Ausreisegespräch enthält ein Beschäftigungsverbot. Trotz gültigem Lehrvertrag soll er baldmöglichst in das für ihn äusserst gefährliche Kabul zurück geschickt werden.

Diese unmenschliche Vorgehensweise befremdet uns zutiefst. Die Schweiz mit ihrer humanitären Tradition und mit ihrem grossen Reichtum hat ein solch menschenverachtendes Vorgehen nicht nötig. Und als Gastrounternehmen in einer Branche, die unter grossem Fachkräftemangel und unter der Coronakrise leidet, können wir eine solch kurzsichtige Politik nicht gutheissen. Wir wollen zusammen mit anderen Menschen alles in unserer Macht stehende tun, damit Amir seine Kochlehre beenden kann. Wir möchten auch nicht, dass sich eine Justizministerin in 15 Jahren wieder vor dem Parlament entschuldigen muss, für Unmenschlichkeiten, die von der Schweiz heute begangen werden.