
Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde,
In unserem gestrigen Bericht haben wir bereits ausführlich über einen Vorfall in Hamburg-Altona berichtet. Neue Zeugenaussagen und unser Telefonat mit dem BUKEA-Pressesprecher machen eine Aktualisierung notwendig.Der Musicaldarsteller Lionel von Lawrence-Oehlen schilderte dem NDR, dass die Frau versuchte, den stark verängstigten Wolf aus der Passage zu führen. Der Wolf sei panisch gewesen und habe in seiner Angst zugeschnappt. Die Frau erlitt eine Wunde im Gesicht und konnte noch am selben Abend nach Hause.
Der BUKEA-Pressesprecher bestätigte uns, dass der Wolf die Frau verletzt habe. Die Behauptung, es habe sich lediglich um einen „Kratzer“ gehandelt, konnte er nicht bestätigen. Eine endgültige Entscheidung über das Schicksal des Wolfs steht noch aus.
Ich habe gestern klargestellt: Die Frau und der Wolf befanden sich beide in einer extremen Ausnahmesituation. Wir verurteilen ihr Verhalten nicht und laden sie ein, sich bei uns zu melden.
Ein von der BUKEA veröffentlichtes Foto zeigt: Es handelt sich um ein sehr junges Tier (ca. 1 Jahr alt) mit noch erkennbarem Welpenfell. Jungwölfe in diesem Alter wandern auf der Suche nach einem Revier. Wir schließen Nachstellungen nicht aus. Hier könnt Ihr es nachlesen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/04/02/hamburger-wolf-alster-neue-infos-und-unsere-klare-forderung-nach-freilassung/
Der Wolf war kein Aggressor
Wichtig ist: Der Wolf war kein Aggressor. Er befand sich in einer extremen Panik- und Ausnahmesituation – genau wie die Frau. Menschen können in Situationen größter Angst ebenfalls Helfer unabsichtlich verletzen. Genauso kann ein Wolf, wie jedes andere Wildtier, Haustier oder sogar ein Mensch in Panik beißen, kratzen oder jemanden umstoßen. Das ist biologisch völlig normal.
Die gefährliche Verleugnungshaltung
Besonders problematisch ist auf Teilen der Wolfsschutz-Seite die starke Verleugnungshaltung. Manche scheinen regelrecht Angst davor zu haben, überhaupt anzuerkennen, dass ein Wolf in einer extremen Stresssituation auch mal beißen oder kratzen kann. Stattdessen wird der Vorfall sofort relativiert oder komplett geleugnet. Diese Haltung hilft dem Wolf langfristig nicht. Im Gegenteil: Wer die Realitäten nicht akzeptieren kann, gibt der Politik und den Medien genau die Munition, die sie brauchen. Wenn es dann tatsächlich einmal passiert, wird der Vorfall umso stärker aufgebauscht – mit dramatischen Schlagzeilen, Forderungen nach Abschüssen und Verschärfungen des Managementplans.
Unsere Forderung
Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert die sofortige Freilassung dieses Jungwolfs, der inzwischen den Namen Alster erhalten hat – ohne Besenderung.
Wir rufen alle Unterstützer auf, an die Hamburger Umweltbehörde zu schreiben:
E-Mail: info@bukea.hamburg.de
Betreffvorschlag: „Free Wolf Alster" – ohne Besenderung
Statt Aufregung und Schuldzuweisungen brauchen wir Mitgefühl.
Danke für die Aufmerksamkeit und Euer Handeln
Brigitte Sommer
Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland e. V.