Endlich Hunsrück-Bahn - Bürger möchten Zugfahren

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Seit Jahren hört man als Bewohner im Hunsrück, dass es Pläne geben soll, um den Streckenabschnitt Langenlonsheim-Simmern zu reaktivieren und endlich wieder Züge fahren zu lassen. Die heutige "Hunsrückquerbahn" hat Geschichte: Im Oktober 1889 wurde der Abschnitt Langenlonsheim-Simmern eröffnet, 1901 öffnete die Strecke weiter nach Kirchberg, 1902 ging es bis nach Morbach und 1903 erreichte man Hermeskeil.

2010 fuhren die letzen Güterverkehrszüge zwischen Langenlonsheim und Stromberg. Der Personenverkehr wurde bereits in den 70er und 80er Jahren eingestellt. 2001 schien für das Land Rheinland-Pfalz das Interesse an der Strecke zurückgekommen zu sein, seit 2005 lag der Hauptzweck zur Reaktivierung der Strecke auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn, um die Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet zu verbessern. Eine tatsächliche Inbetriebnahme war 2010 geplant - umsetzbar waren die hochgesteckten Ziele aber weniger, da notwendige Baumaßnahmen von Teilstrecken und steigende Kosten im Weg standen. Allerdings ging es damals noch um Millionenbeträge, die viel mehr als den einfachen Personenverkehr vorgesehen hatten und aus heutiger Sicht eigentlich zu hoch gesteckt waren (und immer noch sind). Genug Vereine und Initiativen beschäftigen sich auch rechnerisch mit den Kosten und kommen auf weit weniger und realisierbare Beträge. Damit wäre die Finanzierung machbar. Aber das Land muss auch mitspielen. Ob die Bürokratie im Wege steht oder das Geld - es wird sich einfach zu wenig bemüht - oder zu halbherzig. Wenn nicht 2018, dann muss sich 2019 endlich was bewegen. Selbst wenn es bloß ein klares JA oder NEIN ist.

Ein Traum für viele Hunsrücker - von Langenlonsheim bis nach Simmern mit dem Zug. Die tatsächliche Strecke geht weiter darüber hinaus und umfasst noch weitere Gegenden, die aber zum Großteil eher touristischen oder historischen Wert hätten und nicht mit regulärem Personenverkehr betrieben werden sollen.
Aber diese Bahn soll auch nicht hauptsächlich für den Flughafen Hahn dienen, der aktuell immer wieder in den Schlagzeilen ist. Das Thema ist zwar relevant, aber heute eher weniger von Interesse. Der Hauptbeweggrund für diese Petition und den Wunsch zur Reaktivierung der "Hunsrück-Bahn" ist, dass Bürger aus dem Hunsrück oder Pendler aus der näheren und ferneren Umgebung die Möglichkeit einer Zuganbindung zum schnellen Fortbewegen haben. Sei es um von und zur Arbeit zu pendeln, um am Wochenende in die Stadt zum Einkaufen zu fahren, um in Bingen Winzerfeste zu besuchen oder um ganz allgemein das Auto mal daheim stehen zu lassen - wie schön wäre es, wenn man im Hunsrück und Umkreis diese Möglichkeiten hätte?

Viele Jugendliche entscheiden sich in die Großstadt zu ziehen - da hat man bessere Optionen, ganz klar. Würde eine Bahn bis Bingen fahren, sähe das vielleicht auch wieder anders aus, man könnte dorthin pendeln und Zuhause in der Heimat wohnen. Junge Erwachsene auf der Jobsuche würden davon eindeutig profitieren, genauso wie die ewigen Pendler, die den täglichen Stau auf den Straßen sicherlich auch kaum noch ertragen können. Denn es werden nicht weniger Autos (oder weniger Baustellen) - sondern mehr. Die Straßen verstopfen, ellenlange Staus im Berufsverkehr. Dann steht da noch das Thema PKW-Maut im Raum. Mit einer funktionierenden Hunsrück-Bahn, würde man den Straßenverkehr reduzieren. Bürger aus dem Hunsrück kämen damit zur Arbeit und auf einfachem Weg in die Städte Bingen, Mainz oder Frankfurt.
Schließlich existieren die Strecken, sind intakt. Vorallem die Strecke Langenlonsheim - Simmern ist auf dem neusten Stand, da die RWE / Innogy die Strecken für eigene Zwecke benutzen  und erneuern musste. Das heißt, hier sind fast einwandfreie Strecken zeitnah befahrbar. Wieso werden diese noch immer nicht genutzt?

Den Windesheimer-Gegenwind u. A. in Form der „Interessengemeinschaft Hunsrückbahn – So Nicht“ (IGH) sollte man nicht belächeln oder abtun, aber wenn man hier klare Regeln schaffen würde sowie Aufklärung unter den Bürgern, könnte man die Bedenken hier sicherlich legen und vielleicht sogar gemeinsam an einem Strang ziehen.

Da Kinder auch nicht an befahrenen Schnellstraßen oder Autobahnen oder Hauptstraßen im Allgemeinen spielen sollten, muss man eben auch hier bei der Bahnstrecke Acht geben, das kann man wieder lernen. 
Mit geordneten Zeiten, die auch Nachtruhe gewährleisten, indem man z.B. um 11 Uhr den letzten Personenzug fahren lassen würde, kann man der nächtlichen Ruhestörung entgegenwirken. Keinesfalls wird es so sein, dass hier jede Stunde mehrere Züge durchbrausen, das ist sicherlich nicht das Ziel, zumal die durchschnittliche Geschwindigkeit von Personenzügen auf dieser Strecke bei etwa 60 bis 80 km/h liegt.
Auch die Angst um ein Verkehrschaos in Orten wie Windesheim konnte man mit einem Testlauf bereits beseitigen. Das Abwickeln der Durchfahrt vom Schließen der Schranken bis zum erneuten Öffnen nimmt kaum Zeit in Anspruch. Auch sind die Orte keine Hauptverkehrsrouten, weshalb das Verkehrsaufkommen hier schon relativ gering ist. Beim Testlauf, der mit Traktoren simuliert wurde, gab es kein Stauaufkommen, wie befürchtet.

Es ist verständlich, dass dieses Vorhaben Veränderung bedeutet und Menschen nicht jede Veränderung gerne willkommen heißen, aber nur Veränderung bringt etwas in Gang und weiter voran. Und auch an diese kann man sich schnell gewöhnen - und am Ende wird man belohnt mit einer noch besseren Infrastruktur, die auf dem Land sehnlichst herbeigesehnt wird.

Wir wollen endlich auch eine Zuganbindung, die uns Bürgern ermöglicht ohne Auto mobil zu sein. Egal ob für Berufspendler, Wochenendheimkehrer, Weinfestbesucher, Urlauber oder Lok-Fans. Eine Zugverbindung im Hunsrück stärkt unsere Infrastruktur. Eine Zugverbindung stärkt den Hunsrück und macht die Bürger glücklicher.



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